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Wismar 3500 Weihnachtspäckchen für Albanien
Mecklenburg Wismar 3500 Weihnachtspäckchen für Albanien
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07:00 27.11.2018
Auch zwei Paletten mit Kohlen und zwei Öfen wurden auf den Hilfstransporter verladen. Heinz Godknecht von der Albanienhilfe und der mazedonische Fahrer manövrieren die Fracht. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

Zwei Laster mit Hilfsgütern und 3500 Weihnachtspäckchen sind ins rund 2200 Kilometer entfernte Albanien unterwegs. Nach der Sitzung der Bürgerschaft am Donnerstag, 29. November, macht sich auch auf Frieder Weinhold (65) auf den Weg. Der CDU-Abgeordnete ist Chef des Christlichen Hilfsvereins und Motor der Albanienhilfe. Zusammen mit Horst Lutz (67) von der Linkspartei will er in drei Tagen die albanische Stadt Pogradec am Ohridsee erreichen. Durch sieben Länder geht die Fahrt: Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Serbien, Mazedonien und Albanien „Das wird ein Ritt, aber das kennen wir ja schon“, lacht Weinhold.

Zeit für Partnerschaft

Frieder Weinhold, Vorsitzender des Christlichen Hilfsvereins, reicht ein Kinderfahrrad auf den Laster, der nach Albanien fährt. Quelle: Heiko Hoffmann

Der Gründer der Albanienhilfe Wismar hatte den ersten Transport für das südosteuropäische Land im Februar 1992 organisiert. Inzwischen sind Freundschaften entstanden. Und eine Städtepartnerschaft zwischen Pogradec und Wismar kündigt sich an. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD): „Nach jahrelanger Kooperation ist es nun an der Zeit, unsere gewachsenen Beziehungen auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen im Sinne einer stabilen Partnerschaft.“

Beyer hatte sich im Oktober zusammen mit Weinhold die Region angesehen und Gespräche geführt. Anschließend sagte er in der Bürgerschaft: „Wenngleich die Entwicklungsstände in Albanien und Deutschland unterschiedlich sind, wäre für beide Städte eine Partnerschaft ein Gewinn.“ Dies würde auch den europäischen Gedanken unterstützen. Denkbar seien ein kultureller Austausch sowie Kooperationen im Tourismus und im Bereich der Feuerwehr. Bei der Digitalisierung könne Wismar von Pogradec lernen.

Frieder Weinhold (l.), Vorsitzender des Christlichen Hilfsvereins, und OZ-Redakteur Heiko Hoffmann freuen sich nach getaner Arbeit über den mit Hilfsgütern beladenen Laster, der nach Albanien unterwegs ist. Quelle: Privat

Freiwillige Helfer haben die 3500 Weihnachts- und 450 Familienpakete in der alten Reithalle für den Transport fertiggemacht. Christine und Jürgen Reindorf aus Lübeck haben die Packaktion geleitet. „Die Unterstützung war in diesem Jahr enorm“, freut sich Weinhold über das Engagement.

Öfen und Kohlen verladen

Außerdem wurden zwei Öfen und zwei Paletten mit Kohlen, Schränke, Rollstühle, Krankenhausbetten, ein Kopierer, 90 Kirchenstühle und vier Paletten mit Inkontinenzmaterialien auf die Laster verteilt. 22,5 Tonnen sind unterwegs. Bei bundesweiten Sammelstellen wurden die Hilfsgüter eingesammelt. Die Pakete werden vor Ort an den Schulen direkt an die Kinder verteilt.

Mehr als Päckchenaktion

Die Albanienhilfe ist weit mehr als die Päckchenaktion zu Weihnachten in der Mokra-Bergregion. So wird im Bergdorf Bishnica ein Internat betrieben. Dies ermöglicht Kindern und Jugendlichen, die sonst kaum eine Chance auf gute Bildung hätten, von der 1. bis zur 9. Klasse zur Schule zu gehen. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Projekte.

Erster Transport 1992

1987 wurden erste Gedanken für eine Arbeit in Albanien entwickelt.

Im Februar 1992 war ein Helferteam aus Wismar das erste Mal in Albanien. Seitdem gibt es regelmäßige Transporte: mit Familienpaketen, Schulmöbeln, medizinischen Hilfsgütern und ab 2000 auch Weihnachtspäckchen.

1995 wurde aus der Initiativgruppe „Albanienhilfe Wismar“ der Evangelisch-methodistischen Kirche Wismar der „Christliche Hilfsverein Wismar“ (CHW) gegründet.

Informationen unter: www.chwev.de oder ☎ 0 38 41/22530.

Dass sich Frieder Weinhold trotz des Bürgerkrieges im Jahr 1997 nicht vom Hilfstransport hat abbringen lassen, bringt ihm bis heute Hochachtung ein. 2013 wurde er Ehrenbürger der 21 000 Einwohner zählenden Stadt Pogradec, die nach einer Kommunalreform jetzt rund 90 000 Einwohner zählt. Dass eine Städtepartnerschaft zwischen Pogradec und Wismar näher rückt, freut Weinhold außerordentlich: „Das gibt der Arbeit einen Schub und ist auch ein Stück Erfüllung für alle.“

Heiko Hoffmann

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