Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regen

Navigation:
Gebühren fürs Wasser bleiben auch 2017 stabil

Lübow Gebühren fürs Wasser bleiben auch 2017 stabil

Zweckverband Wismar kommt das dritte Jahr in Folge ohne Erhöhungen aus

Voriger Artikel
Hochwertiges Handwerk soll Touristen locken
Nächster Artikel
Neues Wohngebiet an der Lübschen Burg stark gefragt

„Wenn wir uns jetzt nicht für einen Beitritt zur Kooperation aussprechen, verpassen wir eine Chance, Klärschlamm auf Dauer sicher zu entsorgen. Grit Glanert, Verbandsvorsteherin

Lübow. . Der Zweckverband Wismar hält Wort: Die Verbraucher in seinem Gebiet müssen auch 2017 für Trinkwasser nicht tiefer in die Tasche greifen. Gleiches gilt für die Entsorgung von Schmutz- und Niederschlagswasser. Entsprechende Beschlüsse fassten die Mitglieder bei der Verbandsversammlung am Mittwochabend in Lübow – und zwar ohne Diskussion. Ein Grund: Die Differenz zwischen der Arbeitsgebühr, also den tatsächlichen Kosten, und den erhobenen Gebühren beträgt zum Teil nur einen Cent pro Kubikmeter Wasser. Der Verwaltungsaufwand für eine Anhebung wäre größer. Ein weiterer Grund: Im Juli hatten die Verbandsmitglieder dafür gestimmt, zumindest die Trinkwassergebühren bis 2019 nicht anzuheben.

OZ-Bild

Zweckverband Wismar kommt das dritte Jahr in Folge ohne Erhöhungen aus

Zur Bildergalerie

Größeren Gesprächsbedarf gab es bei der Frage, wie der Zweckverband (ZV) künftig mit dem Klärschlamm umgehen will. Verbandsvorsteherin Grit Glanert warb um einen Beitritt zur Klärschlamm-Kooperation M-V GmbH: „Das ist nur noch bis Ende des Jahres möglich, dann sind die Schotten dicht.“ Erst einmal reiche eine Willensbekundung. Ein Gesellschaftervertrag werde erst ausgearbeitet, wenn klar ist, wie viele Zweckverbände oder Kommunen sich der Kooperation anschließen. „Über den Vertrag würden wir dann in einer gesonderten Mitgliederversammlung abstimmen“, erklärte die Verbandsvorsteherin.

Hintergrund für die Neuausrichtung bei der Klärschlammverwertung sind die im Bund anstehenden Novellierungen von Klärschlamm- und Düngemittelverordnung. Zwar ist noch nichts beschlossen, sicher ist aber, dass Klärschlamm künftig nicht mehr unbehandelt auf Felder ausgebracht werden darf. Eine Alternative ist die Verbrennung, so wie es die Kooperative M-V GmbH in einer eigenen Anlage vorhat.

Aktuell liegt in Berlin ein Referentenentwurf zur Neufassung der Verordnungen vor. „Ich habe ihn sorgfältig gelesen, und das hat mein ursprüngliches Votum bestätigt“, sagte Verbandsmitglied Frank Meier, Bürgermeister von Neukloster. Er erklärte: „Wenn ich sehe, wie viele Nachweise allein für den Klärschlamm zu erbringen sind, halte ich den Beitritt zur GmbH für die sicherste Variante.“

Bernd Hendrich aus Bad Kleinen widersprach. Der Beitritt zur Klärschlamm Kooperative M-V GmbH sei für die Verwaltung sicher die Lösung mit dem geringsten Aufwand. Aber jährliche Zusatzkosten von etwa 73000 Euro gegenüber der aktuellen Ausbringung auf landwirtschaftliche Flächen (pro Jahr etwa 105000 Euro) waren ihm doch zu hoch. „Ich bin dafür, dass wir uns das offen lassen. Wenn der Klärschlamm wirklich so schädlich ist, dass wir ihn nicht mehr auf den Äckern ausbringen dürfen, werden wir uns eine Verbrennung suchen“, erklärte Bernd Hendrich.

