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Wenn der Hafenpegel steigt

Wismar Wenn der Hafenpegel steigt

Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes warten und kontrollieren zwei Pegelmesser in der Wismarbucht

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Wöchentliche Kontrolle des Pegelmessers am Baumhauskai im Alten Hafen. WSA-Mitarbeiter Ralf Krulich hat das Gehäuse geöffnet und begutachtet das technische Innenleben. Fotos (4): Hans-Joachim Zeigert

Wismar. Fast geräuschlos hat die „Sturmmöwe“ dicht neben der Kogge „Wissemara“ festgemacht. Das Seezeichenschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck (WSA) kommt gerade vom Wismarer Tonnenhof, es befindet sich auf Kontrollfahrt. Sein Ziel ist unter anderem der Pegelmesser am Baumhauskai.

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Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes warten und kontrollieren zwei Pegelmesser in der Wismarbucht

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Eben noch beim Festmacher-Manöver erscheint Schiffsführer Ralf Krulich jetzt vor dem Behördenboot mit Helm, Wetterjacke und angelegtem Rettungskragen. Das ist Vorschrift bei Arbeiten an Deck oder dicht an der Kaikante. Mit einer leichten Spezialleiter positioniert sich Krulich vor dem Pegelmesser. Dann geht alles ganz fix. Mit dem Schlüssel öffnet er ein Türchen im Gehäusekopf und kontrolliert das technische Innenleben dieser behördlichen Einrichtung. Zuvor hat er noch den äußeren Lattenwert des aktuellen Hafenwasserstandes abgelesen und notiert: 5,28 Meter, das sind in diesem Moment 28 Zentimeter über dem Normal-Null-Pegel. Durch ein sogenanntes Lichtlot erhält er einen weiteren Messwert. Der wird mit dem anderen verglichen und ebenfalls protokolliert. „Keine Beanstandungen“, so Krulichs kurzes Resultat.

Wenig später heißt es schon wieder „Leinen los“. „Wir liegen gut in der Zeit und fahren deshalb auch noch den zweiten Pegelmesser im Poeler Hafen Timmendorf an“, kündigt der 50-jährige Berufsnautiker an. Früher befuhr er auf einem Handelsschiff die Weltmeere.

Auf der Inspektionsfahrt zur Insel Poel kontrolliert die dreiköpfige Besatzung den gesamten Bereich der Bundeswasserstraße auf mögliche Unregelmäßigkeiten. Beachtung findet dabei auch der Löschbetrieb von Rundholz auf der gegenüberliegenden Seehafenseite. Es kann schon mal passieren, dass ein Baumstamm im Hafenwasser landet. „So ein Schifffahrtshindernis kann bei kleinen Booten schnell zur Gefahr werden, deshalb nehmen wir dann das Treibgut gleich an Bord“, erklärt Krulich.

Durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Woche werden die beiden Pegelmesser im Rahmen der Wartungsvorgaben bei Kontrollfahrten inspiziert, gereinigt und gegebenenfalls auch repariert.

„Unabhängig davon gehen bei uns auf elektronischem Wege per Datenfernübertragung regelmäßig die Pegelstandswerte ein“, ergänzt Mario Fröhlich. Der Leiter des Wismarer WSA-Außenbezirks lässt zudem wissen, dass nicht nur bei ihm am Haffeld diese Daten abrufbar sind. „Auch der Wismarer Hafenkapitän hat in seinem Office Zugriff auf die Pegelstände. Damit kann jeder von uns mögliche Tendenzen und Entwicklungen ablesen und bei Bedarf an andere Behörden weiterleiten“, sagt Fröhlich. Außerdem weisen frühzeitig Wetterberichte mit Hochwasservorhersagen und Warnungen auf mögliche Gefahrensituationen.

Vorbeugende Maßnahmen sind im Merkblatt „Hochwasser der Hansestadt“ festgelegt. In der Regel tritt bei einem Pegelstand von 6,60 Meter, also 1,60 Meter über Normal Null, noch kein Wasser über die Kaikante.

Hans-Joachim Zeigert

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