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Sechs Fußballfelder für den Seehafen

Wismar Sechs Fußballfelder für den Seehafen

31 Millionen Euro werden in Flächen und Liegeplätze investiert / Rammarbeiten fast beendet

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Die Seehafen-Baustelle aus der Luft mit Nord- und Südmole und der vorderen Spundwand, an der später Schiffe festmachen. Links unten im Bild ist die Fundstelle eines mittelalterlichen Schiffes zu sehen. FOTO/GRAFIK: ULI JAHR/ARNO ZILL

Wismar. Dienstag war ein guter Tag. Nicht nur weil die Sonne schien. Im Seehafen wurde die neue Spundwand einem Härtetest unterzogen. „Wir sind glücklich, dass die statische Probebelastung erfolgreich war“, sagt Christian Bünger. Der Bad Kleiner hat sein Büro als Beratender Ingenieur in Wismar und ist für den Seehafen beim Projekt Hafenerweiterung tätig. An der 332 Meter langen Spundwand können Ende 2018 bis zu zwei Schiffe anlegen. Neben den Liegeplätzen wird eine neue Fläche für den Güterumschlag geschaffen. Diese ist 41500 Quadratmeter groß und entspricht etwa sechs Fußballfeldern.

OZ-Bild

31 Millionen Euro werden in Flächen und Liegeplätze investiert / Rammarbeiten fast beendet

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In das gesamte Vorhaben werden 31 Millionen Euro investiert. Bund und Land geben knapp 22 Millionen Euro, den Rest trägt die Seehafen Wismar GmbH. Mit den ersten Arbeiten wurde im September 2015 begonnen. Neue Gleise sind inzwischen verlegt worden, auch die Nordstraße als kürzeste Verbindung zur künftigen Kaianlage ist fertig. Der Munitionsbergungsdienst hat das Areal durchkämmt.

Seit November letzten Jahres wurden 255 Stahlpfähle – bis zu 30 Meter lang – für die Spundwand ins Erdreich gerammt. Die Rammschläge waren von Wendorf bis Fischkaten zu hören. Beschwerden gab es kaum, „vermutlich weil sich die meisten Wismarer mit dem Hafen verbunden fühlen und Neues für die Zukunft Wismars geschaffen wird“, glaubt Christian Bünger. Und Knut Mertz, Projektleiter von Hauptauftragnehmer Ed. Züblin AG, hat die gute Nachricht: „Wir sind mit dem Rammen erstmal so gut wie durch.“ Nur einige der insgesamt 95 Schrägpfähle – bis zu 43,5 Meter lang – müssen noch tiefer in den Boden.

Knut Mertz: „Die Spundwand allein würde auf Dauer dem Druck nicht standhalten. Darum sind die Schrägpfähle erforderlich, die mit der Spundwand verankert werden.“ Bei der Probebelastung wurden hydraulische Pressen angesetzt, um den Druck zu simulieren.

Nach Ostern wird mit der Landgewinnung die nächste Bauphase eingeläutet. Zwischen der 332 Meter langen Spundwand, der 50 Meter langen Süd- und der 200 Meter langen Nordmole wird Sand eingespült.

„Zunächst wird eine tragfähige Schicht erstellt, die den Schlick abdichtet. Diese ein Meter dicke Kiesschicht legt sich wie ein Teppich nieder. Sie dringt in den morastigen Boden und verdichtet das Erdreich“, erklärt Christian Bünger.

Rund 300000 Tonnen Sand werden von Krassow über die neue Straße, die an das Hafffeld anbindet, angefahren. Pistenraupen, wie aus dem Skiurlaub bekannt, verteilen den Kies. Das Wasser wird rausgedrängt. „Mit Vertikaldränagen, das sind Textilschläuche, entwässern wir den Boden“, sagt Knut Mertz.

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein. Großschiffe mit einer Länge bis zu 294 Meter können dann festmachen. Damit werde die Erschließung weiterer Märkte nach Übersee möglich, so Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) beim Auftakt der Arbeiten für die Spundwand.

Die Hansestadt ist mit 90 Prozent Hauptgesellschafter des Seehafens, zehn Prozent hält das Land. Christian Pegel (SPD), Verkehrsminister von MV, hatte bei der Übergabe der Fördermittel für das Projekt eine rosige Zukunft in Aussicht gestellt: „Der Seehafen hat in den kommenden 15 Jahren das Potenzial, den wasserseitigen Güterumschlag von 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr auf sechs Millionen Tonnen zu erhöhen.“

Heiko Hoffmann

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