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Mit Unterschriften gegen neues Wohngebiet in Wendorf

Wismar Mit Unterschriften gegen neues Wohngebiet in Wendorf

Bürger wollen mit Petition die geplante Bebauung neben der Median-Klinik stoppen / Bisher rund 2000 Unterzeichner / Stadt: Öffentlichkeit wurde frühzeitig beteiligt

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Auf der rot markierten Fläche neben der Median-Klinik in Seebad Wendorf soll das neue Wohngebiet entstehen.

Quelle: Fotos: Ulrich Jahr (1), Vanessa Kopp (1), Oz (3)

Wismar. Für Manfred Wahls steht fest: „Wer wirklich will, dass städtebaulicher Missstand und Brachflächen verschwinden, der muss auch bereit sein, dafür zu kämpfen.“ Und das macht der Bauingenieur aus Wismar. Wogegen er kämpft? Das geplante Wohngebiet im Stadtteil Wendorf, westlich von der Median-Klinik. 86 Bauplätze sollen auf der Ackerfläche in Toplage entstehen. Wahls kämpft nicht allein: Die Bürgerinitiative „Wisun — Wismarer Initiative für verantwortungsvolle Stadtpolitik und Naturerhalt“ spricht sich ebenfalls gegen eine Bebauung der Fläche aus. Seit Ende Februar sammeln die Akteure Unterschriften gegen das geplante Projekt, ein offener Brief soll bald der Bürgerschaft vorgelegt werden. Rund 2000 Wismarer haben laut den Initiatoren bereits auf den Listen ihre Unterschrift gesetzt.

OZ-Bild

Bürger wollen mit Petition die geplante Bebauung neben der Median-Klinik stoppen / Bisher rund 2000 Unterzeichner / Stadt: Öffentlichkeit wurde frühzeitig beteiligt

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„Ich verstehe nicht, warum durch dieses Wohngebiet wertvoller Ackerboden unwiederbringlich zerstört werden muss“, erklärt Lutz Tannhäuser seine Beweggründe, sich an der Bürgerinitiative zu beteiligen. „Zudem wird ein Naherholungsgebiet am Stadtrand in Mitleidenschaft gezogen.“ Anfangs gäbe es Baulärm, dann würden der Autoverkehr der Anwohner stören. „Auch die Median-Klinik wird unserer Meinung nach in ihrem Bestand gefährdet und verliert durch so ein Wohngebiet und den geplanten Lärmschutzwall an Attraktivität.“ Ruhe, Abgeschiedenheit und unmittelbarer Zugang zu ungeschmälertem Naturerlebnis seien bisher die Pluspunkte für die Patienten.

Für Manfred Wahls gilt der Grundsatz: „Innen- vor Außenentwicklung!“ Seiner Meinung nach gebe es noch genügend mögliche Bebauungsflächen in der Innenstadt, so beispielsweise das ehemalige Hevag-Gelände, das Gelände der ehemaligen Malzfabrik oder die Fläche der einstigen Fleischwarenfabrik. Weiter fordert er: „Der Status Weltkulturerbe ist nur dann ein Gewinn für die Bürger, wenn die Rahmenbedingungen insgesamt stimmig sind.“ Er plädiert dafür, dass die Nutzung vorhandener Baufelder immer an erster Stelle stehen müsse. „Städtebaulicher Missstand, wie er in diesem Bereich schon über viele Jahrzehnte besteht, kann nur mit einer gesamten Überplanung des Gebietes beseitigt werden“, so seine Meinung, jedoch nicht mit einem neuen Wohngebiet.

Vonseiten der Stadtverwaltung heißt es: „Die Hansestadt Wismar hat frühzeitig die Öffentlichkeit beteiligt, hierfür gibt es die gesetzlichen Verfahren nach dem Baugesetzbuch“, sagt Marco Trunk, Sprecher der Stadt. „Nach dem Aufstellungsbeschluss (Anm. der Redaktion: dieser gibt an, welche Fläche überplant wird und wie das Planungsziel lautet) gab es eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Auch nach dem Auslegungsbeschluss wurden die Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit beteiligt, hier kann jeder Bürger Einwände erheben und Stellungnahmen einreichen.“ Fakt ist, der Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss wurde bereits in der Vergangenheit durch die Bürgerschaft gefasst. Voraussichtlich im Mai beschäftigen sich die Stadtvertreter im nächsten Schritt mit der Satzung des Bebauungsplanes.

Investor des Bauprojekts ist die LGE Landesgrunderwerb MV GmbH. „Jede Stadt braucht neben einer behutsamen Stadterneuerung, einer verträglichen Nachverdichtung und der weiteren Festigung des Plattenbaubestandes auch Flächenpotenziale für Eigenheime in guten und attraktiven Lagen“, erklärt Robert Erdmann von der LGE. „Auch Wismar braucht dringend weitere Eigenheimstandorte und das sobald wie möglich, um die starke Nachfrage erfüllen zu können.“ Bereits 100 Interessenten hätten sich bisher für einen Bauplatz in Wendorf gemeldet.

Von Vanessa Kopp

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