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Wismar Wegen A-20-Fiasko: Bahnbrücke bei Bad Kleinen wird verlängert
Mecklenburg Wismar Wegen A-20-Fiasko: Bahnbrücke bei Bad Kleinen wird verlängert
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16:57 20.04.2018
Bahnhof Lübstorf. Quelle: Jens Büttner/dpa
Bad Kleinen/Rostock/Schwerin

Das Debakel der eingebrochenen Autobahn 20 bei Tribsees hat nun auch Folgen für andere Großbauprojekte – jedenfalls für jene, die sich über ein Moor erstrecken. Weil die Angst vor einem ähnlichen Desaster an anderer Stelle groß ist, haben sich die Ingenieure, die zurzeit eine neue Bahnbrücke auf der Strecke zwischen Bad Kleinen und Schwerin bauen, für eine Verlängerung der Brücke über das Moor bei Kronshof entschieden – nur sicherheitshalber, wie es von Seiten der Bahn heißt. Während der Bauarbeiten sind die Gleise allerdings voll gesperrt. Für Pendler und Bahnreisende auf der stark befahrenen Strecke zwischen Rostock und Hamburg bedeutet dies: Elf weitere Wochen auf Busse umsteigen.

Planungen für Bahnbrücke wurden erneut geprüft

„Wir haben den Einbruch der A 20 bei Tribsees zum Anlass genommen, unsere Planungen noch einmal genau zu beleuchten“, sagt Andreas Kruse, zuständiger Projektleiter bei der Bahn. „Wir haben uns gefragt, könnte das bei uns auch passieren?“ Letztendlich sei man dort zu dem Ergebnis gekommen, dass die Konstruktion – immerhin werden rund 600 Pfähle für die Brücke in den Boden gerammt – gut ist und hält. „Dennoch wollen wir sie sicherheitshalber um 30 Meter verlängern“, erklärt Kruse.

Verkehrsminister erwartet schnelles Ende der Bauarbeiten

In Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturministerium reagiert man mit Bedauern: „Uns ist bewusst, dass diese Baustelle mit den sehr schwierigen Baugrundverhältnissen eine besondere Herausforderung darstellt. Wir gehen davon aus, dass die Deutsche Bahn diese Entscheidung wohlbegründet und nach intensiver Prüfung getroffen hat“, kommentiert Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) gegenüber der OZ. Und: „Wir erwarten, dass diese Baumaßnahme schnellstmöglich abgeschlossen wird, so dass auf diesem Streckenabschnitt bald wieder ein zügiger und sicherer Zugverkehr erfolgen kann.“

Regen im Herbst und Frost im Februar hat Arbeiten behindert

Dass Zugreisende nun aber länger als bis Mitte April (die OZ berichtete) auf die Bahn zwischen Bad Kleinen und Schwerin verzichten und Busse nutzen müssen, hat noch weitere Gründe. „Vieles kann man nicht vorhersehen und erst während der Bauarbeiten feststellen“, erklärt Projektleiter Andreas Kruse. So habe man geschaut, wo weitere Weichstellen sind und zusätzlich Pfähle reingerammt werden mussten. „Sie müssen das Moor immerhin durchstoßen“, betont Kruse. Im vergangenen Herbst habe es zudem viel geregnet. „Da konnten wir keine Erdbaumaßnahmen durchführen, sind nicht rechtzeitig fertig geworden.“ Und auch die wochenlange Frostperiode im Februar und März ließ die Arbeiten stocken.

Zügen sollen bei Bad Kleinen künftig mit Tempo 160 fahren

Die Moorstelle hatte in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Züge zwischen Bad Kleinen und Schwerin dort von Tempo 120 auf Tempo 70 abbremsen mussten. Ohne die Beseitigung der Moorstelle hätte die Geschwindigkeit der Züge in absehbarer Zeit noch weiter reduziert werden müssen. Nach Ende der Baumaßnahme sollen Züge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometern pro Stunde diesen Abschnitt passieren können – und die Strecke Hamburg-Schwerin-Rostock somit auch für schnelle ICE-Verbindungen nutzbar sein.

Ab dem 1. Juli sollen Züge zwischen Bad Kleinen und Schwerin-Carlshöhe das Gleis wieder nutzen können. Ab dem 30. November sollen dann alle Arbeiten an der Strecke abgeschlossen sein.

Großprojekte der Bahn in MV

Gleich zwei Großbaustellen der Deutschen Bahn befinden sich am Nordufer des Schweriner Sees.

Das größte Bahnprojekts MVs wird auf der stark befahrenen Strecke zwischen Bad Kleinen und Schwerin realisiert. Auf etwa zehn Kilometern Länge sollen Unterbau, Gleise und Oberleitungen erneuert sowie ein elektronisches Stellwerk errichtet werden. Kosten: rund 62 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen Ende November – trotz aktuellen Verzögerungen – pünktlich beendet sein.

In Bad Kleinen selbst werden der Bahnhof und der Vorplatz für 35 Millionen Euro saniert. Dort wurde bereits eine neue Fußgängerbrücke installiert. Zudem werden Gleise erneuert. Der Bahnhof wird zudem zum ersten Mal in seiner Geschichte barrierefrei sein.

Michaela Krohn

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