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Kein Job und jünger als 25: Sozialberater kommen nach Hause

Wismar Kein Job und jünger als 25: Sozialberater kommen nach Hause

487 junge Leute in Nordwestmecklenburg sind schon so lange ohne Job, dass Martin Greiner von einer „verfestigten Arbeitslosigkeit“ spricht.

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Edgar Macke, Arbeitsagentur

Wismar. 487 junge Leute in Nordwestmecklenburg sind schon so lange ohne Job, dass Martin Greiner von einer „verfestigten Arbeitslosigkeit“ spricht. „Da müssen wir ran, sonst sind sie noch 45 Jahre bei uns gemeldet“, kündigt der Geschäftsführer vom Jobcenter Nordwestmecklenburg an.

Für Greiner eine „ganz schwierige Klientel“. Aufforderungen vom Jobcenter würden die Jugendlichen oft ignorieren, finanzielle Sanktionen werden hingenommen. Im Mai soll das Projekt starten. Greiner:

„Unsere Sozialarbeiter werden sie zu Hause aufsuchen, um sie zu aktivieren. Da muss doch noch was zu machen sein.“ Erste Ergebnisse sollen nach sechs Monaten zu sehen sein. Er gehe letztlich darum, die Berufsreife zu erlangen, eine Ausbildung zu machen und einen Job anzunehmen. All das werde etwa drei Jahre dauern. Pro Monat und pro Jugendlichen werden rund 700 Euro veranschlagt. An wie viele junge Leute sich das Projekt richtet, ist noch offen.

Abgesehen von den Jugendlichen ist der Jobcenter-Geschäftsführer mit der jüngsten Entwicklung rein zahlenmäßig zufrieden. Das geht aber nicht auf mehr Beschäftigung zurück, sondern darauf, dass Arbeitgeber ihre Belegschaft länger halten und Ältere in die Rente gehen. Das drückt die Statistik. Dass das Jobcenter neue Wege erfolgreich gehen kann, zeigte das 1. Arbeitgeber-Speed-Dating mit elf Arbeitgebern und 27 Interessenten. Sieben Minuten dauerte jedes Gespräch. Am Ende gab es drei Arbeitsverträge. Für Martin Greiner ist das Ergebnis grandios.

Nicht grandios, aber doch positiv fällt der Blick auf die Arbeitslosenentwicklung in der Arbeitsagentur Wismar aus. 5341 Frauen und Männer aus Wismar und Umgebung waren im März ohne Job — Quote: 12,9 Prozent. Zum Vergleich: Im letzten Monat sowie im März 2013 lag die Quote bei jeweils 13,3 Prozent. Edgar Macke, Leiter der Geschäftstelle Wismar, führt den Aufwärtstrend zum jetzigen Zeitpunkt auf den milden Winter zurück. Besonders spürbar sei die Nachfrage im Handel und im Gastgewerbe. Edgar Macke verwies gestern auf die Arbeitsmarktbörse „Zeitarbeit“ am 16. April in Wismar. Von 10 bis 13 Uhr findet sie im Zeughaus Wismar, Ulmenstraße 15, statt. Zehn regionale Personaldienstleister stellen sich vor. Macke: „Hier ergeben sich sehr gute Einstiegsmöglichkeiten in eine neue Beschäftigung.

Die Unternehmen bieten gute Einsatzmöglichkeiten, auch vor Ort, sowie eine Bezahlung nach Tarif.“

 



Heiko Hoffmann

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