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Wirtschaft blickt froh in die Zukunft

Wismar Wirtschaft blickt froh in die Zukunft

Mehr Aufträge, höhere Umsätze - viele Unternehmen in Wismar und Nordwestmecklenburg entwickeln sich gut. Doch auf dem Neujahrstreffen der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft wurden auch die größten Probleme benannt.

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Landrätin Kerstin Weiss (SPD), der Vorsitzende der WWG, Wieland Kirchner und Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) haben in diesem Jahr Glück. Das jedenfalls offenbarten die Kekse, die beim Neujahrstreffen auf den Tischen lagen.

Quelle: Nicole Buchmann

Wismar. Wismars Wirtschaft boomt. Das war die zentrale Aussage auf dem Neujahrstreffen der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft (WWG) gestern Vormittag. Keine Neuigkeit, aber eine Nachricht, die es weder den Firmen noch der Stadtgesellschaft erlaube, die Hände in den Schoß zu legen, glaubt man dem Vorsitzenden der WWG, Wieland Kirchner.

Kirchner sprach von einem Konjunkturhoch in Westmecklenburg, davon, dass Wismar und Nordwestmecklenburg zu den umsatzstärksten Regionen nach Rostock zählen in Mecklenburg-Vorpommern. Unter den 72 Unternehmen im Land, die jährlich mehr als 50 Millionen Euro umsetzen, kommen demzufolge allein sechs aus der Region.

Viele Unternehmensnachfolgen sind ungeklärt

Kirchner sprach aber auch von Hemmnissen: von zu hohen Steuern und Abgaben, von hohen Energiekosten und fehlender Flexibilität im Tarif- und Arbeitsrecht. Vor allem aber der Mangel an Nachwuchs sei ein weiter wachsendes Problem. „10 000 Unternehmensnachfolger werden in den kommenden Jahren allein in Westmecklenburg gesucht.“

Kritik äußerte Kirchner am Einzelhandel in Wismar. Der habe die Zeichen der Zeit wohl noch nicht vollständig verstanden, wenn sich Ketten und Händler dagegen sträubten, ihre Geschäfte etwa beim Schwedenfest oder anderen Höhepunkten zu öffnen. Verwundert zeigte sich Kirchner aber auch über die eigenen Mitglieder. „Dank der Digitalisierung werden wir in naher Zukunft Techniken erleben, entwickeln und einsetzen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.“ Dass die Resonanz auf Vorträge beispielsweise über Sicherheit im Internet nur gering ist, könne er schon deshalb nicht verstehen.

Weiss: „Boom strahlt ins ganze Land aus“

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) stimmte indes ein in die positiven Aussichten. Die Entwicklung zeige nach oben, und sie gehe davon aus, dass der Boom in Nordwestmecklenburg ins Land ausstrahle. Der Landkreis wolle seinen Beitrag dazu leisten - etwa mit einer neu aufgestellten Wirtschaftsförderungsgesellschaft oder dem Welcome-Service-Center, so Weiss. Voraussichtlich Ende Februar sollen die Verträge unterschrieben werden, die eine Breitbandversorgung auch auf dem Land ermöglichen. Die Ämter Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Lübstorf und Rehna seien die ersten.

Wie auf diesen wirtschaftlichen Aufschwung reagieren, damit er anhält? Diese Frage warf Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) in den Raum. Mit neuen Gewerbe- und Wohngebieten, Schulen und Kitas, neuen Straßen, gab er selbst die Antwort. „Wir sind darauf angewiesen, dass mehr Menschen zu uns kommen. Willkommenskultur wurde zumeist im Zusammenhang mit Flüchtlingen verwendet. Aber sie ist eine grundsätzliche Haltung, die noch viel mehr gefragt sein wird“, sagte Beyer.

Auch Kirchner warb um gegenseitiges Verständnis und Gemeinschaftssinn. Die anstehenden infrastrukturellen Großmaßnahmen in der Stadt seien nur so zu meistern.

Nicole Buchmann

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