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Kalkhorst stimmt gegen einen Fahrradbus

Boltenhagen Kalkhorst stimmt gegen einen Fahrradbus

Nur Boltenhagen will Geld geben / Radler müssen zwischen Priwall und dem Ostseebad weiter selber strampeln

Boltenhagen. Die Idee war gut. Zwischen dem Ostseebad Boltenhagen und dem Priwall sollte ein Nahverkehrsbus pendeln, der auch Fahrräder transportiert. Vorerst wird er aber nicht fahren, weil die Gemeinde Kalkhorst sich noch nicht am Projekt beteiligen will.

Die unterschätzte Strecke

Radfahrer benötigen für die Strecke von der Mitte der Ostseeallee in Boltenhagen bis zum Fähranleger an der Travemündung auf dem Priwall laut Routenplaner etwa eineinhalb Stunden.

Je nach Streckenführung ist eine Tour 26 bis 28 Kilometer lang.

Im April wurde den Gemeindevertretern in Boltenhagen die Idee des Fahrradbusses vorgestellt. Sie fanden sie gut, weil immer wieder Radfahrer von der westlichen Landesgrenze aus im Ostseebad ankommen, die die Strecke unterschätzen. Für sie wäre so ein Bus mit Fahrradtransport ideal.

Nachdem die Gemeindevertretung im Ostseebad für das Angebot gestimmt hatte, brachte es das Nein der Gemeinde Kalkhorst jetzt vorerst aufs Abstellgleis. Aber auch in der Stadt Klütz sind Kommunalpolitiker skeptisch, ob die Stadt Geld in den Fahrradbus stecken soll. Finanzieren sollten das Projekt der Nahbus GmbH nämlich die drei Gemeinden mit jeweils 15000 Euro.

Diese Summe war ausschlaggebend für die Gemeindevertreter in Kalkhorst in diesem Jahr nicht für so einen Fahrradbus zwischen Priwall und Ostseebad zu stimmen. Der Haushalt der Gemeinde gebe es nicht her, begründeten sie. Für 2017 sind die Kalkhorster aber gesprächsbereit. Bereits in einer Sitzung des Bauausschusses hatte sich Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick (FWK) eine ausführlichere Vorstellung des Projekts gewünscht. „Wenn man das ordentlich gemeinsam plant, können wir gerne darüber reden. Dies Jahr haben wir das Geld aber nicht“, so Neick.

In Klütz wurde der Fahrradbus im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt diskutiert. Die Mitglieder fanden die Idee gut, sind aber der Ansicht, dass sich der Bus durch Einnahmen selber tragen sollte. „Wir sollten für das nächste Jahr noch einmal rechtzeitig über das Thema sprechen“, meint auch Guntram Jung (CDU), Bürgermeister von Klütz. „Grundsätzlich ist es ein tolles Projekt.“ Es sei aber auch in Klütz eine Frage der Finanzen.

Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) hat Verständnis für die Zurückhaltung der Nachbargemeinden. „Ich verstehe, dass einige noch Informationsbedarf haben“, sagt er. „Ich bin aber sicher, das Angebot wäre für die gesamte Region ein Gewinn. Es passt auch zur gemeinsamen Marke Klützer Winkel, an der wir weiter arbeiten.“

Schmiedeberg ist hoffnungsvoll, das Projekt im kommenden Jahr starten zu können. Mit dem Fahrradbus wären Stationen in Boltenhagen, an Schloss Bothmer in Klütz, in Klein Pravtshagen, in Elmenhorst, in Warnkenhagen, in Brook, in Groß und Klein Schwansee, in Harkensee, in Pötenitz und direkt auf dem Priwall vorgesehen, die dann nicht nur von Urlaubern, sondern auch von den Bewohnern der Dörfer genutzt werden könnten.

Malte Behnk

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