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Bilanz vom Wochenende: Zwei Nobelkarossen verschwunden

Boltenhagen/Grevesmühlen Bilanz vom Wochenende: Zwei Nobelkarossen verschwunden

Unbekannte haben in Boltenhagen zwei Audi Q 7 gestohlen / In Grevesmühlen wurden von zwei Gräbern schmiedeeiserne Ketten und Tore entwendet

Boltenhagen/Grevesmühlen. Hektisches Wochenende für die Polizei in Grevesmühlen: Im Ostseebad Boltenhagen verschwanden innerhalb weniger Stunden zwei hochwertige Luxus-Geländewagen, in Grevesmühlen waren Metalldiebe am Werk. Hinweise auf die Täter gibt es bislang noch nicht. Fest steht nur: Hier waren offenbar Profis am Werk.

In Boltenhagen wurden zwischen dem 12. und dem 15. April zwei Audi Q7 gestohlen. Ein schwarzes Modell der hochwertigen Geländewagen war auf dem öffentlichen Parkplatz vor einem Wohnhaus an der Kastanienallee abgestellt. Er verschwand in der Nacht vom 13. zum 14. April. Ein brauner Q7 parkte seit dem 12. April auf dem Gelände einer Klinik an der Ostseeallee.

Bislang gibt es keine Hinweise auf den oder die Autodiebe. Zeugen, die eventuell den Diebstahl beobachtet haben, werden gebeten, sich an die Polizei in Grevesmühlen zu wenden. Nach Informationen der Polizei dürfte es sich um Profis gehandelt haben, da die modernen Geländewagen mit allerlei Sicherheitstechnik ausgestattet sind. Dennoch sei es empfehlenswert, einen Diebstahl so schwierig wie möglich zu machen, sagt Nancy Schönenberg, Sprecherin der Polizeiinspektion in Wismar. „Es empfiehlt sich, zusätzlich mechanische Sicherungen am Lenkrad oder den Pedalen anzubringen, eine Alarmanlage oder auch einen GPS-Tracker zu installieren“, sagt sie. Mit letzterem Gerät ließe sich das teure Auto eventuell orten.

Isabel Wenzel, Sprecherin im Polizeipräsidium Rostock, berichtet, dass Audi Q7 inzwischen „scheinbar beliebt“ bei Autodieben werden. „Im vergangenen Jahr wurden im Bereich unseres Präsidiums vier dieser Geländewagen gestohlen. Mit den beiden aus Boltenhagen sind es in diesem Jahr schon drei“, sagt sie.

Ein weiterer Tatort an diesem Wochenende war der evangelisch-lutherische Friedhof in Grevesmühlen. Dort entwendeten Unbekannte an den zwei ältesten Grabstellen gusseiserne Eingangstore sowie zwölf handgeschmiedete Ketten. Am Montagmorgen stellten Mitarbeiter den Diebstahl fest. „Wir waren geschockt. Es ist einfach pietätlos, sich an Gräbern zu vergehen“, zeigt sich Friedhofsverwalterin Manuela Luckow entsetzt. Zwar seien zuvor schon Blumen oder Gefäße auf dem Gelände abhanden gekommen, einen Vorfall in diesem Ausmaß hätte es in der Vergangenheit aber noch nicht gegeben.

Betroffen waren die mehr als 100 Jahre alten Grabstellen der Familien Callies und Paust, die unter Denkmalschutz stehen. Hier wurden jeweils die zwei Flügeltüren der Eingangstore entfernt. Keine Herkules-Aufgabe, wie Hermann Jancker, ebenfalls Friedhofsverwalter, erzählt: „Es könnte ein Einzeltäter gewesen sein. Eine Flügeltür wiegt nur etwa 20 Kilogramm.“ Für ihn ist klar, dass die Dinge gezielt gestohlen wurden. Seine Vermutung: „Für den Eigenbedarf oder um sie auf Antikmärkten zu verkaufen.“

Zudem ließen der oder die Täter zwölf handgeschmiedete Eisenketten mitgehen, die jeweils rund zehn Kilogramm wiegen. Sie dienten an den Grabstellen zur Abgrenzung. Der Schaden dürfte sich laut Polizei im fünfstelligen Bereich bewegen. Versichert sind die gestohlenen Objekte nicht. „Es ist ein enormer Verlust, weil die Dinge unwiederbringlich sind. Sie haben vor allem einen historischen und kulturellen Wert“, betonte Luckow. Die Metallarbeiten stammen aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Sie in der damaligen Art und Weise neu herstellen zu lassen, würde viel Geld kosten.

„Doch besonders groß ist der Schaden für die Hinterbliebenen“, merkte Manuela Luckow an.

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Diebstahls und Störung der Totenruhe aufgenommen. Doch wer hinter der Tat steckt, ist bislang noch völlig unklar. Darum bittet die Polizei auch hier, sachdienliche Hinweise an die Dienststelle in Grevesmühlen zu melden. Die Friedhofsverwaltung hofft, dass die Täter das schlechte Gewissen plagt. „Wir wären glücklich, wenn derjenige oder diejenigen die Dinge einfach zurückbringen würden“, sagt Manuela Luckow.

Polizeidienststelle Grevesmühlen:

☎ 038 81 / 7200

Von Malte Behnk und Daniel Heidmann

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