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Wismar Weltpremiere: Zum Teufel mit dem Plan
Mecklenburg Wismar Weltpremiere: Zum Teufel mit dem Plan
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00:01 05.02.2018
Zum Teufel mit dem Plan: Andreas Schielke, Jana Esperling, Ulrike Stern und Marita Krusch (von links) stecken in einer misslichen Lage fest. Andrea Thimm (ganz links) hat sie erwischt, oder umgekehrt? Quelle: Fotos: Nicole Hollatz
Wismar

„Wir wollen doch schön ehrlich bleiben.“ Was für eine schräge Komödie erlebten die Gäste im Wismarer Theater am Sonnabendabend. In der Kammerbühne war zur Premiere der Gaunerkomödie „Zum Teufel mit dem Plan“ kein Sitzplatz frei. Eine Welturaufführung, Regisseurin Katharina Waldmann genannt Seidel hat das Stück ihren „Wismarer Spielleuten“ als Laienspielgruppe auf den Leib geschrieben.

Schräge Gaunerkomödie begeistert das Publikum im Wismarer Theater

Und es passte einfach. Angefangen mit Jana Esperling (39), die mit roter Perücke eine über 50-jährige Hausfrau mimte. Ihr Bühnenmann – Andreas Schielke spielte wunderbar wütend – hatte sie und den Rest der Familie zum Banküberfall überredet. Man wolle sich nur das zurückholen, was die Bank der Familie durch den Bankencrash „gestohlen“ hatte. Der Plan war gut: Durch die Kanalisation einbrechen, schnell rein, schnell raus und glücklich sein! Aber was, wenn der Plan falsch gelesen wird und Tante Roswitha im Loch in der Kanalisation steckenbleibt? Und man auf einmal gar nicht in der Bank landet? Sondern im Supermarkt daneben, in der Spirituosenabteilung mit einer (unsichtbaren) Glasscheibe als Abtrennung zur Straße/dem Zuschauerraum? Und in einer Szene, wo längst ganz andere Verbrecher aktiv sind?

Zu viel darf natürlich noch nicht verraten werden, immerhin sind noch einige Vorstellungen angesetzt. Nur: es kommt ganz anders, als man denkt.Beispielsweise mit der Tante Roswitha, die im Loch feststeckt und die Wand als Gürtel trägt. Marita Krusch (51) spielt die behäbige Frau sehr intensiv. Und bringt die Zuschauer manches Mal zum lachen. Denn Roswitha ist in ihrer misslichen Lage nicht zu sehen, sitzt beziehungsweise klemmt hinterm Bühnenbild fest. Die Miteinbrecher sprechen so immer mit einem Stück Wand. Und die antwortet regelmäßig „Ich kann euch hören“, wenn sie über die Tante und wie man sie mit einem Wagenheber befreien könnte, debattieren. „Das Stück ist genial, Katharina hat mich gut getroffen“, lachte Marita Krusch nach der Premiere. Sie arbeitet im Callcenter, steht zum zweiten Mal bei den Wismarer Spielleuten auf der Bühne und im sechsten Jahr bei den Grevesmühlener Piraten als Statistin.

Großen Szenenapplaus heimste immer wieder Jana Esperling ein. Die dreifache Mutter und Reinigungskraft spielt die Ehefrau erst ganz brav und wunderbar herzerwärmend, fast schon naiv und fast zärtlich wies sie ihren leicht cholerischen Bühnenehemann zurecht. Bis sie wütend wurde. So richtig wütend. Was für eine schauspielerische Leistung! „Ich brauche das Schauspiel als Ausgleich und zum Stress raus lassen. Das befreit“, antwortete sie lachend auf die Frage, wie man so wütend spielen könne.

Mit Andreas Schielke – er hatte ja den Plan – konnte man fast Mitleid bekommen. Denn was macht man, wenn die Miteinbrecherinnen sich über Sonderangebote und Tratsch unterhalten, der Einbruch fast zum Kaffeekränzchen mit Wein wird? Genau, man freut sich über die Klobürste und den Korkenzieher. Beides hatten die Frauen im Supermarkt „besorgt“, um damit das Loch in der Wand zu vergrößern. „Ihr wart wunderbar, eine wunderbare Premiere einer wunderbaren Truppe“, lobte Regisseurin Katharina Waldmann genannt Seidel ihr Team nach der Premiere. Zuschauerin Elvira Wiechmann: „Das Stück ist mitten aus dem Leben gegriffen und echt toll.“

Weitere Aufführungen

Das Stück „Zum Teufel mit dem Plan“ ist weiterhin im Wismarer Theater zu sehen. Die nächste Aufführung mit der Geschichte von Familie Traubert, die ihr gesamtes Geld beim Bankencrash vor ein paar Jahre verloren hat, ist für den 7. Februar ab 19.30 Uhr geplant, eine weitere dann am 23. Februar, 19.30 Uhr.

Nicole Hollatz

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