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Jugendliche lernen Firmenchefs bei Stellenbörse kennen

Wismar Jugendliche lernen Firmenchefs bei Stellenbörse kennen

Zukünftige Auszubildende und Praktikanten informieren sich im Phantechnikum in Wismar über Möglichkeiten im Handwerk / Weitere Veranstaltungen geplant

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Maik Hischer, Geschäftsführer der Hischer Elektrotechnik GmbH aus Bad Kleinen, im Gespräch mit Aimal Khan Paserlay (21) und Ali Akbari (20, v. r.), beide aus Afghanistan. Die jungen Flüchtlinge wollen einen Handwerksberuf in Nordwestmecklenburg erlernen.

Quelle: Norbert Wiaterek

Wismar. Viele Handwerksbetriebe in Nordwestmecklenburg suchen händeringend nach Auszubildenden und Praktikanten. Und viele junge Leute wissen noch nicht, welchen Beruf sie einmal ausüben wollen. Beide Seiten zusammenzubringen, war Ziel der Stellenbörse. Die Veranstaltung gestern im Phantechnikum in Wismar hatten das Jobcenter Nordwestmecklenburg, die Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg-Wismar und die Agentur für Arbeit erstmals gemeinsam organisiert. Mehr als zehn Firmen aus Wismar, Bad Kleinen, Neukloster, Neuburg, Steffin und Gadebusch stellten sich vor.

Leider haben die jungen Leute oft keine Ahnung von den Berufen.“Antje Lange,

Kreishandwerkerschaft

Das Interesse war groß. Viele junge Leute, darunter auch mehrere Flüchtlinge und Asylbewerber, nutzten die Chance, mit den Firmenchefs und -mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

Prospekte und Anmeldebögen wechselten die Besitzer.

„Für mich ist es schwierig, eine Stelle mit geregelten Arbeitszeiten zu bekommen“, sagte Jacqueline Weiblen aus Wismar. Die 22-Jährige kümmert sich um ihr zweijähriges Kind, ist deshalb nicht so flexibel. „Bei dieser Stellenbörse bekomme ich Infos aus erster Hand. Vielleicht ist ja das Passende für mich dabei“, so die junge Frau, die am liebsten im Gastgewerbe arbeiten möchte. Ulrike Bauer plant, in Wismar Kommunikationsdesign zu studieren. „Zuvor muss ich dreizehn Wochen lang Praktika in handwerklichen Betrieben machen“, so die 26-Jährige, die gestern Kontakte knüpfte.

Malermeister Sebastian Stolle gehörte zu denen, die auf Azubis hoffen. „In diesem Jahr habe ich noch keinen Bewerber. Dabei ist Maler ein solider Beruf – mit Fünf-Tage-Woche, ohne Schichtarbeit und mit Entlohnung nach Tarif. Leider sind die Handwerksberufe derzeit nicht besonders attraktiv“, bedauerte der 43-Jährige aus Neuburg. Detlef Kohrt (54), der in Neukloster eine Elektro- und Gebäudetechnik-Firma leitet, sucht für das Jahr 2017 einen Lehrling, männlich oder weiblich, für die Elektroniker-Ausbildung. „Ein schöner Beruf, der die modernste Technik bietet. Es gibt sieben Spezialisierungsrichtungen, zum Beispiel Gebäudetechnik oder Photovoltaik. Man kann sich ausleben. Und die Aussichten sind rosig.“ Dennoch sei es schwierig, junge Leute zu begeistern. „An der Ausbildungsvergütung kann es nicht liegen. Die wurde angehoben. Allerdings ist Elektroniker auch ein anspruchsvoller Beruf. Mit einem Hauptschulabschluss ist es nicht einfach, weil Mathe und Physik gefragt sind“, erklärte der Obermeister der Elektroinnung Nordwestmecklenburg. „Ich versuche aber zu unterstützen, auch bei schwächeren Leistungen. Oft hilft die Praxis beim Verständnis der Theorie.“

Antje Lange bestätigte, dass noch viele Lehrstellen unbesetzt sind. „Leider haben die jungen Leute oft keine Ahnung von den Berufen“, sagte die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

„Heizungsbauer müssen nicht unentwegt schwere Heizkörper schleppen. Auch Maurer brauchen nicht mehr zentnerschwere Mörtelsäcke auf hohe Rüstungen bugsieren. Und ein Handwerksmeister verdient im Durchschnitt fünfundzwanzig Prozent mehr als ein Studierter. Eine solche Börse bietet die Chance, sich zu informieren.“

Tobias Böse, „Willkommenslotse“ der Kreishandwerkerschaft, plädiert dafür, Stellenbörsen mit Partnern regelmäßig anzubieten. „Die Kreishandwerkerschaft unterstützt gerne bei der Suche nach einem Praktikums-, Ausbildungs- oder auch Arbeitsplatz.“ Laut Martin Greiner stehen arbeitslosen Menschen viele Wege ins Handwerk offen. Weder Alter noch geringe Qualifikationen sind Hemmnisse“, so der Geschäftsführer des Jobcenters Nordwestmecklenburg.

Norbert Wiaterek

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