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Wismar Weizen, Raps und Gerste gedeihen gut
Mecklenburg Wismar Weizen, Raps und Gerste gedeihen gut
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04:16 24.05.2013
Rudolf Gerber vergleicht behandelte und unbehandelte Pflanzen. Quelle: Malte Behnk

Das kühle Frühjahr ist den Landwirten entgegengekommen. Sie mussten zum Beispiel beim Raps weniger spritzen als sonst und die lang anhaltende Schneeperiode hat Getreide und Feldfrüchten auch nicht geschadet — außer der Gerste in manchen Orten. Sie hat zum Teil unter der weißen Pracht Schneefäule entwickelt, gegen die nicht schon im Herbst präventiv Mittel eingesetzt werden dürfen — eine Sache, die Landwirte schon länger fordern und an der auch geforscht wird.

Das waren Themen, über die Landwirte gestern bei der Feldbesichtigung mit Klaus Horn in Neuenhagen sprachen. Er bewirtschaftet etwa 500 Hektar zwischen Dassow und Zierow. Davon zeigte er den anderen Landwirten aber nur einige Felder rund um Neuenhagen. Dort begutachteten die Bauern, wie sich Raps und Weizen auf den Feldern im Klützer Winkel in den vergangenen Wochen entwickelt haben. Dazu gab ihnen Klaus Horn Informationen über die Zugaben von mineralischem Stickstoff als Dünger und zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die werden auf die jeweiligen Umstände genau angepasst. „Wir machen gegen Pilzbefall oder Schädlinge nur ganz gezielt etwas“, betonte der Landwirtschaftliche Berater Rudolf Gerber. „Schließlich sind Pflanzenschutzmittel sehr teuer.“ 200 Euro seien schnell für eine kleine Fläche ausgegeben, da könne es sich kein Landwirt leisten, mehr zu spritzen, als notwendig — auch wenn das ein weit verbreitetes Vorurteil sei.

Zum Beispiel gegen Mehltau müsse aber vorgegangen werden, da die Pflanze sonst nicht genügend Energie aus dem Sonnenlicht ziehen kann. „Die braunen Stellen betreiben keine Photosynthese“, erklärte Gerber. Er zeigte auf einem Feld von Klaus Horn zwei Pflanzen. Eine ist in einer sogenannten Null-Parzelle gewachsen — einer Fläche im Feld, die nicht mit Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln behandelt wird. Eine wurde wie das restliche Feld gespritzt. Die unbehandelte Pflanze zeigte im unteren Bereich deutlichen Befall mit Mehltau — kleine graue Pünktchen. Einige Blätter hatten sich bereits gelb verfärbt und werden keine Energie mehr für den Wuchs und das Korn produzieren. Die andere Pflanze sah auf den ersten Blick kaum anders aus, zeigte bei genauem Hinsehen aber kaum Schädlings- oder Pilzbefall. „Solche Null-Parzellen gibt es auf jedem Feld, damit der Landwirt kontrollieren kann, welche Mittel gut wirken oder wo er welche einsparen kann“, erklärte Petra Böttcher, Geschäftsführerin beim Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg.

Sie riet den Landwirten, mehr an ihrem Image in der Öffentlichkeit arbeiten. „Egal was wir machen, wie exakt wir die Bestimmungen einhalten — es wird nie genug sein“, sprach sie zum Beispiel die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit an, wenn es um Pflanzenschutzmittel geht. „Wir müssen sagen und auch zeigen: Was wir machen ist top. Unsere Maschinen sind hoch technisiert, so dass wir extrem kontrolliert und gezielt arbeiten. Wir müssen mehr zeigen, dass wir verantwortungsvoll mit der Natur umgehen“, sagte Petra Böttcher. Dazu gehöre auch, darüber zu informieren, wie sich die Landwirtschaft heute entwickelt. „Es gibt immer noch ein verklärtes romantisches Bild aus Kinderbüchern“, warnte die Diplom- Agraringenieurin.

Eckwerte über den Anbau auf Äckern in MV
Im Landkreis Nordwestmecklenburg wird in diesem Jahr auf der Hälfte der Ackerflächen Weizen angebaut. Raps wächst auf fast einem Drittel der Felder. Den Rest belegen Mais und auf wenigen Flächen Zuckerrüben.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern wird laut Landwirtschaftsministerium in diesem Sommer Getreide von einer Gesamtfläche von 557 300 Hektar zu ernten sein. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zuckerrüben sind, wo sie noch angebaut werden, nach relativ später Saat schnell und gleichmäßig aufgelaufen. Die Zuckerrübenfläche erreicht mit 24 900 Hektar nicht den Stand des Vorjahres (26 200 Hektar).

Die warme Witterung vor Pfingsten förderte ein gleichmäßiges Auflaufen der Kartoffelbestände. Auch hier ist ein Rückgang im Anbau zu verzeichnen: Mit 11 600 Hektar liegt die Fläche um 9 Prozent unter der von 2012.

Malte Behnk

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