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„Wir haben das Ja-Wort ernst genommen“

Wismar „Wir haben das Ja-Wort ernst genommen“

Irma und Fritz Giertz aus Wismar sind seit 60 Jahren verheiratet

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Haben sich am 2. November 1956 vor dem Altar in St. Nikolai trauen lassen: Irma und Fritz Giertz.

Quelle: Nicole Buchmann

Wismar. Schwein und Huhn vom Onkel, einem Schlachter, die Torten selbst gebacken – so verköstigten Irma und Fritz Giertz die 40 Gäste an ihrem Hochzeitstag vor 60 Jahren. Gestern feierten die beiden Wismarer diamantene Hochzeit; zunächst allein, dann mit einer Tochter, mit Glückwünschen von Stadt und Land, und dann mit vielen Fotografien in SchwarzWeiß.

Die zeigen Fritz Giertz vor dem Fuhrpark seines Vaters. Einen Betrieb, den der Großvater 1878 gründete. Für den Fritz Giertz fast seine gesamte Zeit aufbrachte. „Ich war ein Arbeitstier“, sagt der heute 82-Jährige. Bus, Taxi, selbst den Bestattungswagen fuhr er durch die Straßen der Hansestadt. Ging etwas kaputt, reparierte es der gelernte KfZ-Schlosser.

Doch als er Irma kennenlernte, teilte er sich seine Zeit anders ein. „Meine Eltern waren davon erst gar nicht begeistert“, erinnert er sich. Die zukünftigen Schwiegereltern hingegen stellten Likör auf den Tisch, Irmas Vater griff zum Akkordeon. Vier Jahre später traten Irma und Fritz vor den Altar von St. Nikolai. „Die Liebe war groß“, sagt Irma Giertz und lächelt. Dann stellt sie gelbe Chrysanthemen in die Vase. Der Senator hatte sie mitgebracht. Blumen wie in ihrem Brautstrauß vor 60 Jahren. „Wir haben das Ja-Wort ernst genommen“, sagt Fritz Giertz.

Dann stoßen sie an, die Gäste, auf das Wohl des Ehepaares, wünschen weitere frohe gemeinsame Jahre. Sie fragen nach dem Fuhrbetrieb, der Passagiere in den 30er-Jahren zwei-, dreimal im Monat nach Hamburg brachte – auf Voranmeldung. „Hamburg war damals die Hauptstadt Mecklenburgs, alles Geschäftliche wurde dort geregelt“, erzählt Fritz Giertz. Sie fragen nach dem Haus, in dem das Paar noch heute wohnt. Das Haus von Fritz Giertz’ Eltern. „Wenn ’89 nicht gekommen wäre, hätte ich es wohl weggegeben.“ Wohneigentum mit Mietern, auf die sie keinen Einfluss hatten, weil die kommunale Wohnungsverwaltung entschied, wer einzog und die Miete zahlt. 25 Mark im Monat, von denen nicht einmal das Setzen eines neuen Ofens bezahlt werden konnte damals.

Morgen dann wird es eine weitere Feier geben. 30 Gäste sind dieses Mal geladen in ein Lokal am Wismarer Marktplatz. Zu Musik und Tanz. Zu einem Büfett, das die Köche ganz allein und ohne Mitbringsel von Ehepaar Giertz zaubern.

Nicole Buchmann

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