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Wismar Großer Ärger um Millionen-Haus
Mecklenburg Wismar Großer Ärger um Millionen-Haus
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00:00 13.07.2013
Das Haus von Dr. Andreas Mann liegt direkt an der Strandpromenade von Boltenhagen. Doch in diesem Sommer wird es wohl keine Feriengäste aufnehmen dürfen. Quelle: Ulrike Oehlers
Boltenhagen

Die sieben Appartments in dem Haus an der Strandpromenade 31 von Boltenhagen werden in diesem Sommer leer bleiben. Der Landkreis hat dem Eigentümer Dr. Andreas Mann wegen nicht genehmigter Bauveränderungen eine Nutzung als Ferienwohnungen ab 29. April untersagt. Dieser hat dagegen Widerspruch eingelegt und versucht parallel, die Immobilie zu verkaufen.

Auf der Internet-Plattform immobilienscout24.de wirbt er mit der „1AAA-Lage, direkt am Strand“. Er beschreibt das Objekt als „freistehendes Ferienhaus mit insgesamt sieben Appartements und circa 360 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 1500 Quadratmeter großen sonnigem Grundstück“ und nennt einen Preis von knapp 1,9 Millionen Euro.

„Mein Vater hat das Haus 1956 gekauft“, erzählt Dr. Andreas Mann, der Eigentümer. Er selbst sei erst 1963 geboren, sein Großvater habe das Haus in der Vergangenheit bewohnt, seine Mutter im Sommer ebenfalls. Mann, der in Mainz als Zahnarzt arbeitet und dort nach eigenen Angaben vor fünf Jahren ein 600 Quadratmeter großes Eigenheim errichtet hat, berichtet von einer „langen Vorgeschichte“.

1992 habe er einen ersten Antrag gestellt, weil er das vorhandene Haus abreißen und stattdessen ein kleines Hotel oder Appartmenthaus an der Stelle errichten wollte, sagt er. „Ich dachte, das wäre eine gute Idee. Aber das durfte ich alles nicht. Jetzt, 20 Jahre später, stellt die Gemeinde plötzlich fest: ,Wir wollen Hotels bauen‘“, drückt Mann sein Unverständnis über die damalige Ablehnung seines Vorhabens aus. Er habe das Haus daher damals „erstmal richtig saniert, damit es nicht verfällt“.

Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises, erklärt: „1993 gab es diesbezüglich eine Bauvoranfrage, die seinerzeit abgelehnt worden ist. Von den dann erfolgten, nicht genehmigten Arbeiten, hatte die Bauordnungsbehörde keine Kenntnis — es handelt sich also um einen Schwarzbau. Das frühere Wohnhaus ist ohne Baugenehmigung massiv verändert und zu einem Appartment- und Ferienhaus umgebaut worden.“ Das sei erst bei einem Vor-Ort-Termin aufgefallen, nachdem sich der Eigentümer über den geplanten Hotelbau auf dem Nachbargrundstück beklagt habe. Wie Mann berichtet, sei sein Haus 15 Jahre lang genutzt worden. „Dann wurde uns gesagt, die bauliche Ausnutzung des Grundstücks wäre zu groß. Nebenan wurde dagegen der Bau eines Hotels von 135 Meter Breite genehmigt“, dessen Ausmaße im Verhältnis zum Grundstück wesentlich größer seien, so der Eigentümer. Weil er sich „nicht länger ärgern wollte“, habe er das Haus im vergangenen Jahr zum Verkauf ausgeschrieben. Es gebe auch ernsthafte Interessenten.

Petra Rappen führt aus, dass dem Eigentümer am 18. Juni 2012 die beabsichtigte Nutzungsuntersagung mitgeteilt worden sei. Zugleich habe der Landkreis um eine Stellungnahme gebeten sowie um die Vorlage der Baugenehmigung. Die ursprüngliche Frist 13. Juli 2012 sei durch den Rechtsanwalt von Dr. Andreas Mann insgesamt fünfmal verlängert worden — „letztmalig bis zum 15. April 2013. Die am 15.April 2013 vorgelegten Bauunterlagen wiesen grobe Mängel auf und waren völlig unzureichernd, um nachträglich eine Baugenehmigung erteilen zu können“, so die Kreissprecherin. Zwischenzeitlich seien Bauantragsunterlagen eingegangen, die derzeit geprüft würden. „Im Laufe der Jahre hat sich im Umfeld dieses Grundstücks planungsrechtlich vieles verändert. So wurde das Hotel auf dem Nachbargrundstück beispielsweise auf der Grundlage eines vorhabenbezogenen B-Planes genehmigt, den die Gemeindevertreung zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen hat“, macht Petra Rappen deutlich.

„Sollte es planungsrechtlich und bauordnungsrechtlich hinsichtlich der jetzt eingereichten Unterlagen keine Probleme geben, könnte der gravierende Umbau mit der Nutzungsänderung nachträglich genehmigt werden.“

Wie der Besitzer berichtet, sei das gerichtliche Verfahren nach seinem Widerspruch gegen die Nutzungsuntersagung mittlerweile beim Oberverwaltungsgericht in Greifswald anhängig. Er rechne damit, dass im kommenden Jahr in seinem Sinn entschieden werde. „Ich kann es nicht verkaufen, so lange ich eine Nutzungsuntersagung habe“, macht der 50-Jährige deutlich. „Gott sei Dank ist das Haus bezahlt, es sind keine Schulden auf dem Haus.“

Ob seine Familie vermögend sei? „Es gibt Leute, die arbeiten den ganzen Tag“, antwortet er. „Ich arbeite seit 30 Jahren, meine Frau arbeitet auch seit 30 Jahren. Sie ist auch Zahnärztin.“

Ich wollte mich nicht länger ärgern. Deshalb habe ich das Haus zum Verkauf ausgeschrieben.“Dr. Andreas Mann

Ulrike Oehlers

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