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Landwirte in Sorge: Wenig Geld für Milch und schlechte Ernte

Zierow/Klüssendorf Landwirte in Sorge: Wenig Geld für Milch und schlechte Ernte

Bis zu 30 Prozent niedrigere Erträge bei Raps, Weizen und Gerste / Bauern beklagen plötzliche Fröste im Januar, Trockenheit im Frühjahr und Verbot von insektiziden Beizen

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Landwirte in Sorge

Mathias Hansi kippt den Weizen, der eine Restfeuchte von etwa 18 Prozent hat, auf dem Fink-Hof in Klüssendorf mit einem Gabelstapler in einen Sammelbehälter. Dann werden die Körner getrocknet.

Zierow/Klüssendorf. Die Stimmung bei vielen Landwirten in Nordwestmecklenburg ist schlecht, die Sorgenfalten werden tiefer. Die Bauern ärgern sich über den rapiden Preisverfall bei Milch. Zudem müssen sie in diesem Jahr massive Ernteausfälle verkraften.

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Bis zu 30 Prozent niedrigere Erträge bei Raps, Weizen und Gerste / Bauern beklagen plötzliche Fröste im Januar, Trockenheit im Frühjahr und Verbot von insektiziden Beizen

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„Bei Raps, Weizen und Gerste haben wir zwanzig bis sogar dreißig Prozent weniger Ertrag“, betonte Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. „Viele Landwirte sind resigniert“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Jörg Haase. „Besonders die Tierhalter haben jahrelange Durststrecken hinter sich. Und jetzt trifft es auch die Ackerbauern, die eine stützende Säule waren.“ Böttcher und Haase sprachen gestern mit Landwirten im Wismarer Umland. An der „Erntebereisung“ nahmen auch Landrätin Kerstin Weiss (SPD), Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) und Dr. Regina Rinas, Leiterin des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg, teil.

Als Gründe für die schlechteren Ernteerträge nannte Böttcher die plötzlichen Starkfröste im Januar und die Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer. „Deshalb konnten sich die Bestände nicht so entwickeln wie erhofft.“ Außerdem habe das Verbot von Pflanzenschutzmitteln zu geringeren Erträgen beim Raps geführt. Diese Einschätzung teilt Ties Möckelmann vom Landwirtschaftsbetrieb Fink in Klüssendorf. „Bisher waren die Erträge unterdurchschnittlich, vor allem beim Raps“, sagte der Betriebsleiter. Der 36-Jährige rechnet mit einem Verlust von 20 bis 25 Prozent. Ohne insektizide Beize sei der Raps nicht ausreichend vor Schädlingen wie der Kleinen Kohlfliege und dem Erdfloh geschützt. Sorgen bereitete auch der häufige Sommerregen. „Von der Ernte konnten wir nur zehn Prozent trocken dreschen.“ Gerste wurde im Juli von den Fink-Äckern geholt. Im August folgten Weizen und Raps. Silomais ist im September an der Reihe.

Auch Franz-Josef Boge vom Landwirtschaftsbetrieb in Zierow ist enttäuscht. „Es hätte besser laufen können“, sagte der 54-Jährige. Bewirtschaftet werden 760 Hektar Acker- und 100 Hektar Grünlandfläche. Bei der Raps- und Weizenernte im Juli mussten Abstriche gemacht werden. „Da sind wir rund fünfzehn Prozent unter dem Soll. Allerdings hatten wir zuvor zwei, drei Jahre sehr gute Ernten. Da ist die Fallhöhe jetzt natürlich relativ hoch“, so Boge. Vorsichtig optimistisch ist der Betriebschef beim Milchpreis. Der Grundpreis liegt derzeit bei 20 Cent je Liter, zehn Cent weniger als nötig. Für die Zierower, die 560 Kühe in den Ställen haben, täglich ein hoher Verlust. „Aber ich gehe davon aus, dass sich das in Kürze wieder dreht. Vielleicht geht es schon im September etwas aufwärts. Wir halten unsere Herde auf einem guten Level und stehen das durch!“

Der Kreisbauernverband versucht, die Landwirte zu unterstützen, etwa mit Förderprogrammen. Auch die Landrätin sicherte Unterstützung zu. „Wir stehen hinter unseren Bauern und transportieren ihre Forderungen auf die Landes- und Bundesebene“, versprach Kerstin Weiss.

Norbert Wiaterek

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