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Karpfenernte mit der Muskelkraft von fünf Männern

Mankmoos Karpfenernte mit der Muskelkraft von fünf Männern

Die Fische schmecken Kunden von Wismar bis Rostock / Schlammbarriere behindert Arbeit / Fischer Klaus-Dieter Dehmel ist sicher: „Das sind Biber“

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Zügig kescherten Niels Haubold und Frank Huth die Fische in Kübel am Autokran.

Quelle: Fotos: Dietrich Grunzig

Mankmoos. Über knapp einen Kilometer weit erstreckt sich zwischen Klein Labenz und Mankmoos ein Karpfenteich der Dabeler Seenfischerei Dehmel. Unter der herbstlich glitzernden Wasserfläche rumorte es gewaltig. Fünf Männer trieben an einem Zugnetz große Schwärme von dreijährigen feisten Fischen vor sich her.

OZ-Bild

Die Fische schmecken Kunden von Wismar bis Rostock / Schlammbarriere behindert Arbeit / Fischer Klaus-Dieter Dehmel ist sicher: „Das sind Biber“

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Die dreijährigen Karpfen haben ordentlich Fleisch auf die Gräten gepackt.“Fischermeister Klaus-Dieter Dehmel

Mit deren bisheriger Ruhe in dem Weiher war es vorbei. „Vor zwei Jahren hier als Satzkarpfen von 800 bis 1000 Gramm eingesetzt, haben sie sich ordentlich Muskelfleisch auf die Gräten gepackt“, erläuterte Fischermeister Klaus- Dieter Dehmel. „Anfänglich mit Zufutter. Danach im Weiher allein durch reichlich Menüs am Tische von Mutter Natur. So wuchs bestes Fleisch rund um die Flossen.“ Dann fügte er noch schmunzelnd hinzu: „Gut für den Geschmack jedes Fischessers.“

Und er beschrieb: „Nun werden sie geerntet und versuchen dabei aber, sich in ihrem nassen Element wie Karnickel davon zu machen.“ Eine Menge mit einem Gewicht von insgesamt etwa 100 Tonnen sei es wohl, die da vor dem Netz spektakelte, schätzte der erfahrene Fischersmann.

Die Helfer Michael Runge, Frank Huth, Stefan Kalowski und Niels Haubold legten sich mächtig in die Stränge, packten mit bloßen Händen die Leinen von je 50 Meter Netz an beiden Uferstrecken, hin zur Landungsstelle. Plötzlich eine Kraft im Wasser, die den Zug der Männer bremste. Wie sich herausstellte hatte sich ein Schlammhügel vor dem Netz aufgebaut.

„So eine Barriere haben wir hier in all den Jahren zuvor noch nicht erlebt“, sagte Fischermeister Dehmel. Seine Schlussfolgerung: Das müsse ein Werk von Bibern sein, die sich in der Gegend verbreiten würden. Sie würden Durchläufe behindern, die sonst immer den Grund frei hielten. Auch die jetzt erforderliche zügige Absenkung des Wassers im Weiher verlangsamte sich und erschwerte die Arbeit der Fischer.

„So schaffen wir es nicht, das Netz bis zur Aushebestelle heran zu holen“, stellte Dehmel fest. „Doch jetzt aufgeben, würde den Verlust der Karpfenernte bedeuten.“ Zur Muskelkraft wurde deshalb zusätzlich Hub für Hub versuchsweise die Hydraulik des Transportfahrzeuges am Ufer mit eingesetzt. Es ging trotzdem nur wenig voran. Aber ein weitläufiger Netzbogen gelang. Aufwändig wurden aus ihm jetzt die Fische mittels Kescher ins Arbeitsboot gehievt, das Frank Huth im knietiefen Wasser wie eine kleine Fähre heran holte. Bis in den späten Abend ackerten die Männer fast ohne Unterbrechung und brachten ihre Karpfen Kübel für Kübel in die Transportbassins mit Sauerstoffversorgung des Spezialfahrzeuges der Dehmelschen Seenfischerei und danach zur Reinigung in klares Wasser am Fischerhof.

Der Kundenkreis des Unternehmens reicht von Wismar entlang der Ostsee über Rerik, Kühlungsborn und Rostock hinaus und erstreckt sich im Küstenhinterland auch auf Parchim, Ludwigslust oder Sternberg.

Der Betrieb bewirtschaftet 16 Seen verschiedener Größen mit einer Wasserfläche von mehr als 1300 Hektar.

Dietrich Grunzig

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Greifswald/Netzeband
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