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Seegras-Ärger: Insel Poel hofft auf Zuschuss vom Land

Wismar Seegras-Ärger: Insel Poel hofft auf Zuschuss vom Land

Gemeinde benötigt neue Technik und eine Lagerhalle zur Verarbeitung des Treibsel / Bis zu 90 Prozent der Kosten könnte das Schweriner Wirtschaftsministerium fördern

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Tonnenweise wird das angespülte Seegras vom Strand wie hier am Schwarzen Busch auf Poel weggeräumt.

Quelle: Fotos: Kurverwaltung Insel Poel (1), Gemeinde (1)

Wismar. Ein leidiges Thema für die Poeler, das Seegras. „Ein Viertel unserer Kurabgaben geben wir jährlich für die Beseitigung des Seegrases aus“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Richter (ptl.) in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. „Auch derzeit sind unsere Silos wieder voll. Wir müssen das Seegras abfahren lassen. Und da es nicht gesiebt ist, kostet das viel Geld.“ Denn Treibsel ist Sondermüll und die Entsorgung ist streng geregelt.

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Gemeinde benötigt neue Technik und eine Lagerhalle zur Verarbeitung des Treibsel / Bis zu 90 Prozent der Kosten könnte das Schweriner Wirtschaftsministerium fördern

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Doch dieses Problem will die Gemeinde gemeinsam mit der Kurverwaltung angehen. Die entsprechende Technik, eine Strandreinigungsmaschine und ein Transportfahrzeug, soll angeschafft sowie eine Lagerhalle errichtet und eine Pumpstation installiert werden. In dieser Anlage könnte das Seegras gespült, der verbleibende Sand danach wieder an den Strand gebracht werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 415000 Euro – mit einer Chance auf einen 90-prozentigen Zuschuss vom Land. Die Gemeindevertreter haben die Verwaltung nun damit beauftragt, diesen Prozess anzukurbeln. Der Eigenanteil der Gemeinde soll in den Haushalt 2017 eingestellt werden.

„Eine Förderung von bis zu neunzig Prozent ist möglich“, betonte die Bürgermeisterin. „Noch ist das nicht sicher.“ Dennoch habe sie gemeinsam mit Kurdirektor Markus Frick erste Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium geführt. Für Eike   Peters steht fest: „Wir können heil froh sein, wenn auch nur 50 oder 60 Prozent gefördert werden,“ meinte der Gemeindevertreter aus Oertzenhof. „Diese ganze Thematik ist ein großer Mist. Jetzt haben wir die Chance, sie einmal zu unserem Vorteil zu nutzen.“

Doris   Hildebrandt sieht das Prozedere etwas kritischer. „Für die Beantragung von Fördermitteln muss das alles klipp und klar aufgeschlüsselt werden. Bisher sind mir die Angaben noch zu unkonkret.“ Nach den ersten Schätzungen würden die neuen Maschinen 235 000 Euro kosten, die Halle mit Pumpstation mit 180 000 Euro zu Buche schlagen. Ein Vorteil: Im Haushalt 2017 sind bereits Mittel für einen neuen Unimog eingeplant.

Brigitte   Schönfeldt schlägt vor, sich ein Beispiel an den Gemeinden im Klützer Winkel zu nehmen. Dort erklärte Bauamtsleiterin Maria Schultz kürzlich, dass voraussichtlich ab 2017 Landwirte das Sand-Seegras-Gemisch als Bodenhilfsstoff in ihre Äcker einbringen könnten (die OZ berichtete).

Der Poeler Gemeindevertretervorsteher   Bodo Köpnick hält nichts von diesem Vorschlag: „Ich bezweifle, dass ein Landwirt das freiwillig machen würde. Seegras vergeht nicht.“ Auch Gabriele Richter sieht das nicht als Lösung für die Insel an. „Unsere Landwirte zeigen kein Interesse“, so ihre Erfahrung. „Und selbst wenn, werden wir den Massen trotzdem nicht Herr.“ Wenn das Seegras von Bauern abgenommen werden würde, müsste es die Gemeinde dennoch waschen und häckseln.

Kurdirektor Markus Frick findet es mehr als notwendig, sich um die Förderung zu bemühen. „Die Gemeinde alleine ist mit diesem Problem überfordert“, so seine Einschätzung.

Vanessa Kopp

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