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Gebühr sorgt für Ärger bei Händlern

Wismar Gebühr sorgt für Ärger bei Händlern

180 Euro im Jahr: Auslegen von Werbeflyern in der Wismarer Tourist-Info kostet künftig Geld

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Martina Fritz will in ihrem Fahrradladen die Möglichkeit bieten, kostenlos Flyer auszulegen. Fotos(4): Nicole Buchmann

Wismar. . Ende Mai hat die Bürgerschaft der Hansestadt beschlossen, dass Werbung in der Tourist-Information künftig Geld kostet. Händler und Hoteliers reagieren unterschiedlich. Martina Fritz, die in der Altstadt einen Fahrradverleih betreibt, ist unzufrieden. „Ich werde dafür nicht bezahlen.“ Rein rechnerisch sei das für sie eine Nullnummer. „Unser Hauptgeschäft ist der Verkauf, der Verleih läuft nebenbei, und deshalb lohnt sich das nicht“, sagt Fritz.

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180 Euro im Jahr: Auslegen von Werbeflyern in der Wismarer Tourist-Info kostet künftig Geld

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Gebühren für Werbung

Die Gebühren für das Auslegen der Werbeflyer in städtischen Einrichtungen sind unterschiedlich. Aufgeführt sind die jährlichen Kosten für das Auslegen von Flyern. Monatliche Staffelungen sind möglich.

Wismar: 180 Euro

Stralsund: 120 Euro

Rostock: individuelle Verträge

Goslar: 360 Euro

Lübeck: 180 Euro

180 Euro pro Jahr kostet es einen Händler oder Gewerbetreibenden vom 1. Juli an, seine Werbeflyer in der Lübschen Straße auszulegen. Kürzere Zeiträume sind möglich. Ein einziger Monat kostet 25 Euro.

Die Verwaltung hat sich bei der Höhe der Gebühren an Städten wie Goslar, Lübeck und Stralsund orientiert. Für die Chefin der Tourist-Information sind sie auch gerechtfertigt. Auslegen, nachfüllen und vor allem gezielt empfehlen, zählt Sibylle Donath die Leistungen auf, die damit verbunden sind. Zudem bestücken die Mitarbeiter in der Hochsaison täglich bis zu 30 Briefumschläge mit Flyern von Angeboten, nach denen Reiseveranstalter oder Privatpersonen fragen. „Das ist ja nicht nur eine Regalmiete – es ist Empfehlungsmarketing. Wenn uns ein Gast fragt, wo er am besten dies oder jenes tun kann, wählen wir für ihn gezielt den Flyer aus und geben Informationen – und die Urlauber vertrauen unserer Empfehlung“, sagt Sibylle Donath.

Eine Argumentation, der Martina Fritz nur bedingt folgen will. „Fünf Euro im Monat – das fände ich in Ordnung. Aber so – nein.“ Stattdessen sucht sie nach einer anderen Lösung: 34 Plexiglaskästchen sollen demnächst in ihrem Laden hängen – als Möglichkeit für Gewerbetreibende, dort kostenlos ihre Flyer auszulegen. „Ich habe nie einen Flyer ausgelegt in der Tourist-Info, aber ich werde mit meinem Vermieter sprechen, ob ich einen Kasten anbringen kann, wo die Händler ihre Flyer auslegen können“, sagt Dirk Gischow. Der Einzelhändler hält die Entscheidung für unmöglich und will die Kollegen unterstützen.

Elschad Alijew hingegen hat nicht gezögert, den entsprechenden Vertrag zu unterschreiben. „Die Tourist-Information lebt von den Angeboten der Händler und Hoteliers. Wir wollen so unseren Beitrag leisten“, sagt der Geschäftsführer eines Hotels in der Altstadt. Zudem sei das Gebäude in den vergangenen Jahren aufwendig saniert worden, um die Tourist-Info für Urlauber attraktiv zu machen. Auch dazu wolle er seinen Teil beitragen.

Mehr als 100 000 Urlauber lassen sich im Jahr in der Tourist-Information beraten. Mit den Gebühren plant die Verwaltung für dieses Jahr gut 10 500 Euro Einnahmen. Im kommenden Jahr sollen es rund 7500 Euro mehr sein. Die Bürgerschaft hatte den Beschluss einstimmig gefasst. Die Vorlage war Teil des Haushaltssicherungskonzeptes. Dass die 54 Regale für die Flyer vom 1. Juli an leer bleiben, daran glaubt Sibylle Donath nicht. Bislang habe es drei Absagen gegeben. 250 Kunden und Interessierte seien angeschrieben worden.

Nicole Buchmann

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