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Ehemalige Schiffbauerlehrlinge begehen 60. Berufsjubiläum

Wismar Ehemalige Schiffbauerlehrlinge begehen 60. Berufsjubiläum

Seit zehn Jahren kommen sie aus allen Teilen Deutschlands nach Wismar

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Haben vor 60 Jahren ihren Abschluss als Schiffbauer auf der Wismarer Werft gemacht (v. l.): Werner Beckert, Klaus Krüger, Wolfgang Kube, Peter Jahnke, Erhard Heymann, Manfred Schulz und Winfried Oldenburg – hier im Kirchdorfer Hafen – treffen sich einmal im Jahr.

Quelle: Foto: Haike Werfel

Wismar. Vor etwa zehn Jahren machte sich Winfried Oldenburg aus Wismar gemeinsam mit einem früheren Schiffbauer aus Rostock auf die Suche nach 30 ehemaligen Mitstreitern in der Berufsausbildung. „Nach der Lehre waren sie in alle Winde verstreut. Zehn haben wir wiedergefunden“, erzählt der 77-Jährige. Seitdem treffen sich die ehemaligen Schiffbauerlehrlinge einmal im Jahr im Mai oder Juni in Wismar. Inzwischen sind es nur noch sieben.

Die heute 77- bis 82-Jährigen begingen jetzt ihr 60. Berufsjubiläum. Aus Wolgast kam Werner Beckert, aus Hamburg Wolfgang Kube, aus Sternberg Peter Jahnke. Die längste Anreise haben jedes Jahr Erhard Heymann aus Augsburg in Bayern und Manfred Schulz aus Halmstad in Südschweden. Außer Winfried Oldenburg ist noch Klaus Krüger in Wismar geblieben.

Im Februar 1957 hatten sie nach zweieinhalbjähriger Lehre ihren Gesellenbrief als Stahlschiffbauer auf der damaligen Mathias-Thesen-Werft (MTW) erhalten. „Wir waren insgesamt neunzig Lehrlinge in drei Lehrgruppen“, berichtet Klaus Krüger (82). Einige blieben als Facharbeiter auf der Werft, andere haben nach der Lehre studiert, zum Beispiel Schiffbau oder Schiffstechnik. Manch einer ging nach Westdeutschland wie Manfred Schulz. „Ich wollte unbedingt zur See fahren. Das ging in der DDR nicht.“ So wurde er Marine-Ingenieur. Nach 30 Jahren auf See war er als Sicherheitsinspektor in einer Offshore-Reederei tätig. Bereits 1961 zog er nach Schweden. Auch Erhard Heymann wechselte die Branche. Er ging zur Bundeswehr, wurde Pilot und später Pilotenausbilder. Noch heute ist der 79-Jährige berufstätig – als Versicherungsmakler.

Einig sind sich alle: Sie haben eine sehr gute Ausbildung auf der Wismarer Werft gehabt. Ihre Lehrmeister kamen nach dem Krieg von der Stettiner Werft. „Wir haben hier Basiswissen erhalten, lernten schweißen und brennschneiden, hatten eine Grundausbildung in der Schmiede und technisches Zeichnen. Auch Holz- und Schnürbodenarbeiten haben wir gemacht“, zählen die Männer auf. „Das heißt, in der alten Werfthalle wurde auf dem Dielenboden das Schiff im Maßstab 1:1 aufgerissen“, erläutert Klaus Krüger. Und erzählt: „Mein Sohn ist auch Schiffbauer geworden. Er musste mal eine Zeichnung für einen Schlosser in Bayern anfertigen. Der hat gestaunt und gemeint: Das kann heute keiner mehr.“

Die Schiffbauerlehrlinge waren im Wohnheim gegenüber vom damaligen „Bernittenhof“ untergebracht, hinter der großen Sporthalle an der Bürgermeister-HauptStraße. „Wir waren die ersten, die im November 1954 einzogen“, berichten die Männer. „Wenn wir zum Tanz in die ,Sonne’ wollten, mussten wir auf einem unbefestigten Weg an den Gärten entlang. Damit die Schuhe nicht dreckig wurden, haben wir uns Tonnenbretter untergeschnallt“, erzählen sie lachend. Zum Biertrinken ging’s in den „Alten Schweden“, damals eine Kneipe. Ihre Sturm-und-DrangZeit haben sie im „Wallgarten“ verbracht.

Jedes Jahr schwelgen die Männer in Erinnerungen. Die Auswärtigen staunen, dass sich Wismar „gewaltig verändert“ hat, „wie die Werft und der Hafen jetzt aussehen“. Auch deshalb wollen sie einmal im Jahr hier und nirgendwo anders zusammenkommen. Es sei „wohltuend, dass die sakralen Bauten wiedererrichtet wurden“, loben sie, und dass man das Kirchenschiff von St. Marien erkennen kann.

Politischer Talk mit Minister und Bürgermeister

Aus Anlass des 65-jährigen Bestehens lädt die OSTSEE-ZEITUNG zu einem Polit-Talk ein. Das Thema: „Wie verändert der Bau von Kreuzfahrtschiffen die Stadt?“. Darüber diskutiert OZ-Chefredakteur Andreas Ebel nächsten Donnerstag mit prominenten Gästen.

Zugesagt haben der Wirtschaftsminister von MV, Harry Glawe (CDU), Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) und Stefan Sprunk, Unternehmenssprecher von MV Werften. Die Veranstaltung findet ab 18 Uhr im Wismarer OZ-Verlagshaus in der Mecklenburger Straße 28. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Anfang 2018 startet die Unternehmensgruppe MV Werften mit dem Bau riesiger Kreuzfahrtschiffe. Dadurch wird sich der Lieferverkehr in der Stadt deutlich erhöhen. Zudem soll der Personalbestand erhöht werden, wodurch vermutlich mehr Wohnungen, Kita-Plätze und Parkraum in Wismar benötigt werden. Über all das wird während des Polit-Talks gesprochen.

Haike Werfel

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