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Nahbus: Neue Tarife kommen erst im Mai

Wismar Nahbus: Neue Tarife kommen erst im Mai

Doch keine Umstellung zum Januar / Wirtschaftsausschuss tagt heute / Bürgermeister von Neukloster fordert schnelles Handeln

Wismar. Millionenloch, zu wenige Fahrgäste und seit September die Einsicht, dass so nicht weitergefahren werden kann. Wer dachte, ab Januar drückt die Nahbus GmbH, ein Unternehmen des Landkreises Nordwestmecklenburg, aufs Tempo, irrt gewaltig.

 

OZ-Bild

Hinsichtlich der Machbarkeit werden derzeit verschiedene Varianten beraten.“ Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises

Die neuen Tarife sollen erst ab 25. Mai 2017 gültig werden. Das soll der Kreistag auf seiner Sitzung am 3. November beschließen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung beinhaltet außerdem die Einführung des Tarifes ab dem 1. Januar 2017. Die Einzelheiten des Tarifes sollen dem Kreistag gesondert – also später – vorgelegt werden.

Die Zeit zwischen Januar 2017 und Mai 2017 soll genutzt werden für die technische Umrüstung, Schulung der Mitarbeiter und Marketing.

Wie der neue Tarif aussehen soll, steht noch nicht fest. „Die künftige Gestaltung der Fahrpreistarife für die Benutzung von Nahbus wird gegenwärtig von den Verantwortlichen vor Ort und externen Fachleuten intensiv vorbereitet. Hinsichtlich der Machbarkeit werden derzeit verschiedene Varianten beraten“, sagt Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises. Heute befasst sich der Wirtschaftsausschuss des Kreistags mit dem Thema. Da sollen auch Informationen zur Sprache kommen, die noch unter Verschluss gehalten werden.

Von 7. bis 11. November ist ein Experten-Workshop zum neuen Tarif vorgesehen, am 30. November und 5. Dezember beraten dazu der Wirtschafts- und der Kreisausschuss, am 8. Dezember soll der Kreistag den neuen Tarif beschließen.

Rückblick: Mit Nahbus sollte der Öffentliche Personennahverkehr im Landkreis attraktiver werden. Doch die Anlaufschwierigkeiten waren und sind gewaltig. Reihenweise musste nachgebessert werden. Die Kosten laufen aus dem Ruder. „Wir müssen das Defizit beim Nahverkehr senken. Jedes Jahr können wir uns einen Zuschuss in Höhe von 2,2 Millionen Euro nicht leisten“, sagte Landrätin Kerstin Weiss (SPD) im September.

Seit September liegt dem Kreistag auch der Evaluationsbericht zum Nahverkehr vor. Von niedrigen Fahrgastzahlen ist die Rede, die gesteigert werden müssten. Der Bericht zeigt Lösungen auf – darunter Veränderungen im Fahrplan und beim Tarifkonzept.

Unstrittig ist offenbar, dass künftig die Kurz- und Mittelstrecken, also die Strecken, die am meisten von den Fahrgästen nachgefragt sind, günstiger werden sollen. Das hat der Landkreis bereits durchblicken lassen.

Fahrgäste können derzeit beispielsweise für vier Euro quer durch den Kreis von Selmsdorf nach Warin fahren, bezahlen aber denselben Preis für die kurze Strecke von Wismar nach Dorf Mecklenburg oder von Wismar nach Neukloster.

Vor Nahbus kostete die Einzelfahrt nach Neukloster 3,70 Euro (Hin- und Rückfahrt 6,70 Euro) und nach Dorf Mecklenburg 2,30 Euro (Hin- und Rückfahrt 4,10 Euro). Mit einem Flexticket von Nahbus (10er-Karte) kostet die Einzelfahrt 3,20 Euro.

Der Bürgermeister von Neukloster, Frank Meier (ptl./CDU-Liste), ist mit der Situation sehr unzufrieden: „Aus den zur Verfügung stehenden Informationen kann für den Außenstehenden nur geschlussfolgert werden: Nahbus wirtschaftet in Größenordnungen im Minus, und das wird sich absehbar auch nicht ändern.“

Meier möchte einige Fragen geklärt haben: Ist das Defizit ÖPNV/Schülerverkehr ein Problem, das es erst seit Nahbus gibt? Wenn nein, wie und wo war es dargestellt? Wie viel mehr Fahrkilometer bietet Nahbus auf welchen Strecken? Wie wird Nahbus von den Nutzern bewertet? Der Bürgermeister fordert schnelles Handeln: „Noch ein halbes Jahr weiter so geht auf gar keinen Fall. Ich möchte genau wissen, wofür ich die Hand heben soll. Für mich selbst und für die Menschen, denen ich es erklären muss. Das kann ich aber jetzt nicht, doch dafür bin ich da.“

Millionenloch

Zum 1. Januar 2016 wurde das neue Nahverkehrskonzept der Nahbus GmbH, ein Unternehmen des Landkreises Nordwestmecklenburg, umgesetzt.

Nahbus fuhr schnell in die roten Zahlen, die Auszahlung einer eingeplanten Reserve in Höhe von 500 000 Euro war notwendig.

Im September 2016 stimmte der Kreistag einer weiteren Finanzspritze in Höhe von 1,7 Millionen Euro für das laufende Jahr bei der Nahbus GmbH zu.

Das Minus bei den Erträgen beläuft sich auf etwa 1,77 Millionen Euro, außerdem gab es Mehrausgaben von rund 470 000 Euro.

Für das Jahr 2017 sind zusätzliche 1,5 Millionen Euro Defizit eingeplant.

Heiko Hoffmann

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