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Bund gibt über 117 Millionen Euro für den Breitbandausbau

Wismar/Grevesmühlen Bund gibt über 117 Millionen Euro für den Breitbandausbau

Schnelles Internet soll im Nordwestkreis flächendeckend ausgebaut werden / Gegenwärtig wird die Ausschreibung für die Telekommunikationsfirmen vorbereitet

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Bauingenieur Stephan Peters kommt von seinem Büro in Moor bei Damshagen lediglich via Satellit ins Internet.

Quelle: Fotos: Cornelia Roxin, Privat

Wismar/Grevesmühlen. Die Gigabit-Offensive des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ist nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch in Nordwestmecklenburg angekommen. Insgesamt rund 117,2 Millionen Euro Bundesmittel sind es, die in diesem Jahr für den Breitbandausbau im Landkreis bewilligt worden sind. „Damit ist in den unterversorgten Gebieten des Landkreises flächendeckend der Ausbau des schnellen Internets mit 50 Mbit gesichert“, betonte Landrätin Kerstin Weiss (SPD) unmittelbar nach dem Erhalt des jüngsten Bescheides in der Vorwoche. Dieser war über 76,2 Millionen Euro ausgestellt worden.

Das dürfte Musik in den Ohren von Stephan Peters sein. Der Bauingenieur, der sein Büro von Moor – einem kleinen Ort in der Gemeinde Damshagen – aus betreibt, kann aufs Internet nämlich nur via Satellit zurückgreifen und das ist für ihn „richtig teuer“. Der 59-Jährige muss mehr als das Doppelte von dem bezahlen, was er für einen vergleichbaren, aber schnelleren Anschluss in Klütz löhnt, wo er mit Tochter und Schwiegersohn das Café Miluh in der Alten Molkerei betreibt. „Das ist der Preis der Freiheit“, sagt er bezogen auf sein idyllisch gelegenes Haus am Waldrand.

Bei schlechtem Wetter oder Gewitter fällt das Internet dort gänzlich aus und wenn schlimmer Sturm herrsche, verdrehe es Stephan Peters auch noch die Satellitenschüssel und nichts geht mehr. Seine Tochter, die im Nachbarhaus wohnt, habe ob der hohen Kosten auf die Schüssel verzichtet.

Frohe Kunde also, die da aus der Hanse- und Kreisstadt Wismar auch nach Moor dringt. Doch wie lange gilt es nun für Stephan Peters und all die anderen nicht mit schnellem Internet ausgestatteten Unternehmer oder Privatpersonen zu warten, bis Vollzug gemeldet ist? „Da bin ich dann ja wohl Rentner“, vermutet Peters.

„Wir sind dabei, die Ausschreibung für die ersten drei Projektgebiete vorzubereiten“, erklärt Marie-Luise Kiepura. Die Breitbandkoordinatorin beim Landkreis vertieft: „Dabei handelt es sich um Teilbereiche der Ämter Rehna, Lützow-Lübstorf und Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen. Das sind die Flächen im Landkreis, die am wenigsten versorgt sind.“ Trotz der aufwendigen Recherche im Vorfeld, die die Gegebenheiten in den Ämtern bis hin zu geplanten Betriebsansiedlungen erfassen soll, geht die 27-Jährige davon aus, dass noch in diesem Jahr ausgeschrieben wird. Heißt:

Telekommunikationsunternehmen können sich bewerben. Sie schreiben ihrerseits dann die Bauleistungen aus und müssen die Netze nach Fertigstellung die nächsten sieben Jahre lang auch betreiben.

Ziel sei die Fertigstellung in 2018.

Selbst wenn der Landkreis auch bestrebt ist, die nächsten der noch ausstehenden elf Projektgebiete so schnell wie möglich auszuschreiben, möchte Marie-Luise Kiepura noch keine weiteren Zeiträume benennen. Es gäbe auch keine Rang- und Reihenfolge. So viel steht fest, Moor in der Gemeinde Damshagen gehört mit der Stadt Dassow und den Bereichen Roggenstorf und Kalkhorst zum Projektgebiet 9.

Und Stephan Peters am Waldrand bekommt auch schnelles Internet? So sei es grundsätzlich angedacht, egal auf Basis welcher Technologie. „Wir schreiben technologieneutral aus“, erklärt die Breitbandkoordinatorin. Das Geld reiche nicht aus, um im gesamten Kreisgebiet Glasfaserkabel zu verlegen. Es werde auf einen Technologiemix hinauslaufen.

Bundesprogramm und Regionalkonferenz

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat für den flächendeckenden Breitbandausbau ein Förderprogramm aufgelegt. Es richtet sich an Kommunen und Landkreise. Mit dem Förderbetrag können sie die Wirtschaftlichkeitslücke von Investitionen schließen, die sich bei den Telekommunikationsunternehmen ergeben, wenn diese ein Breitbandnetz in unterversorgten Gebieten errichten. Im Juli sind so rund 41 Millionen Euro Bundesmittel für drei Fördergebiete in den Nordwestkreis geflossen, Ende August gut 76 Millionen Euro für elf Gebiete. Um den Ausbau umzusetzen, der für Privathaushalte 50 Mbit/s und 100 Mbit/s bei symmetrischer Anbindung für Gewerbetreibende vorsieht, fließen in M-V auch Landesmittel über das Energie- sowie das Innenministerium in mehrfacher Millionenhöhe.

Eine Regionalkonferenz zum Thema findet am Dienstag, dem 13. September, ab 16 Uhr im Kreistagssaal der Grevesmühlener Malzfabrik statt. Fachleute geben Auskunft.

Cornelia Roxin

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