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Niedrigzinsniveau bleibt Herausforderung für Sparkasse

Wismar Niedrigzinsniveau bleibt Herausforderung für Sparkasse

Vorstand ist dennoch mit Geschäftsjahr 2015 zufrieden / Er freut sich über Wachstum im Kreditgeschäft / Kundeneinlagen stiegen auf über eine Milliarde Euro

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Niedrigzinsniveau bleibt Herausforderung für Sparkasse

Der Vorstand der Sparkasse: Vorsitzender Manuel Krastel (52/l.) und Mitglied Kay Facklam (42).

Quelle: Haike Werfel

Wismar. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) macht den Kreditinstituten zu schaffen. „Nach den Entscheidungen in der vergangenen Woche ist klar, dass die Zinsen noch über Jahre sehr niedrig bleiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest gestern auf der Bilanzpressekonferenz. Manuel Krastel zeigte sich wenig begeistert von den Beschlüssen der EZB. Aktuell liegen die Renditen bei Bundesanleihen mit einer Laufzeit von bis zu acht Jahren im negativen Bereich, die Verzinsung im Zehnjahresbereich beträgt gerade einmal 0,18 Prozent. „Das sehen wir mit großer Sorge für unsere Sparer und deren Altersvorsorge“, sagte Krastel.

Auch für die Sparkasse sei das niedrige Zinsniveau eine große Herausforderung. Es werde immer schwieriger, ausreichende Erträge zu erwirtschaften. Dennoch zeigte sich der Vorstand mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2015 zufrieden. Die Bilanzsumme der Sparkasse hat sich von 1,133 Milliarden Euro auf 1,177 Milliarden erhöht. Dazu beigetragen habe das Wachstum im Kreditgeschäft, erläuterte Vorstandsmitglied Kay Facklam. Die Sparkasse vergab Kredite in Höhe von 92,5 Millionen Euro, 24,6 Millionen mehr als 2014. Die Zusagen gingen vor allem an gewerbliche Kunden (41,7 Mio.) sowie an private Baufinanzierer (33,1 Mio.).

Auch die Kundeneinlagen wurden um 39,1 Millionen Euro deutlich gesteigert. Damit setzte sich der Trend der letzten Jahre fort. „Wir haben die Milliarden-Marke geknackt“, sagte Facklam. Aber nach wie vor würden viele Kunden ihre Gelder eher kurzfristig parken, was für die Altersvorsorge und die Vermögensanlage nicht gut sei. „Mit negativen Zinsen müssen die Sparer derzeit nicht rechnen“, trat Facklam Befürchtungen entgegen.

Das Niedrigzinsniveau habe aber dazu geführt, dass die Kunden mehr Wertpapiere kaufen. Die Anlagen stiegen um 5,4 Prozent auf 147 Millionen Euro. „Wir unterbreiten unseren Kunden auf Basis der Ziele und ihrer Risikobereitschaft einen individuellen Anlagevorschlag“, berichtete Facklam. „Es zeigt sich immer wieder, dass sie zu viel Liquidität vorhalten und noch deutliches Potenzial für Wertpapiere oder Fonds vorhanden ist.“

Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen habe der Vorstand seine Hausaufgaben gemacht, sagte Manuel Krastel, und wichtige Weichen für die Zukunft der Sparkasse gestellt. „Wir haben die Öffnungszeiten den Nutzungsgewohnheiten der Kunden angepasst. Erste Erfahrungen zeigen, dass dies richtig war. Beratungstermine bieten wir auch außerhalb der Öffnungszeiten an“, sagte Krastel. Zudem versicherte er, dass die Sparkasse mittelfristig keine Filialen schließen wird. Im Gegenteil, sie modernisiere sie. Am Friedenshof und in Neukloster wurde begonnen, zurzeit sei die Hauptgeschäftsstelle am Markt in Wismar an der Reihe, später folge die in Wendorf. Außerdem wurde die Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten reduziert und die Kontoführungsgebühren wurden erhöht.

Zahlen und Fakten

1,03 Milliarden Euro betragen derzeit die Einlagen der Kunden der Sparkasse Mecklenburg- Nordwest. Davon entfallen 147 Millionen Euro auf Wertpapieranlagen.

500 Asylberechtigte etwa haben ein Konto bei der Sparkasse eröffnet. Auch das gehöre laut Vorstandschef Manuel Krastel zu den Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts.

240 Frauen und Männer sind in den 18 Filialen beschäftigt sowie 16 Auszubildende. Die Sparkasse wurde erneut als „Top-Ausbildungsbetrieb“ von der IHK ausgezeichnet.

Von Haike Werfel

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