Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Mit Smartboard und mobilem Abzug

Neukloster Mit Smartboard und mobilem Abzug

Modernste Technik im Chemiekabinett am Gymnasium in Neukloster / Kreis investiert 240000 Euro

Voriger Artikel
Bald legen Handwerker am Polizeigebäude wieder los
Nächster Artikel
Hüttemann-Mitarbeiter wollen mehr Geld

Philipp Ficht aus der Klassenstufe 12 führt unter dem mobilen Abzug im neuen Chemieraum ein feuriges Experiment vor: „Die Hölle der Gummibärchen“. Dabei treffen die wasser-, zucker- und gelatinehaltigen Süßwaren auf geschmolzenes Kaliumnitrat – und sie beginnen zu glühen. FOTOS (2): SYLVIA KARTHEUSER

Neukloster. . Was Philipp Ficht da unter dem mobilen Abzug treibt, duftet sicher nicht nach Veilchen. Sein Versuch im neuen Chemiekabinett des Gymnasiums Am Sonnenkamp in Neukloster heißt „Die Hölle der Gummibärchen“ – und ist ziemlich feurig. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) schaut gebannt, was mit den Gummibärchen im heißen Kaliumnitrat passiert, wie sie anfangen zu glühen. „Ich muss zugeben, Chemie war nie meine Sache.“

OZ-Bild

Modernste Technik im Chemiekabinett am Gymnasium in Neukloster / Kreis investiert 240000 Euro

Zur Bildergalerie

Doch mit Chemie, die ja mit der Umwandlung von Stoffen zu tun hat, hatte Kerstin Weiss gestern nur in soweit zu tun, als dass sie in Neukloster sah, in was sich das Geld der Kreisverwaltung verwandelt hat: In einen hochmodernen Raum für Fachunterricht. Noch dazu in einen Raum für 30 Schüler. „Wir konnten vorher nie alle gleichzeitig unterrichten, weil der Raum zu klein war“, erklärte Schulleiterin Astrid Paschen. Er war für maximal 24 Schüler zulässig. Das hieß, bei 30 Schülern musste in zweimal 15 geteilt werden, was wiederum bedeutete, dass die Lehrer mehr Unterricht machen mussten. „Bei jeder Planung haben wir uns gefragt: Wo können wir Stunden abknapsen, um die zusätzlichen Lehrerstunden zusammenzubekommen“, erinnerte die Schulleiterin. Das ist dank des neuen Chemiekabinetts nicht mehr nötig. Durch Umbaumaßnahmen hat der Raum jetzt die nötige Größe.

240000 Euro hat sich der Landkreis als Träger des Gymnasiums die Unterrichtsverbesserung kosten lassen. 150000 Euro kosteten allein die baulichen Veränderungen und die Fachraumausstattung schlug mit 85000 Euro zu Buche. Zudem investierte der Landkreis 5100 Euro in eine elektronische Tafel. Von diesem Smartboard ist Chemielehrerin Uta Ehrke besonders begeistert, auch wenn es gestern bei der Premiere leicht hakte. „Es ist großartig“, betonte sie, „ich kann durch verschiedene Videos den Schülern Dinge anschaulich machen, die ich sonst nur theoretisch erklären könnte.“ Zum Beispiel wie Quecksilber gewonnen wird. Das ist trotz des neuen Abzugs viel zu giftig, um es im Schulunterricht praktisch vorzuführen.

Durch ein Touchscreen vermag die elektronische Tafel aber noch mehr. So bedarf es nur weniger Handbewegungen auf der Oberfläche, um aus einer Handschrift eine Druckschrift zu machen. Etwas, das Uta Ehrke besonders fasziniert. „Dann kann wirklich jeder Schüler meine Schrift lesen“, sagte sie und lachte.

Die Schülerinnen und Schüler haben ihren neuen Chemieraum schon in Besitz genommen. Caroline Suchau, Analena Frick und Yara Moltmann haben beispielsweise untersucht, was mit einer CD passiert, wenn sie in die Mikrowelle kommt. „Bitte auf keinen Fall nachmachen, es entstehen giftige Gase“, warnte Caroline Suchau. Durch die chemische Reaktion würden auf der Oberfläche aber auch blau-weiße Miniblitze entstehen, beschrieben die Schülerinnen ihre Beobachtungen. „Ähnlich ist die Reaktion, wenn man eine Glühlampe in die Mikrowelle legt“, sagte Analena Frick – und führte es den Besuchern vor. Denn zur Einweihung des neuen Chemiekabinetts waren neben Landrätin, Schulleiterin und Fachlehrerin auch Kreistagspräsident Klaus Becker, Bürgermeister Frank Meier sowie Vertreter der planenden und ausführenden Firmen, der Verwaltung und der Elternschaft gekommen.

Aus der Geschichte

Bereits im 13. Jahrhundert wurde durch das Zisterzienserkloster Sonnenkamp in Neukloster der Grundstein für ein Bildungszentrum in der Region gelegt.

1862 wurde das Lehrerseminar von Ludwigslust nach Neukloster verlegt. 1904 erfolgte die Erweiterung um das Aulagebäude, heute Sitz des Gymnasiums.

1923 wurde im Lehrerseminar die Aufbauschule für begabte Schüler aus der Region etabliert. Bedingt durch die Ereignisse wurde die gymnasiale Ausbildung nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst beendet.

1991 wurde das Gymnasium für Schüler aus Neukloster und der Region im modern rekonstruierten Aulagebäude wieder eröffnet.

Sylvia Kartheuser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Schulnavigator Teil 3: Die OZ stellt alle weiterführenden Schulen in Greifswald und Umgebung vor
Albert Götz (10, vorne links) hält eine historische Postkarte, Jördes Werner (10, vorne in der Mitte) und Martha Stühmer (9, vorne rechts), alle aus der vierten Klasse, zeigen ihre Epochenhefte aus der Heimatkunde bei Lehrerin Sonnhild Eichhorn (45).

Alternatives Konzepte zeichnen die Waldorfschule aus / Lebensnahe Inhalte werden vermittelt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.