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Wismar Weißkopfseeadler bei Wismar gesehen
Mecklenburg Wismar Weißkopfseeadler bei Wismar gesehen
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00:00 27.07.2018
Wismar

Was Volkmar Gapinski in der Nähe von Wismar entdeckt hat, ist eine Sensation in der Vogelwelt: Ein Weißkopfseeadler hat hier anscheinend ein neues Revier bezogen. „So ein Greifvogel kommt in Europa in freier Wildbahn nicht vor“, berichtet Gapinski. Der Adler müsse an Menschen gewöhnt sein, denn er wirke sehr zahm. Zum ersten Mal gesehen habe er ihn am Sonntag vor 14 Tagen. Seither sei der exotische Vogel zwischen Wismar und Grevesmühlen unterwegs und jage unter anderem am Tressower See.

Exotischer Gast wirkt zahm / Ist es ein lange vermisstes Tier aus dem Vogelpark Marlow?

Die Sichtung eines Weißkopfseeadlers an der Ostseeküste klingt wie ein typisches Sommerloch-Thema. Doch Volkmar Gapinski weiß, wovon er spricht: Er ist amtlich bestellter Seeadler-Betreuer in Nordwestmecklenburg. Für das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) und für das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) beobachtet er zurzeit sechs Seeadlerhorste – und jetzt auch noch den Weißkopfseeadler.

„Zuerst habe ich gedacht, ich gucke nicht richtig“, erzählt Gapinski. Im Flug habe der Vogel ausgesehen wie der Schirm eines Kite-Surfers. „Wer denkt da schon an einen Weißkopfseeadler“, schmunzelt Gapinski. Doch als das Tier auf einem Baum saß, habe er sich immer näher an den Vogel herangetastet. „Er hat mich auch gesehen, ist aber trotzdem nicht weggeflogen“, berichtet Gapinski. Doch gerade als er eine Großaufnahme von dem Weißkopfseeadler machen wollte, flog der weg. Denn er hatte sich in der Nähe eines Rotmilan- Horstes ausgeruht. Und genau in dem Moment, als Gapinski ein gutes Foto machen wollte, kehrten die beiden Rotmilane zurück, sahen den Adler in ihrem Revier und vertrieben ihn sofort.

Doch wo kommt der Weißkopfseeadler her? Der Greifvogel ähnelt zwar dem europäischen Seeadler. Heimisch ist er hier aber nicht. In freier Wildbahn kommen Weißkopfseeadler nur in Nordamerika vor. „Es gibt sie bei uns aber auch in etlichen Falknereien und Tierparks“, berichtet Matthias Haase, Chef des Vogelparks in Marlow. Das beliebte Ausflugsziel in der Nähe von Ribnitz-Damgarten (Kreis Vorpommern-Rügen) ist im Winter Opfer der großen Schneemassen geworden. Etliche Volieren waren zusammengebrochen, mehrere Vögel dadurch weggeflogen (die OZ berichtete). Viele vermisste Tiere sind wiedergefunden worden. „Aktuell vermissen wir auch keinen Weißkopfseeadler“, sagt Matthias Haase. Doch vor mehreren Jahren seien Weißkopfseeadler weggeflogen – und seither nie wieder gesehen worden.

Ob es sich um das Tier handelt, das nun zwischen Wismar und Grevesmühlen umherfliegt, ist unklar. Aber: Der weiße Kopf bedeutet, der Seeadler muss bereits älter sein. Jungtiere haben einen dunklen Kopf. Denn die auffällige weiße Färbung bekommen die Vögel erst im Alter zwischen vier und fünf Jahren. In dieser Zeit färben sich auch die Augen gelb, und der Schnabel erhält dann seine endgültige gelbe Farbe.

„Irgendjemand muss das Tier doch vermissen“, sagt Volkmar Gapinski. Den genauen Fundort will er zum Schutz des Adlers nicht verraten. Falknereien oder Tierparks, die auf der Suche nach einem entflogenen Weißkopfseeadler sind, können sich gerne bei ihm melden (☎ 0160 / 91 92 85 49).

Reviere sind in der Nähe von Gewässern

Weißkopf-Seeadler werden bis zu einem Meter groß und

wiegen bis zu 7,5 Kilogramm. Sie werden durchschnittlich

20 Jahre alt.

Die Flügelspannweite erreicht Maße zwischen 1,80 und 2,50 Metern. Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen. Die Vögel leben in freier Wildbahn in Nordamerika, in der Nähe von großen Wassergebieten, wie Flüssen, Seen, Sümpfen und Meeresküsten. Dort müssen auch hohe gegabelte Bäume stehen, weil dies der bevorzugte Nistplatz ist.

Fisch und kleine

Tieren wie Enten,

Ratten und Hasen sind die Hauptnahrungsquelle der Weißkopfseeadler. Um ihre Beute

zu fangen, begeben

sie sich zunächst in den Sturzflug und packen das Tier dann mit ihren langen und scharfen Krallen.

Kerstin Schröder

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