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Provisorische Bushaltestelle sorgt für dicke Luft

Wismar Provisorische Bushaltestelle sorgt für dicke Luft

Mecklenburger Straße: Laden-Besitzer und Stadt streiten um fünf Meter / Gewerbetreibender kündigt Schließung für Ende Juni an

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Die Haltestelle in der Mecklenburger Straße 8 – vor dem Geschäft von Horst Krumpen – ist stark frequentiert. FOTOS (2): HEIKO HOFFMANN

Wismar. Dicke Luft in der Mecklenburger Straße 8. In der Nähe des Marktplatzes ringen Ladeninhaber Horst Krumpen und die Stadtverwaltung um den Standort für die Bushaltestelle. „Ich kann nicht verstehen, dass die Haltestelle nicht fünf Meter in Richtung VR-Bank verrückt werden kann. Vielleicht fallen zwei Parkplätze weg, aber niemand würde dadurch beeinträchtigt werden“, sagt Krumpen. Seit zehn Jahren betreibt er das Geschäft für Tabakwaren, Zeitung, Zeitschriften, Souvenirs und Lotto.

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Mecklenburger Straße: Laden-Besitzer und Stadt streiten um fünf Meter / Gewerbetreibender kündigt Schließung für Ende Juni an

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Keine Haltestelle in Wismar wird so stark frequentiert wie die am Marktplatz. Die Wartenden stehen oft vor dem Geschäft oder bei Regen geschützt im Eingang. Horst Krumpen: „Meine Kunden kommen dann nicht rein.“ Das von Außenstehenden ins Feld geführte Argument, dass sein Umsatz durch die Haltestelle steige, könne er nicht bestätigen. Für die sture Haltung der Stadtverwaltung habe er daher kein Verständnis.

An einem Aufsteller hängt ein Zettel mit der Aufschrift: „Liebe Fahrgäste der Nahbus GmbH! Bitte halten Sie den Eingang des Ladens und die Treppe frei! Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.“ An Regentagen, sagt er, bitte er über 50 Mal um Verständnis. „Da kann es schon mal schwer fallen, immer freundlich zu bleiben.“ Im Clinch mit der Stadt liegt Krumpen, seit die Haltestelle zu Beginn des Jahres vom Markt verlegt wurde. Das hängt mit den Bauarbeiten am Schweriner Tor zusammen. Die Zufahrt durch die Dankwartstraße ist gesperrt. Nun fährt der Bus durch die Mecklenburger Straße und hält vor dem Geschäft. Dies soll bis zum Sommer so bleiben. Danach wird wieder die Haltestelle am Markt angefahren.

Die Stadt sieht den Vorteil, „dass im Haltestellenbereich die Hausvorfelder relativ groß sind. Damit sind günstige Voraussetzungen gegeben, den durchgängigen Gehweg weitestgehend nicht zu blockieren“, so Sprecher Marco Trunk. Weitere Vorteile: Die Haltestelle sei vom Marktplatz einsehbar und Parkplätze müssen nicht gesperrt werden. Und: „Sollte die Be- und Entladezone nicht belegt sein, können auch zwei Busse in diesem Bereich zum Ein- und Aussteigen halten. Es nicht ungewöhnlich, dass hier zwei Busse hintereinander stehen.“

Immerhin gab es nach der Beschwerde von Laden-Betreiber Krumpen einige Kompromisse: Die Beschilderung der Be- und Entladezone wurde konkretisiert, der fehlende Papierkorb wurde aufgestellt, der Haltestellenbereich wird jetzt täglich gereinigt. Und nach seinem Hinweis wurden auch die losen Pflastersteine wieder ordentlich verlegt.

Krumpen beklagt nicht zuletzt die fehlende Kommunikation. „Wenn die Verwaltung mit uns Anwohnern bzw. Geschäftsinhabern sprechen würde vor dem Einrichten einer solchen Haltestelle, könnte manches Problem vielleicht schon im Vorfeld vermieden werden.“

Bürgernähe wird aus seiner Sicht auch ad absurdum geführt, wenn nach seiner Kritik eine Begehung von acht bis zehn Mitarbeitern der Stadt und Nahbus stattfindet, aber selbst dann kein persönliches Gespräch mit ihm stattfinde.

In einer Reaktion an die Stadt schwingt Bitterkeit mit, wenn Horst Krumpen schreibt: „Ich darf Ihnen aber versichern, Mitte des Jahres sind Sie das Problem endlich los. Sollte kein Wunder angesichts anstehender Mieterhöhungen und des ach so freundlichen Umgangs der Verwaltung mit Gewerbetreibenden geben, so werde ich spätestens am 30. Juni 17 an dieser Stelle schließen.“ Er sei aber intensiv auf der Suche nach einem alternativen Standort für ein Geschäft.

Heiko Hoffmann

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