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Solarstrom, Windkraft und Biogas vom Bauernhof

Kalsow Solarstrom, Windkraft und Biogas vom Bauernhof

Zum Tag der erneuerbaren Energien öffnet Landwirt Dietmar Hocke in Kalsow seine Anlagen / Mehr als zwei Millionen Euro hat er in die Umwelttechnik investiert

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Kinder dürfen am Sonnabend in Kalsow, wie hier Annie Hocke, mit kleinen Treckern Scheunen erkunden und im Stroh spielen. Fotos (3): privat

Kalsow. Bei erneuerbaren Energien hat Dietmar Hocke (47) die Nase ganz weit vorn. Der Landwirt aus Kalsow, Ortsteil der Gemeinde Benz, setzt auf Windkraft, Solarstrom und Biogas. Am Sonnabend, 30. April, zum Tag der erneuerbaren Energien können Besucher die drei unterschiedlichen Formen der Energiegewinnung von 10 bis 16 Uhr auf dem Hof in Kalsow erleben. Außer Informationen wird ein buntes Rahmenprogramm geboten, an dem auch Kinder ihren Spaß haben.

OZ-Bild

Zum Tag der erneuerbaren Energien öffnet Landwirt Dietmar Hocke in Kalsow seine Anlagen / Mehr als zwei Millionen Euro hat er in die Umwelttechnik investiert

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Doch wie wurde aus einem klassischen Landwirt mit Milchviehhaltung ein „Energiebauer“? Dietmar Hocke denkt kurz nach. „Naja, Umwelttechnik hat mich ehrlich gesagt schon immer interessiert“, sagt der 46-Jährige. Sie war auch sein Spezialgebiet an der Uni Rostock. Dort studierte er nach der Lehre zum Agrotechniker mit Abitur ab 1989 Landtechnik.

Nach dem Studium kehrte er in das Dorf zurück, in dem seine Familie seit 1936 ansässig ist: Kalsow. 1960 kam der Hof in die Zwangskollektivierung. Nach der Wende setzte Dietmar Hocke alles daran, den Hof wieder aufzubauen. Der bäuerliche Familienbetrieb nahm 1994 mit 100 Milchkühen und etwa 100 Hektar Acker- und Grünland, auf dem Marktfrucht und Futter angebaut wurden, den Betrieb wieder auf.

Milch gibt es aus Kalsow nicht mehr. 2009 schaffte der Landwirt die Milchkühe ab. „Der Milchpreis gab ein vernünftiges Wirtschaften nicht mehr her“, erklärt der 47-Jährige. Jetzt betreibt er in Kooperation mit anderen eine Jungrinderaufzucht und Landwirtschaft auf 280 Hektar, davon sind 55 Hektar Grünland.

Als Umwelttechniker hatte der Landwirt die Entwicklung auf dem Sektor der erneuerbaren Energien immer im Blick. 2005 kam die erste Solaranlage aufs Dach, dann aber gleich auf einer 1000 Quadratmeter großen Fläche. 2010 und 2012 wurden je zwei Windkraftanlagen gebaut und 2011 eine Biogasanlage mit Nahwärmenetz, das 2013 erweitert wurde. Ebenfalls vor drei Jahren investierte Dietmar Hocke noch einmal in die Solaranlage. Insgesamt hat Dietmar Hocke weit mehr als zwei Millionen Euro in seine drei Komponenten zu erneuerbaren Energien investiert.

Der Landwirt beliefert mittlerweile sieben Familien, ein Seniorenheim und vier Ferienwohnungen mit Wärme aus der Biogasanlage. Die Strommenge, die Solaranlage und Windräder liefern, würde ausreichen, um sieben Haushalte zu versorgen, die im Jahr einen durchschnittlichen Verbrauch von 3000 kWh haben. Als Nächstes ist geplant, die Wohnblöcke im Hauptort Benz ebenfalls mit Biogas zu versorgen.

Diesen Sonnabend können sich Besucher die Anlagen von 10 bis 16 Uhr anschauen. Dietmar Hocke und Hofmitarbeiter werden die Fragen zu erneuerbaren Energien beantworten. „Außerdem wollen wir Landwirtschaft zum Anfassen bieten“, sagt der 47-Jährige. Dazu zählt ein Besuch bei den Jungrindern ebenso wie einer im Silo mit der Silage für die Biogasanlage. Damit der Tag auch für die jüngeren Gäste zum Erlebnis wird, können sie in Stroh, Heu und Getreide toben. „Und wir haben auch leckeres Eis“, verspricht der Land- und Energiewirt. Das Catering übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Benz, die sich über die eine oder andere Spende freuen würde.

Diese Anlagen können besichtigt werden

In Nordwestmecklenburg beteiligen sich in diesem Jahr

• in Benz: die Hocke Bioenergie GmbH & Co.KG, Ortsteil Kalsow, Sonnabend, 30. April, 10 bis 16 Uhr, Solar, Windkraft, Biogas in Wietow: das Solarzentrum, Sonnabend, 30. April, 10 bis 16 Uhr, erneuerbare Energien im Hausbereich, Windkraftanlagen, Haustechnik, Klimazonenhaus, in Grevesmühlen: „Stadt ohne Watt“, Freitag, 29. April, von 9 bis 11 Uhr kann die Biogasanlage am Degtower Weg angeschaut werden. Energieminister Christian Pegel (SPD) wird dort um 9 Uhr den Tag der erneuerbaren Energien eröffnen. In Grevesmühlen können ebenfalls am 29. April von 9 bis 11 Uhr am Vielbecker Weg 8a das Klärwerk des Zweckverbands, dessen Wasserlehrpfad im Ortsteil Wotenitz, die Windkraftanlage der Stadtwerke in Upahl sowie die Solaranlage der Stadtwerke, Am Baarsee 4 in Grevesmühlen, besichtigt werden, in Kalkhorst: der Windpark Neuenhagen, Dassower Straße, Sonnabend, 30. April, 10 bis 15 Uhr, Den Tag der erneuerbaren Energien gibt es seit 1996. In diesem Jahr beteiligen sich rund 50 Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Alle Informationen online: www.energietag-mv.de

Von Sylvia Kartheuser

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