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Schönheitskur für den „Heringstage“-Kutter

Wismar Schönheitskur für den „Heringstage“-Kutter

WIS 008 übernimmt mit neuem Farbanstrich den maritimen Auftakt der Wismarer Traditionsveranstaltung / Berufsfischer Stefan Kübart: „Die Politik tut zu wenig für uns“

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Das symbolische Anlanden des Herings mit dem Kutter von Stefan Kübart gilt seit Jahren als einer der publikumswirksamen Höhepunkte der vom Köcheclub veranstalteten Wismarer Heringstage.

Wismar. „Irgendwann muss der Kutter mal wieder raus aus dem Wasser.“ Diese Erkenntnis reift bei Stefan Kübart in regelmäßigen Abständen. Inzwischen hat der Wismarer Berufsfischer den geeigneten Zeitpunkt gefunden. Seitdem steht WIS 008 auf dem Trockenen.

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WIS 008 übernimmt mit neuem Farbanstrich den maritimen Auftakt der Wismarer Traditionsveranstaltung / Berufsfischer Stefan Kübart: „Die Politik tut zu wenig für uns“

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Stefan Kübart hat eine Situation genutzt, in der es wegen der Wetterlage zum einen nicht lohnt, zu den Stellnetzen in die innere Wismarbucht zu fahren. Zum anderen es aber möglich war, im Freien arbeiten. Als gelernter Bootsbauer weiß er, dass es Temperaturen möglichst im zweistelligen Bereich bedarf, um die Bootshülle mit Farbe wieder einmal zu konservieren.

Ein ordentliches Abschruppen des Unterwasserschiffes und am Ende auch Schleifen war dem Anstrich vorangegangen. Immerhin hatten Algenbewuchs und Muschelbefall am sogenannten GFK- Rumpf in Scheinklinkerbauart Spuren hinterlassen. Diese Arbeiten sind erledigt. Nur das Auftragen des Antifoulings, des Anstrichs unterhalb der Wasserlinie seines 7,20 Meter Kutters, muss beendet werden.

Damit erst im zeitigen Frühjahr zu beginnen, ist Stefan Kübart zu unsicher. Schließlich hat er zugesagt, mit seinem Kutter den maritimen Auftakt zum Start der nächsten Wismarer Heringstage zu übernehmen, die vom 18. März bis 2. April stattfinden.

Der Berufsfischer möchte schon, dass sein „Schiffchen“ beim Auftakt der 15. Heringstage ordentlich in Farbe steht. Schließlich hat er bisher mehr als die Hälfte des medienwirksamen jährlichen Zeremoniells der Anlandung zu Ehren des Herings mit seinem Kutter vor den Augen hunderter Hafenbesucher bestritten. „Ich mache das doch gern, auch wenn es in unserem Fischerberuf derzeit gar nicht rosig aussieht", stellt er nüchtern fest.

Stefan Kübart kommt aus aktuellem Anlass nicht umhin, das Reizthema Fangquotenregelung der EU anzusprechen. 56 Prozent weniger Dorsch fangen zu dürfen als im Vorjahr, das sei für ihn schon heftig.

Doch der Leidensweg, der die drei noch tätigen Wismarer Berufsfischer einschließt, hat bereits früher begonnen. Denn der als lukrativer „Brotfisch“ bezeichnete Dorsch macht sich schon länger in den Flachwasser-Stellnetzen der Wismarbucht rar. Und das ungeachtet der Fangquotenfestlegung.

Etliche Vorschläge von „oben“ habe es bereits gegeben, um die Situation im Fischereigewerbe zu verbessern, sagt Stefan Kübart. Sogar von Entschädigungen bei Stilllegung von Kuttern ist die Rede.

Abwrackprämie kassieren, um damit gleichzeitig den Beruf aufzugeben, das kommt für den 50-jährigen Wismarer nicht in Frage. Überhaupt liege aus seiner Sicht die gesamte Fischereipolitik weiterhin im Argen.

„Für den Erhalt der traditionellen Fischerei, wie sie an den flachen Küstenabschnitten mit den Stellnetzen erfolgt, wird zu wenig getan“, kritisiert Kübart. Zudem werde seiner Meinung nach zwar viel geredet, würden auch Ideen zur Verbesserung der Situation entwickelt, doch eine konkrete, staatliche Unterstützung habe ihn persönlich nur selten erreicht. Sein Fazit: „Wer von und mit diesem Beruf leben will, muss das irgendwie aushalten. Und es braucht dabei mehr als nur Enthusiasmus. Mit Eintritt in den Ruhestand ist Schluss, denn ein Nachfolger für mich ist definitiv nicht in Sicht.“

Hans-Joachim Zeigert

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