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Neuer Speicher für die Stadtwerke

Grevesmühlen Neuer Speicher für die Stadtwerke

Wunsch nach Fernwärme in Grevesmühlen wächst / Aktuell werden in der Karl-Marx-Straße Leitungen verlegt / Interesse auch bei Privathaushalten

Grevesmühlen. Der Trend zeigt sich deutlich: Immer mehr Eigentümer wollen ihre Immobilien ans Fernwärmenetz der Stadtwerke Grevesmühlen anschließen. Deshalb investiert das städtische Unternehmen nun in einen zusätzlichen Wärmespeicher, um dem vermehrten Bedarf an kühleren Herbst- und Wintertagen gerecht zu werden.

Seinen Platz hat der Speicher auf dem Gelände am Grünen Weg gefunden. Vorsichtig hievt der Kranfahrer das 100000 Euro teure und 20 Meter hohe Geschoss an Ort und Stelle. 120 Kubikmeter fasst der Behälter. „Damit können wir noch besser auf Schwankungen im Wärmebedarf reagieren“, sagt Werner Küsel von den Stadtwerken. Soll heißen: Die Wärmespitzen sind – ob Sommer oder Winter – in den Morgen- und Abendstunden, weil dann in vielen Haushalten geduscht wird. Schwankungen sind im Herbst und Winter vor allem in den Abendstunden zu spüren. „Ein Novembertag bei vier Grad mit Wind und Regen – dann drehen die Leute abends ihre Heizung auf“, erklärt Küsel. Planbar sei das nicht, auch wenn der Wetterbericht verfolgt und Prognosen erstellt würden. Damit Heizungen und Wasser nicht kalt bleiben, sichert der Speicher, wie es der Name eben sagt, die nötige Wärme, die sozusagen im Vorrat erzeugt wurde. Der Großteil wird in der Biogasanlage Degtower Weg und im Blockheizkraftwerk Grüner Weg produziert. Bis 5000 Kilowatt/Stunde können gespeichert werden. Im Winter reiche das für eine Stunde, erklärt Torsten Perschk, bei den Stadtwerken zuständig für Erzeugung und Technische Dienstleistungen. Bis dahin haben die Biogasanlage, das Blockheizkraftwerk und auch die Heizkessel auf dem Gelände der Stadtwerke für Nachschub gesorgt. Die Nachfrage ist da, in der Vergangenheit waren die Stadtwerke für mehrere Verkehrsbehinderungen aufgrund von Tiefbauarbeiten verantwortlich. Die letzten großen Baumaßnahmen fanden in der Wismarschen Straße und der August-Bebel-Straße Ende des vergangenen Jahres statt, um eine Leitung zum nun abgerissenen Eckhaus an der Schulstraße zu legen. Dort errichtet die Wohnungsbaugesellschaft (Wobag) ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Aktuell wird in der Karl-Marx-Straße gebuddelt. In absehbarer Zeit sollen dort unter anderem der neue Wohnpark auf dem Gelände des ehemaligen Diamantwerks und der Zweckverband an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Letztgenannter erzeugt Wärme mit Abwasser und Gas. „Die Gastherme soll aber mittelfristig abgeschafft werden“, berichtet Tilmann Lucas, Prozessingenieur beim Zweckverband.

Nämlich dann, wenn das Unternehmen an das Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen wird – frühestens in einem Jahr, wenn der Wohnpark fertiggestellt ist. Das Fernwärmenetz in Grevesmühlen wird ständig erweitert. Sogar private Eigenheime sind angeschlossen, zum Beispiel am Kapellenberg. Außerdem Schulen, das Vereinshaus sowie sanierte Mehrfamilienhäuser im Stadtzentrum. Mit dem neuen Speicher sei genügend Wärme vorhanden, um weitere potenzielle Interessenten anzuschließen, sagt Werner Küsel. Doch nicht für alle rentiert sich der Anschluss an das Netz. Zum Beispiel wird das neue Wohngebiet an der Klützer Straße nicht mit Fernwärme versorgt. Heizen mit Gas ist dort wirtschaftlicher. Grund: Fernwärmeleitungen müssten bis an den Stadtrand gelegt werden – zu teuer für die Stadtwerke. „Aber bei der Erschließung des Wohngebiets West I soll eine Leitung verlegt werden“, erläutert Küsel. Ausgangspunkt: das Klärwerk.

Jana Franke

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