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Hochwertiges Handwerk soll Touristen locken

Wismar Hochwertiges Handwerk soll Touristen locken

Metropolregion plant Route entlang von Manufakturen in Westmecklenburg/ Aus Nordwestmecklenburg gibt es sechs Interessenten

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Schmuck mit Fischleder – was ausgefallen klingt, riecht ausgesprochen gut nach herkömmlichem Leder. Ramona Stelzer aus Wismar hat sich mit ihrer Werkstatt um einen Platz in der Manufakturen-Route beworben. FOTOS(3):PRIVAT

Wismar. . Handwerk in Westmecklenburg – hochwertiges Handwerk – das will die Metropolregion Hamburg aufspüren. Hintergrund ist ein Projekt, das in den kommenden zwei Jahren Handwerker und Künstler für Touristen und Einheimische anhand einer Route durch die Region sichtbar machen will. In Nordwestmecklenburg haben sich bereits sechs Manufakturen für die Aufnahme in den digitalen Verteiler beworben. Insgesamt seien es knapp vierzig Interessenten, sagte Corina Hesse, Koordinatorin des Projektes. Insgesamt seien 20 Stationen in Westmecklenburg geplant, erklärte sie.

 

OZ-Bild

In der Schmiedewerkstatt von Birger Radsack entstehen Möbel, Leuchten und Accessoires.

Quelle:
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Erst im September dieses Jahres eröffnete Torsten Goertz seine Möbel-Manufaktur in Wismar.

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In der Schmiedewerkstatt von Birger Radsack entstehen Möbel, Leuchten und Accessoires.

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Eine könnte das Atelier von Ramona Stelzer in Wismar sein. Denn eines der Kriterien, nach denen die Jury die Auswahl der 20 Stationen treffen wird, ist ungewöhnliches und hochwertiges Material.

Goldschmiedin und Produktdesignerin Ramona Stelzer verbindet beides – hochkarätiges Gold mit Fischleder zum Beispiel.Was in der Lebensmittelindustrie keine Verwendung mehr findet, verarbeitet Stelzer zu weichem, haltbarem und elastischem Leder. Schuppenstruktur und bekannter Ledergeruch inklusive. So entstehen Handytaschen gleichermaßen wie Halsketten oder Ohrringe.

Was dem Schmuck das Filigrane ist den Leuchten, Möbeln oder Werkzeugen von Birger Radsack aus Stresdorf bei Gadebusch das Robuste. Stahl, Holz oder Aluminium bringt Radsack unter seinem Schmiedehammer in Form. Solche Betriebe seien ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, glaubt Projektkoordinatorin Hesse. Entstanden aus einer langen Tradition, die noch aus DDR-Zeiten stamme. Da hätten sich doch viele in heimischen Werkstätten handwerklich betätigt.

Viele Künstler und Kunsthandwerker seien aber auch aus Großstädten wie Berlin und Hamburg ins Land gekommen. Angelockt vom Freiraum hätten sie Höfe und Gutshäuser gekauft, sie her- und Ateliers oder Manufakturen eingerichtet, erklärt Hesse.

Neu gebaut hingegen hat Torsten Goertz. Seine Möbelmanufaktur am Wismarer Hafen eröffnete Anfang September. Hinter einer Glasfassade können Neugierige beim Entstehen von Möbeln, Accessoires oder Lampen zusehen. Ein weiteres Kriterium, das die Bewerber für die „KulturLandschaftsRouten“ erfüllen müssen: der Besucher muss beim Werden dabei sein können. Vielfach böten Handwerker oder Künstler von sich schon Kurse an, sagt Corina Hesse.

Die Idee dahinter: Jeder Besucher solle etwas mitnehmen können aus seiner Zeit in der Region. Ob selbst gefertigt oder in einer der Manufakturen erworben – besonders soll es sein, besonders und hochwertig.

Noch bis Ende des Jahres können sich Künstler und Kunsthandwerker bewerben. Ebenfalls getan haben das bereits Textildesignerin Janne Brandt aus Klütz, die Spinnerin und Designerin Katharina Zahren aus Klein Rünz und die Modedesigner und Kürschner Olivia Althaus-Apmann und Dieter Apmann aus Thandorf.

KulturLandschaftsRouten Metropolregion Hamburg

Nordwestmecklenburg gehört als Teil Westmecklenburgs zur Metropolregion Hamburg. Weil Manufakturen dort als Alleinstellungsmerkmal gelten, sollen in den kommenden zwei Jahren Künstler und Kunsthandwerker die Möglichkeit erhalten, sich entlang einer Route zu vermarkten und vernetzen. Neben einer Internetseite ist auch eine App für Smartphones geplant.

Zu den Kriterien für die Aufnahme gehören das Verarbeiten von hochwertigen Materialien sowie die Möglichkeit, Besucher am Entstehen der Produkte teilhaben zu lassen. Zudem müssen mindestens sechzig Prozent Handarbeit sein. Bislang haben sich 37 Interessenten aus Westmecklenburg gemeldet. Eine Jury aus den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg sowie aus Schwerin wird die Teilnehmer der Route auswählen.

Bewerbungen sind bis zum 31. Dezember unter ☎ 038843/824187 oder unter der E-Mailadresse kontakt@kreative-mv.de möglich.

Thomas Van Eppstein

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