Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Mehr Fahrgäste und mehr Einnahmen

Wismar Mehr Fahrgäste und mehr Einnahmen

Der Landkreis legt den Entwurf für Nahverkehrsplan vor. Ab 2016 soll er gelten. Die Tarife stehen noch nicht fest.

Voriger Artikel
Das große Bauen im Wohngebiet Am Schwanzenbusch
Nächster Artikel
Busse im Nordwestkreis sollen ab 2016 stündlich fahren

Der Busbahnhof in Wismar bleibt ein zentraler Anlaufpunkt für Fahrgäste. In fünf von sieben Regionalachsen des Nahverkehrsplanes wird die Hansestadt eingebunden.

Quelle: Peter Preuß

Wismar. Der Nahverkehrsplan für Nordwestmecklenburg wird komplett auf die Füße gestellt. Der 220-Seiten-Entwurf liegt jetzt vor und wird diskutiert. Zum 1. Januar 2016 soll das neue Konzept gelten. Die OSTSEE-ZEITUNG stellt die wichtigsten Punkte vor.

Warum der neue Plan?

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kostet viel Geld, soll aber nicht totgespart werden. Die Fahrscheinentgelte decken derzeit nur 23 Prozent der Aufwendungen. „Eine Reduzierung des Fahrplanangebotes oder teurere Fahrscheinentgelte lassen keine positiven wirtschaftlichen Effekte erwarten“, befürchtet Stefan Lösel, Leiter des Eigenbetriebes Nahverkehr Nordwestmecklenburg, eher das Gegenteil.

Was ist das Ziel?

Der ÖPNV soll so umgestaltet werden, dass er tatsächlich eine Alternative zum Auto darstellt und die Mobilität der Bevölkerung sichert. Der amtierende Landrat Gerhart Rappen (CDU) spricht von einem grundlegenden Systemwechsel, von einer Erhöhung der Attraktivität und mehr Akzeptanz.

Mehr Fahrgäste

Vor allem im Regionalverkehr sollen dreimal mehr Fahrgäste erreicht werden als heute: statt 3500 täglich dann 11 000. Hinzu kommen täglich weitere 11 000 Schüler und 4000 Busgäste im Stadtverkehr Wismar am Tag.

Mehr Busse und Fahrer

Das Konzept geht von einer jährlichen Steigerung von bis zu 1,5 Millionen Fahrplankilometern aus. Stefan Lösel rechnet im Landkreis mit 10 bis 15 mehr Bussen und 40 bis 50 mehr Busfahrern.

Mehr Einnahmen,

weniger Kosten

Der Zuwachs an Fahrgästen soll jährlich etwa 2,5 Millionen Euro mehr in die Kasse bringen. Der Kostendeckungsgrad soll von 23 Prozent trotz der Mehraufwendungen des neuen Konzeptes auf 35 Prozent erhöht werden — durch höhere Einnahmen an Fahrscheinentgelten aufgrund steigender Fahrgastzahlen.

Neues Taktnetz

Es gibt sieben Hauptachsen (siehe Infokasten), zum Beispiel Wismar — Grevesmühlen — Dassow — Lübeck. Die Grundzentren des Landkreises werden mit den Oberzentren Schwerin und Lübeck sowie den Mittelzentren Wismar und Grevesmühlen verbunden. Dieses Taktnetz ist bereits für mehr als 70 Prozent der Einwohner fußläufig erreichbar und erfasst rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze. In der Hauptverkehrszeit fahren die Busse im Stundentakt, sonst alle zwei Stunden. Grevesmühlener zum Beispiel sind morgens spätestens um 7 Uhr in Wismar, umgekehrt fährt der letzte Bus abends frühestens um 20.30 Uhr nach Grevesmühlen.

