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Wismar Weltneuheit: einzigartiges Gerät für Herzpatienten implantiert
Mecklenburg Wismar Weltneuheit: einzigartiges Gerät für Herzpatienten implantiert
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09:40 08.03.2016

Im DRK-Krankenhaus in Grevesmühlen ist erstmals ein Defibrillator implantiert worden, „der MRT-Untersuchungen für Herzpatienten enorm vereinfacht und damit die Therapiesicherheit insgesamt verbessert“, erläutert Dr. Dirk Killermann, Chefarzt für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin in Grevesmühlen — und spricht sogar von einer Weltneuheit, die es bisher nur in Grevesmühlen und in einer Klinik in Süddeutschland gibt.

Was ist das Neue? Durch die Magnetfelder eines MRT bestand bisher die Gefahr, dass die Funktion der herkömmlichen Herzschrittmacher gestört wird. „Menschen mit Herzschwäche können so in eine prekäre Situation geraten“, weist Dr. Killermann auf die Gefahren hin. MRT-Untersuchungen bei Patienten mit Herzschrittmachern sind generell tabu. So wurden später zwar MRT-taugliche Defibrillatoren eingesetzt, doch diese Modelle müssen laut Dr. Dirk Killermann vor der MRT-Untersuchung vom Kardiologen von Hand über eine Art Fernbedienung in einen speziellen Modus mit eingeschränkter Therapiefunktion eingestellt und nach dem Körperscan wieder in ihren vorherigen Status zurückprogrammiert werden. Das ist umständlich und zeitraubend. Nicht mehr mit dem innovativen Defibrillator, der von einem Berliner Unternehmen hergestellt wurde. In einer zweistündigen Operation implantierte Dr. Dirk Killermann einem 73-Jährigen aus Klütz am 19. Februar das hochmoderne Stimulationsgerät.

„Das High-Tech-Gerät erkennt selbstständig die MRT-Umgebung, passt seine Funktion an und verringert dadurch den Zeitrahmen für eine MRT-angepasste Funktion des Defibrillators erheblich. Ebenso selbsttätig wechselt es anschließend wieder in den Normalbetrieb“, erläutert er.

Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen am DRK-Krankenhaus in Grevesmühlen nimmt einen hohen Stellenwert ein. 50 bis 70 Herzschrittmacher implantiert Dr. Dirk Killermann im Jahr. Hinzu kommen 20 Defibrillatoren. Das Vorgängermodell der Weltneuheit wird auch weiterhin implantiert, verrät der Kardiologe. „Das neue Gerät werden wir zwar gehäuft implantieren, aber nicht ausschließlich. Wir müssen auch wirtschaftlich handeln“, begründet Dr. Killermann. Die Kosten des neuen Geräts liegen im fünfstelligen Bereich und sind fast doppelt so hoch wie die des Vorgängermodells. Je nach Patient werde individuell entschieden, welcher Defibrillator eingesetzt wird. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Der 73-Jährige aus Klütz habe das neue Gerät dringend benötigt, da seine Herzschwäche mit dem Vorgängermodell nicht ausreichend behandelt werden konnte. Seine Herzleistung lag bei 17 Prozent, im Normalfall sind es 60 Prozent. Mit dem neuen Gerät könnte sie auf 30 Prozent steigen. Dazu wurde der Defibrillator unter den Brustmuskel implantiert. Die Verbindung zwischen Defibrillator und Herz erfolgt über eine Elektrode, die durch die Vene in die rechte Herzkammer geschoben wird. Nach der Implantation wird unter Narkose ein Kammerflimmern ausgelöst und der mit Batterien betriebene Defibrillator getestet.

Von Jana Franke

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