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DDR-Charme in der Mosterei Reinstorf

Reinstorf DDR-Charme in der Mosterei Reinstorf

Hans-Edgar Gehring betreibt die Lohnmosterei seit 30 Jahren / In den Monaten September und Oktober verarbeitet er 40 000 Tonnen Äpfel zu Direktsaft

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Norbert Kowanski fährt seit 20 Jahren seine Äpfel von Brüel in die Mosterei nach Reinstorf. Für die 60-Kilo-Lieferung bekommt er 54 Flaschen Direktsaft, die er sich nach Bedarf abholen kann. Fotos (3): Vanessa Kopp

Reinstorf. „In diesem Jahr sind die Äpfel klein.“ „Hmm. Und früh dran.“ Smalltalk in der Mosterei. Seit 20 Jahren fährt Norbert Kowanski seine Apfelernte aus Brüel nach Reinstorf bei Zurow in die Lohnmosterei von Hans-Edgar Gehring. 60 Kilo lädt der Rentner aus seinem Kofferraum. Dafür bekommt er 54 Flaschen Saft, die er sich je nach Bedarf abholen kann. „Meine Kinder haben sich schon so daran gewöhnt. Das hat sich bei uns eingebürgert, dass ich im September die Ernte zur Mosterei bringe“, erzählt Kowanski, während er die Apfelsäcke in den Container hievt.

OZ-Bild

Hans-Edgar Gehring betreibt die Lohnmosterei seit 30 Jahren / In den Monaten September und Oktober verarbeitet er 40 000 Tonnen Äpfel zu Direktsaft

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Derzeit im Trend liegt der naturtrübe Apfelsaft.“Hans-Edgar Gehring

betreibt die Mosterei Reinstorf

Maximal ein bis zwei Tage lagern die Früchte dort, bevor Mosterei-Betreiber Gehring sie zu Saft verarbeitet. Zweimal die Woche wird die Presse – die mit 80 Tonnen Druck die Flüssigkeit aus den Äpfeln presst – angeworfen.

Vor 30 Jahren ist der 65-Jährige in das Saft-Gewerbe eingestiegen. „Eigentlich bin ich Diplom-Maschinenbauer“, erzählt der Rentner. Die Mosterei ist mittlerweile sein Nebenerwerb. Unterstützung bekommt er aus der Familie und von einigen befreundeten Rentnern. „Das Fachwissen habe ich mir angeeignet und bei anderen Kollegen abgeguckt“, erklärt er. „Zu DDR-Zeiten gab es einen guten Austausch unter den Mostereien. Ohne Konkurrenzdenken.“

In den Monaten September und Oktober produziert seine Mosterei Direktsaft aus rund 40 000 Tonnen Äpfeln. „Einige der Früchte verschneiden wir mit anderen Obstsorten, die ich dann zukaufe. Zum Beispiel Kirschen oder Orangen“, sagt Gehring. Derzeit im Trend liege naturtrüber Apfelsaft, beobachtet der Experte. „Viele meiner Kunden sind junge Familien, die bereits als Kind mit ihren Eltern bei uns Saft geholt haben. Da werden bei vielen Erinnerungen wach.“

Die Mosterei setzt auf Altbewährtes: „Meine Maschinen stammen fast alle noch aus DDR-Zeiten“, erzählt Gehring. Und auch im Lager scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Auf den Holzkisten, in denen die Flaschen lagern, ist noch die DDR-typische Abkürzung OGS – Obst, Gemüse, Speisekartoffeln – zu erkennen. „Ich habe meinen Saft all die Jahre in Glasflaschen abfüllt“, betont Gehring.

„Das ist besser für den Geschmack, die Haltbarkeit und natürlich die Umwelt.“ Gründe, die Glasflaschen heutzutage auch wieder beliebter machen. „Nach der Wende wurde viel ausprobiert. Auch bei den Saftsorten. Je exotischer, desto besser. Heute besinnen sich viele wieder auf das Ursprüngliche zurück“, sagt Gehring. Er blieb dem klassischen Apfelsaft stets treu.

Wie auch dem Tomatensaft, der immer im August hergestellt wird. „In der DDR bin ich damit beauftragt worden. Die Anlage dafür habe ich selbst gebaut, da Tomaten sensibler behandelt werden müssen als Äpfel.“ Die nötigen Informationen zur Gemüsesaftproduktion hat er sich von seiner Großmutter geholt.

Öffnungszeiten

Lohnmosterei Reinstorf (Hauptstraße 1): Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Sonnabend von 9 bis 12 Uhr.

☎ 03 84 22/2 04 56

Alternativen im Umkreis

Alte Molkerei Klütz (Lübecker Str. 3): Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr; ab Oktober Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

☎ 03 88 25/37 12 66

Möckelmost (Dorfstraße 5, 23923 Lübseerhagen): Montag, Donnerstag, Sonnabend von 13 bis 18 Uhr.

☎ 03 88 28/2 08 96

Satower Mosterei, Annahmestelle Wismar (Gewerbegebiet Karow): seit gestern bis 28. Oktober montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr.

Vanessa Kopp

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In Lübseerhagen und in Klütz können Äpfel und Birnen abgegeben werden / Direktsaft aus eigenen Früchten gibt es auch

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