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Wedder rieklich Moneten för de Maaten

Wismar Wedder rieklich Moneten för de Maaten

Sie begeistern Jung und Alt mit ihren Stücken auf Plattdeutsch - die Mitglieder der Niederdeutschen Bühne Wismar. Für ihr Engagement gab es nun 30 000 Euro.

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Juliane Gössel und Willi Kuß von der Niederdeutschen Bühne Wismar danken Jan-Arne Hoffmann von der VR-Bank (r.) und Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) für die finanzielle Unterstützung.

Quelle: Thomas Eppstein

Wismar. „Plattdeutsch?! Spricht in meiner Familie niemand!“, erzählt Juliane Gössel und lacht. Die zweite Vorsitzende der Niederdeutschen Bühne Wismar hat am Montagabend im Senatszimmer im Rathaus eine finanzielle Vereinbarung unterschrieben, die das Fortbestehen des Ensembles für die kommenden zwei Jahre sichert.

„Es ist jedes Mal die gleiche Prozedur, aber dennoch keine Selbstverständlichkeit“, sagte Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), bevor er Juliane Gössel und Bankvorstand Jan-Arne Hoffmann ihre Unterschriften auf das Papier setzten. Wismar unterstützt die Niederdeutsche Bühne mit 10 000 Euro, die VR-Bank gibt 20 000 Euro.

„Niederdeutsch ist Heimatgefühl“

66 Mitglieder zählt der Verein derzeit, berichtet der Vorsitzende Willi Kuß. „22 davon spielen Theater.“ Hinzu kämen die Kinder und Jugendlichen. Juliane Gössel nickt. Auch sie war noch ein Kind, als ihre Mutter vorschlug: „Du brauchst ein Hobby. Warum spielst du nicht Theater - so wie ich in meiner Jugend“, erinnert sich die heute 30-Jährige. Und weil damals eben nur die Niederdeutsche Bühne Kindern die Möglichkeit bot, Theater zu spielen, sei sie dann dorthin gegangen.

Und Gössel ist geblieben. „Niederdeutsch ist für mich Heimatgefühl. Und ich bin stolz, dass ich das sprechen und weitergeben kann.“ Jan-Arne Hoffmann nickt. Auch sein Sohn sei begeistert gewesen vom Plattdeutschen. „Er hatte Niederdeutsch in der Grundschule, danach aber gab es das Angebot nicht mehr.“ Aus Hoffmanns Sicht gehört die Sprache deshalb auch auf den Stundenplan einer jeden Schule im Norden. Heute bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium Plattdeutsch als Unterrichtsfach an.

Nächste Premiere Mitte März

Dass Bank und Stadt die Niederdeutsche Bühne seit nunmehr 1994 finanziell unterstützen, ist deshalb fast folgerichtig. Hoffmann lobte das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder, sprach von der vielen Arbeit, die hinter all den Proben und Auftritten stecke. „Einen großen Dank also an alle, die die Niederdeutsche Bühne am Leben erhalten“, sagte Hoffmann.

Juliane Gössel hat die Sprache zudem einen guten Einstand verschafft. In der Familie ihres Partners sprechen die Großeltern Platt. „Das verstehst du doch sowieso nicht“, hatte der Großvater ausgerufen. Und dann überrascht gelächelt.

Seit 1925 sind plattdeutsche Theaterstücke aus Wismar nicht mehr wegzudenken. 221 Stücke haben die Mädchen und Jungen, Frauen und Männer in den Jahrzehnten auf die Bühne gebracht - von Lustspielen und Komödien bis hin zur Weihnachtsgeschichte.Thomas Beyer und Jan-Arne Hoffmann sitzen regelmäßig im Publikum und haben sich bereits den nächsten Premierentermin am 10. März in den Kalender eingetragen.

Thomas Eppstein

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