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Wertvolle liturgische Gefäße restauriert

Proseken Wertvolle liturgische Gefäße restauriert

Pastorin in Proseken kann den Abendmahlskelch, die Patene und die Hostien-Dose bei Gottesdiensten nutzen

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Anne Hala (34) und Thomas Wurm (52) vor dem Altar der Prosekener Kirche. Die Pastorin hält den restaurierten Abendmahlskelch, der Restaurator aus Erfurt die Patene und die Hostien-Dose. Fotos (5): Norbert Wiaterek

Proseken. Freude in der Kirchengemeinde Proseken-Hohenkirchen: Drei wertvolle sakrale Geräte, „vasa sacra“ genannt, können nach einer umfassenden Schönheitskur wieder genutzt werden. Restaurator Thomas Wurm überreichte gestern einen feuervergoldeten Abendmahlskelch mit Patene (Hostienschale) aus dem Jahr 1589 und eine 1672 angefertigte Hostien-Dose an Pastorin Anne Hala.

 

OZ-Bild

Einige Objekte in den Kirchen sind sehr wertvoll, andere weniger.“Dr. Antje Heling-Grewolls, Kunstexpertin

Quelle:
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Die Res- taurierung der Gefäße zu för- dern, war eine vernünftige Entscheidung.“Wulf Kawan (65), „Kirchliches Bauen“

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Ich bin sehr zufrieden. Die drei litur- gischen Ge- fäße sehen schön aus.“Sylva Keller (52), Kirchengemeinderat

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Man muss Schäden er- kennen und beheben. Sonst werden sie größer.“Karl-Heinz Schwarz (64), Baudezernat

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Einige Objekte in den Kirchen sind sehr wertvoll, andere weniger.“Dr. Antje Heling-Grewolls, Kunstexpertin

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Die Res- taurierung der Gefäße zu för- dern, war eine vernünftige Entscheidung.“Wulf Kawan (65), „Kirchliches Bauen“

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Man muss Schäden er- kennen und beheben. Sonst werden sie größer.“Karl-Heinz Schwarz (64), Baudezernat

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Ich bin sehr zufrieden. Die drei litur- gischen Ge- fäße sehen schön aus.“Sylva Keller (52), Kirchengemeinderat

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„Der Kelch ist einmalig, außergewöhnlich, wunderbar“, schwärmte Wurm. Auf dem Trinkgefäß ist der gekreuzigte Jesus Christus mit seiner Mutter Maria und dem Lieblingsjünger Johannes dargestellt.

Umlaufende Rotuli (Ansätze) ergeben das Wort „Ihesus“, dazwischen sind Abbildungen des heiligen Georg zu sehen. Auf dem sechseckigen Fuß befinden sich Löwen, vier Evangelisten und zwei Kreuzigungsszenen, hinterlegt mit blauem Email. Wer genau hinschaut, entdeckt Pelikane. Eine Stadt- und die Meistermarke AR tauchen zweimal auf. Interessant sind auch eine Inschrift und die Jahreszahl 1648 auf dem Fuß. In diesem Jahr soll ein zweiter Stifter den eventuell einst verpfändeten oder gestohlenen Kelch mit 50 Talern ausgelöst und aus Lübeck zurück nach Proseken geholt haben.

Der oft benutzte Kelch befand sich vor der Restaurierung in einem schlechten Zustand. Wurm fand Risse mit Schmutzablagerungen, Brüche und viele Kratzer im Metall. „Die Säure im Wein hatte die Oberfläche angegriffen“, so der Experte aus Thüringen. Als er den Kelch ins Feuer legte, um Schadstoffe zu entfernen, sei lange eine grüne Flamme zu sehen gewesen.

Auf der Patene erkennt man eine Darstellung des letzten Abendmahls von Jesus und seinen Jüngern. „Die Grafik ist bestehend“, lobte Thomas Wurm. Der Erfurter wies auch auf ein Weihekreuz und die Meistermarke AR hin. „Der Kelch und die Patene, die schönste, die ich je bearbeitet habe, passen hervorragend zusammen.“

Etwas aus der Reihe fällt die Hostien-Dose mit Stifterinitialien und einem Wappen. Auf dem nur 0,3 Millimeter dünnen Blech „mit einem winzigen Hauch Gold“ sind ausgebeulte florale Ornamente zu sehen.

„Die Dose wurde liebevoll gemacht. Aber man merkt, dass das Geld knapp war“, so Wurm.

Die Restaurierung war aufwändig. Nur um die Beulen und Knicke aus der Hostienschale zu entfernen brauchte Wurm drei Wochen. Die Arbeiten kosteten insgesamt etwa 6400 Euro. Neben einem Eigenanteil der Kirchengemeinde von knapp 2000 Euro unterstützten die Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“ das Vorhaben mit 3000 Euro. Und es gab Geld aus dem Restaurierungsfonds der Nordkirche, wie Dr. Antje Heling-Grewolls, Referentin für Kunst- und Kulturgut der Nordkirche, sagte. „Die Restaurierung der Gefäße zu fördern war eine vernünftige Entscheidung“, meinte der Vorsitzende der Stiftung, Wulf Kawan. „Wichtig ist es, Partner für solche Arbeiten zu finden. Man muss Schäden erkennen und beheben. Sonst werden sie größer“, sagte Karl-Heinz Schwarz, stellvertretender Baudezernent der Nordkirche.

Pastorin Hala möchte die drei Gefäße während der Gottesdienste verwenden. Außerhalb dieser Zeit werden sie sicher in einem Panzerschrank verwahrt.

Großer ideeller Wert

750Gramm schwer , davon 25 Gramm Gold, und 22,5 Zentimeter hoch ist der Abendmahlskelch. Der Fuß hat einen Durchmesser von 16 Zentimetern.

Vergleicht man die Kaufkraft vor dem Dreißigjährigen Krieg und heute würde das Trinkgefäß jetzt etwa 400 000 Euro kosten. „Der Kelch hat aber auch einen großen ideellen Wert“, so Restaurator Thomas Wurm.

Die goldene Patene , die auf den Kelch gelegt werden kann und als Hostienschale dient, hat einen Durchmesser von 19 Zentimetern.

Norbert Wiaterek

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