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Beiboote aus Neuburg für Schiffe in aller Welt

Neuburg Beiboote aus Neuburg für Schiffe in aller Welt

Klein, aber fein - in einer ehemaligen Kartoffellagerhalle baut Martin Zawadzinski Kunststoffboote. Und die kommen nicht nur auf dem Wasser zum Einsatz.

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Aus Kunststoff baut Martin Zawadzinski in Neuburg Beiboote, die sowohl gerudert als auch gesegelt werden können.

Quelle: Nicole Buchmann

Neuburg. Martin Zawadzinski klappt einen Stuhl auseinander und bittet, Platz zu nehmen in einer der ehemaligen Kartoffelhallen in Neuburg. Glasfaser hängt auf Rollen an der einen Seite der Halle. An der anderen liegt in kleinen Kisten Werkzeug. Auf zwei Böcken lagert ein Boot - fertig in der Form. Innenausbau, Beschläge - das alles liegt noch vor dem Bootsbauer.

2011 hat Zawadzinski die Werft übernommen, die 1968 in Ratzeburg gegründet worden war, und in der ehemaligen Kartoffelhalle neu eröffnet. Auf Kunststoffboote ist er spezialisiert - die Beiboote sind in Kanada, Kenia, Österreich oder den Niederlanden im Einsatz. Zumeist auf größeren Yachten und für Weltumsegler. „Hunde müssen mit und der Einkauf“, sagt Zawadzinski und grient.

„Mein Vater war Fischer; da bin ich schon als kleiner Junge auf dem Kutter mitgefahren - Boote haben mich schon immer fasziniert“, erzählt er. Kein Wunder also, dass er offene Ohren hat für die Idee eines Flugzeugingenieurs, der einen Trimaran für Rollstuhlfahrer entworfen hat. Gemeinsam tüfteln sie an einem ersten Prototypen - wenige Jahre später geht der „Combi tri“ in Serie. Und die Tüftler bekommen den Innovationspreis beim Landeswettbewerb „Barrierefreier Urlaub“.

Urlaub - drei Mal hat Zawadzinski es in diesem Jahr selbst aufs Boot geschafft. Sein Schiff - ein restauriertes Kunststoffboot. „Die wussten noch, wie man Boote baut - die haben das nicht mit dem Computer gemacht, sondern mit Gefühl“, sagt Zawadzinski und schiebt ein gelbes Stoffbändchen hinunter zum Handgelenk - Wacken 2017.Die langen Haare trägt Zawadzinski zum Zopf, ebenso wie den Kinnbart. Ihm wohnt - wie so vielen Seglern - die Sehnsucht nach der Weite inne. Ein Mal um die Welt? „Nee - ein Mal um die Ostsee“, sagt er. Das sei realistisch. In vier Jahren etwa wolle er los.

So lange wird Zawadzinski wohl noch ein paar Mal mit der Stimme von „Alf“ telefonieren. Tommi Piper gehört zu seinen treuen Auftraggebern. „Wenn Du den am Hörer hast - geil, einfach nur geil ist das.“ Zawadzinski Boote hängen aber auch in Supermärkten als Deko an der Decke oder dienen als Requisite in der Krimiserie „Cobra 11“.

Auf Messen präsentiert er den Trimaran und seine individuellen Beiboote. Selbst die Frauen seien begeistert. „Ach, ist das klein und süß“, höre er immer wieder, wenn die Männer ihre Angel-, Ruder- oder Segelboote abholen. „Das ist, was Boote bauen ausmacht - da sparen manche lange für und freuen sich dann beim Abholen um so mehr.“

Dann erzählt Zawadzinski von einem Kunden aus Köln. Eisblau wollte der sein Boot. Drei Mal rührt der Bootsbauer die Farbe an und schickt ein Foto. Drei Mal liegt er falsch. Der Kunde reist an, und gemeinsam treffen sie den richtigen Farbton.Experimentierfreudig ist Zawadzinski geblieben. Das nächste Projekt: ein Schiff nur aus Carbon. „Wunderbar leicht“, schwärmt er.

Nicole Buchmann

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