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Abenteuer Turmbaustelle: Neue Steine für St. Nikolai

Wismar Abenteuer Turmbaustelle: Neue Steine für St. Nikolai

12 der 56 Gewölbe im Kirchenschiff werden zudem saniert

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Abenteuer Turmbaustelle St. Nikolai: Vom Inneren des Turms hinaus aufs Gerüst bis unters Dach. Für die Bauarbeiter Alltag – für alle anderen ein Erlebnis.

Wismar. Rost – auf einen Millimeter Eisen kommen zehn Millimeter Rost. Thomas Junggebauer zeigt auf einen Eisenanker am Turm von St. Nikolai. In 60 Metern Höhe ist er herausgebrochen. 600 Jahre alt – fast so alt wie die Kirche selbst. „Die halten länger als die von vor 300 Jahren“, sagt Junggebauer. Im Mittelalter sei noch besserer Stahl verarbeitet worden – unterm Schmiedehammer. Nicht, wie später, industriell.

OZ-Bild

12 der 56 Gewölbe im Kirchenschiff werden zudem saniert

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Mehr als 50 solcher Anker halten das Gemäuer des Turms. Der Rost frisst sich in die Steine. „Das ist wie Dynamit, sprengt alles“, sagt Junggebauer. Freilegen, entrosten, Abgebrochenes anschweißen, konservieren, einmauern – so sollen die Anker in den kommenden Monaten nach und nach erneuert werden. Für die Fugen zwischen den Steinen benutzen die Maurer historischen Kalkmörtel. 32 Wochen braucht der, bis er gebunden, also ausgehärtet ist.

„Das ist das Spannende beim Sanieren von Kirchen“, sagt Projektleiter Kristian Fleischhack. Die alte Bautechnik in die neue Zeit zu transportieren. Im Turm steht er vor einem Lastenrad. Zwei Mann konnten darin zwei Tonnen in die Höhe befördern. „Das war das Vorbild für das Rad in St. Marien“, weiß Junggebauer. Doch bis sich dieses Rad wieder dreht, müssen Verstrebungen und Planken komplett erneuert werden.

Die gut 1,3 Millionen Euro, die derzeit für die Sanierung von St. Nikolai zur Verfügung stehen, fließen zunächst aber in Turm und Gewölbe. 800 000 Euro steuert der Bund bei; 533 000 Euro bringt die Kirchengemeinde als Eigenmittel auf. Darauf hatten sich Kirche und Stadt geeinigt, als das Gebäude nach der Wende in den Besitz Wismars überging.

Inzwischen ist auch von den reich verzierten Kirchengewölben so mancher Putz zu Boden gerieselt. An zwölf der Gewölbe haben Zeit und Salz besonders genagt. Der undichte Dachstuhl ließ Wasser hindurch, das wiederum löste Ziegel und Verfugungen. Die Malereien sollen restauriert werden. „Dass die das damals ohne Statik errichtet haben, ist faszinierend“, sagt Fleischhack und blickt hinauf zur Kuppel. Dass diese Gebäude länger als 600 Jahre halten und auch heute noch erhalten werden, ist für Fleischhack nicht selbstverständlich.

Ein Professor einer amerikanischen Uni habe mal zu ihm gesagt, die Deutschen seien reichlich bescheuert, dass sie Häuser bauen, die 80 Jahre halten. Damit nähme man der Baubranche die Arbeit. „In der Hansestadt Wismar werden Werte bewahrt – materielle und immaterielle“, sagt der Bauingenieur. Dort werde Denkmalschutz gelebt.

Nicole Buchmann

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