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Weht Wind künftig Geld in die Kasse?

Bobitz Weht Wind künftig Geld in die Kasse?

Ein kommunales Energiekonzept ist in Bobitz im Gespräch. Vier Anlagen könnten Einnahmen erwirtschaften.

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Windräder, ähnlich wie dieses, könnten künftig auf einer 40 Hektar großen Fläche in der Gemeinde Bobitz ihre Flügel drehen.

Quelle: Fotos: OZ, Ina Schwarz

Bobitz. Das Thema Windkraft ist deutlich ins Visier der Gemeinde Bobitz gerückt. „Früher spielte es für uns keine Rolle“, sagt Bürgermeister Hartmuth Haase. „Doch nach Fukushima sieht die Welt wieder anders aus.“

In seiner Gemeinde gibt es ein etwa 40 Hektar großes Stück Wiese und Ackerland, auf dem künftig vier Windkraftanlagen stehen und für Energie sorgen könnten. „Noch ist nichts entschieden“, betont Haase. „Es gibt mehr als 20 Eigentümer — alles noch in der Schwebe.“

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Windräder, ähnlich wie dieses, könnten künftig auf einer 40 Hektar großen Fläche in der Gemeinde Bobitz ihre Flügel drehen.

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Dennoch ist ein kommunales Energiekonzept von der Tagesordnung der Gemeindevertreter nicht mehr wegzudenken. Auf öffentlichen Sitzungen erteilen Bürgermeister Haase und seine Abgeordneten deshalb wiederholt professionellen Anbietern mit ihren Wind-Konzepten das Wort. „Damit können wir uns und die Bürger am besten vorbereiten und Meinungen sammeln“, erklärt Haase. Als Bürgermeister verspricht er sich von den Windrädern Steuereinnahmen für die Gemeinde. Wann genau die als reale Taler in der Kasse klingeln könnten, weiß keiner so genau. Das kann Jahre dauern.

„Klar ist, wir müssen was machen“, geht Haase dennoch in die Offensive. „Wir können uns natürlich auch vor das Gemeindehaus stellen und Fischerstiefel verteilen“, scherzt der Kommunalpolitiker. Dann wieder ernsthaft: „Mit dem Windeignungsraum ergibt sich eine Option verbunden mit vielen Möglichkeiten. Dennoch ist es ein erheblicher Eingriff in die Natur. Wir müssen daher schauen und abwägen und hoffen, dass wir als Gemeinde auch weiterhin mitreden dürfen.“

Blick in die Zukunft: Am 16. April tagt der Regionale Planungsverband Westmecklenburg. „Dort werden unter anderem die Abstandsflächen zu den Windkraftanlagen neu verhandelt“, verkündet Haase. Die liegen derzeit bei 1000 Metern. „Sollten sich die Kriterien erheblich ändern, da Auffassungen dazu bisher sehr unterschiedlich sind, hat sich eh alles erledigt“, vermutet er.

„Stimmt“, pflichtet ihm Eric Kalke bei. Der 30-Jährige ist Projektentwickler für Windkraft. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung stellte der Ingenieur das Konzept für einen Bobitzer Windkraftpark mit vier Anlagen vor. „Uns geht es dabei um Bürgerbeteiligung und eine Wertschöpfungskette für die Gemeinde“, erklärt der Profi. „Wenn sich die Kriterien jedoch ändern und die Abstandsflächen größer werden, dann werden 60 bis 70 Prozent der Pläne für jene Flächen, die potenzielle Windeignungsgebiete werden könnten, tatsächlich hinfällig.“ Auch seine Firma, die unlimited energy GmbH, kann dann ihr Konzept einpacken. „Wir bräuchten zur Umsetzung mindestens 35 Hektar. Die Räder, mit denen wir arbeiten, sind schließlich etwa 140 Meter hoch.“

„Ein gescheiter Abstand ist sinnvoll“, findet Kristian Karlisch. Für ihn, der in Rastorf in der Nähe von Bobitz wohnt, sind die Geräusche der Windräder ein echtes Problem. „Diese Anlagen machen Lärm bis zu 106 Dezibel“, hat Karlisch recherchiert. „Davon kommen immer noch 40 Dezibel an der Hauswand an.“

„Ich kenne all diese Vorbehalte gut“, sagt Projektentwickler Kalke. „Sicher, vor allem optisch ist es ein gravierender Einschnitt in die Landschaft, doch was die Lärmbelästigung betrifft, sehe ich die Realität anders“, tut der Wind-Profi seine Erfahrungen kund. Er argumentiert: „Wenn der Wind wirklich pfeift und die Mühlen sich drehen, ist der Wind deutlich lauter als die Mühlen selbst.“

Der Bürgermeister bleibt skeptisch. „Da sagt keiner so genau die Wahrheit“, meint er. „Wir halten uns die Entscheidungen bis zum Schluss offen, sammeln so viele Informationen wie möglich“, wiederholt er in der Gemeindevertretersitzung gebetsmühlenartig. „Letztlich wollen wir über das, was die Gemeinde betrifft, auch mit dem Bürger entscheiden. Deshalb nehmen wir die Vorstellungen der Konzepte ja auch in den öffentlichen Teil.“




















Wind in Deutschland 
LandAnlagenLeistung
Niedersachsen5528 7512,43
Brandenburg31774902,78
Schleswig-Holstein29473700,14
Nordrhein-Westfalen29403257,44
Sachsen-Anhalt24433887,99
Mecklenburg-Vorpommern15412067,00
Rheinland-Pfalz13062106,10
Sachsen 8541024,74
Hessen 723 848,14
Thüringen 649 920,59
Bayern 581 937,59
Baden-Württemberg 381 501,48
Saarland 106 166,25
Bremen 77 149,01
Hamburg 58 52,75
Berlin  1  2,00
Stand: 1. Halbjahr 2013 Quelle: Bundesverband Windenergie  

 



Ina Schwarz

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