Andere Verbandsmitglieder sahen keinen Grund zu der Eile. Sie rechneten mit langen Übergangsfristen. Lothar Glöde aus Hohen Viecheln sogar mit zwölf bis 15 Jahren. „So eine Verbrennungsanlage ist ja einschließlich Planung auch nicht von heute auf morgen gebaut. Da sind zwölf Jahre schon sportlich“, sagte er.

Wolfgang Glaner aus Dorf Mecklenburg räumte ein: „Bis gestern Abend hätte ich noch mit Nein gestimmt.“ Aber dann habe er im Internet zwei Stunden über Klärschlamm recherchiert. „Jetzt plädiere ich für einen Beitritt zur GmbH, zumal wir über den Gesellschaftervertrag noch gesondert abstimmen werden“, führte Wolfgang Glaner aus.

Verbandsvorsteherin Grit Glanert betonte: „Wenn wir uns jetzt nicht für einen Beitritt aussprechen, verpassen wir eine Chance.“ Denn nur Mitglieder der Kooperation M-V dürften ihren Klärschlamm später zur hauseigenen Verbrennungsanlage bringen. Die Weichen würden jetzt gestellt, „ich glaube nicht, dass wir noch einen Abnehmer finden, wenn wir bis zum letzten Augenblick warten“, warnte Grit Glanert. Viele Zweckverbände und Kommunen hätten sich bereits entschieden, obwohl sich noch keine klare Aussage darüber treffen lasse, welche gesetzlichen Anforderungen es an die Beschaffenheit von Klärschlamm geben wird. „Aber egal, wie die Verordnung aussehen wird, durch den Beitritt zur GmbH haben wir eine dauerhafte Entsorgungssicherheit, mit einem planbaren Risiko“, sagte die Verbandsvorsteherin.

46 Mitglieder hat die Verbandsversammlung, 31 waren nach Lübow gekommen. Für eine 2,7-prozentige Beteiligung an der Klärschlamm-Kooperation M-V GmbH stimmten 15 Mitglieder, neun waren dagegen, zudem gab es sieben Enthaltungen.

Aus dem Zweckverband

Der Zweckverband Wismar ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Lübow bei Wismar. Im Auftrag von 25 Gemeinden und der Stadt Neukloster versorgt er etwa 34000 Einwohner mit Trinkwasser und Fernwärme, beseitigt das Schmutzwasser und leitetet das Niederschlagswasser ab. Zudem ist der Zweckverband Mehrheitsgesellschafter am Unternehmen Gasversorgung Wismar Land GmbH.

Mitglieder im Zweckverband sind neben der Stadt Neukloster die Gemeinden Bad Kleinen, Barnekow, Benz, Blowatz, Bobitz, Boiensdorf, Dorf Mecklenburg, Gägelow, Glasin, Groß Stieten, Hohenkirchen, Hohen Viecheln, Hornstorf, Ostseebad Insel Poel, Jesendorf, Krusenhagen, Lübberstorf, Lübow, Metelsdorf, Neuburg, Passee, Ventschow, Zierow, Züsow und Zurow.

Folgende Baustellen hat der Zweckverband aktuell: Trinkwasserleitungen werden an der B 105 im Bereich Hagebök, Ilow, Vogelsang und im Kreuzungsbereich B 105/K 34 bei Rüggow, in Gallentin, Alte Dorfstraße und in Losten, Häuslerreihe, erneuert. In Gallentin wird zudem am Schmutzwasserkanal gearbeitet. Ventschow, Rathausstraße: Schmutzwasser-Kanal und Pumpwerk,

Sylvia Kartheuser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Südstadt

Mehr als 100 Prostituierte gibt es nach Angaben von Sozialarbeitern in Rostock / Die meisten Frauen stammen aus Osteuropa / Rund 50 Modellwohnungen in der Stadt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.