Taxis für die Dörfer

Um die Fläche des Landkreises nahezu komplett zu erschließen, soll das Taktnetz mit kleineren Anrufsammelbussen und Anrufsammeltaxis ergänzt werden. Beispiel: Erna Meier auf dem Dorf X ruft spätestens eine Stunde vor der Busabfahrtszeit auf einer der sieben Hauptstrecken in der Nahverkehrsleitstelle an und wird mit einem Taxi zur Haltestelle gebracht. Landkreis-Pressesprecherin Petra Rappen: „Daneben soll das Taktnetz so ausgestaltet werden, dass eine Fahrradmitnahme im Bus oder das Abstellen von Fahrrädern an der Haltestelle möglich wird. Durch eine konsequente Verknüpfung von Fahrrad und Bus kann die Erreichbarkeit von Haltestellen und damit die Anbindung des ländlichen Raumes an den ÖPNV deutlich verbessert werden.“

Wismar wird eingebunden

„In das Taktnetz einzubinden ist der Stadtverkehr Wismar, wobei grundsätzlich innerstädtisch am heutigen Bedienungsstandard festgehalten werden soll. Soweit möglich, sind in und um Wismar Regionalverkehre und Stadtverkehre zu integrieren“, heißt es im Entwurf.

Was kosten die Fahrscheine?

Die einzelnen Preise stehen noch nicht fest. Es gibt aber einige Eckpunkte. So werden Netzkarten mit flexibler Gültigkeitsdauer (Tag, Woche, Monat) angeboten. Die Monatskarte soll maximal 100 Euro kosten. Anstelle eines reinen Zeittarifes soll ein möglichst einfacher Zonentarif eingeführt werden, der maximal vier Preisstufen im Gesamtnetz vorsieht. Für Kinder, Azubis, Studenten, Familien und einkommensschwache Haushalte sind Rabatte geplant.

Wer bestimmt die Tarife?

Das wird spannend, denn letztlich entscheidet der Kreistag. Ein Planungsbüro wird Vorschläge für ein Entgeltmodell unterbreiten, bis Juni 2015 soll die Politik entscheiden.

So geht es weiter

In der nächsten Wochen und Monaten werden Wunsch und Finanzierbarkeit diskutiert. Vom 28. März bis zum 9. Mai dieses Jahres läuft die Anhörung von Gemeinden, Verkehrsunternehmen und Interessenvertretungen zum Entwurf des Nahverkehrsplanes. Ein öffentlicher Erörterungstermin findet am 29. April statt, wahrscheinlich in Grevesmühlen in der Malzfabrik (Uhrzeit noch unbekannt). Bis Ende 2014 entscheidet der Kreistag über den Nahverkehrsplan, einschließlich Finanzierung und Organisation. Bis 30. Juni 2015 entscheidet der Kreistag über die Tarifgestaltung und Fahrscheinentgelte.

Sieben Haupttrassen
Zum Taktnetz des Nahverkehrsplanes ab Januar 2016 zählen diesen sieben Achsen im Regionalverkehr von Nordwestmecklenburg:

Achse 1: Wismar — Grevesmühlen — Dassow — Lübeck
Achse 2: Wismar — Boltenhagen — Dassow — Schönberg — Herrnburg — Lübeck
Achse 3: Wismar — Neukloster — Warin — Blankenberg
Achse 4: Insel Poel — Wismar — Schwerin
Achse 5: Wismar — Gadebusch — Ratzeburg
Achse 6: Schwerin — Grevesmühlen — Boltenhagen
Achse 7: Schwerin — Gadebusch — Schönberg — Lübeck


Takt: montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit stündlich, ansonsten 2-Stunden-Takt. Wochenende und Feiertage: zwischen zwei und vier Stunden.



Erste Ankunft wochentags spätestens:

Schwerin: 7 Uhr, Fahrtbeginn Gadebusch, Grevesmühlen, Wismar
Wismar: 7 Uhr, Beginn Schwerin, Warin, Grevesmühlen, Gadebusch
Lübeck: 7 Uhr: Beginn Gadebusch, Grevesmühlen.



Letzte Abfahrt von Schwerin, Wismar, Lübeck jeweils frühestens 20.30 Uhr.



An Wochenenden und Feiertagen können sich erste und letzte Abfahrt um bis zu zwei Stunden nach hinten bzw. nach vorne verschieben.

 



Heiko Hoffmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wismar/Grevesmühlen
Der Busbahnhof in Wismar bleibt ein zentraler Anlaufpunkt für Fahrgäste. In fünf von sieben Regionalachsen des Nahverkehrsplanes wird die Hansestadt eingebunden.

Der Eigenbetrieb hofft, mit den neuen Angeboten mehr Fahrgäste anzulocken.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist