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Tschüss (kostenlose) Plastiktüte – Einkaufsnetz willkommen?

Wismar Tschüss (kostenlose) Plastiktüte – Einkaufsnetz willkommen?

Viele Händler in der Hansestadt Wismar haben umweltschonende Verpackungsalternativen

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Conny Sawalich (33) aus der Hansestadt Wismar ist kein Fan der Plastiktüten. Man sollte drauf verzichten oder sie immer weiterverwenden, sagt sie.

Wismar. Es war so bequem: Der neue Pullover – ein Schnäppchen – kam in die Plastiktüte. Der Einkauf auf dem Wochenmarkt genauso. In der Discounterdrogerie gab es die kleinen Tüten kostenlos zum Selbstabreißen an der Kasse. Damit ist in vielen Geschäften Schluss. Die Unternehmen sollen die Tüten nicht mehr kostenfrei abgeben, sie sollen „einen angemessenen Betrag“

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für die Tüten erheben.

Ab dem 1. Juli werden Plastiktüten in vielen Läden zwischen fünf und fünfzig Cent kosten, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der Handelsverband HDE haben sich Ende April auf das freiwillige Aus für die kostenlose Plastiktüte geeinigt. Das Ziel: Der Verbrauch der Plastiktüten soll in Deutschland halbiert werden. Das sieht zumindest eine EU-Richtlinie vor, auf die Deutschland erst einmal mit der freiwilligen Selbstverpflichtung reagiert.

„Wir haben die Plastiktüten abgeschafft, der Umwelt zuliebe“, erklärt Verkäuferin Hannelore Schulze vom Schuhhaus Hartmaier, direkt hinter dem Rathaus. Dort gibt es nun wie in manch anderem Laden Papiertüten bei Bedarf. „Aber es gibt auch Kunden, die fragen nach einer Plastiktüte“, erzählt sie und mutmaßt, dass manch eine dieser sonst kostenlos zum Schuhkauf abgegebenen Tüten ein zweites Leben als Müllbeutel fristete. Auch Peggy Heuer nutzt für ihre Modegeschäfte – beispielsweise „Myfreja“ in der Lübschen Straße – Papier. Darin werden die hochwertigen Kleidungsstücke eingeschlagen und kommen dann – hoffentlich – in den mitgebrachten Rucksack oder Beutel des Kunden, zur Not noch in eine unternehmenseigene Papiertüte. Die Diskussion über die freiwillige Selbstverpflichtung könnte ein Umdenken gerade bei jüngeren Kunden bewirkt haben. Viele reagieren, haben Stoffbeutel oder einen Rucksack dabei für den Einkauf.

„Das ist zu merken. Wir haben vorher schon sehr automatisch zur Plastiktüte gegriffen, aber manch ein Kunde hat gleich Nein gesagt und das gekaufte Buch so eingesteckt“, erzählt Volker Stein von der Wismarer Hugendubel-Filiale. Bei ihm gibt es nun die Plastiktüte für 20 Cent, einen schicken Stoffbeutel für 50 Cent. „99 Prozent der Kunden sehen es ein, dass die Tüten nun was kosten müssen. Aber einige diskutieren doch“, erzählt er weiter. Er lacht: „Vielleicht kommt der Dederon-Beutel aus DDR-Zeiten wieder in Mode.“ Die Idee ist gar nicht so weit hergeholt, weiß Katrin Speck vom „Stadtkonsum“ in der Dankwartstraße. Dort sind die klassischen Einkaufsnetze, wie man sie noch aus DDR-Zeiten kennt, der Renner. „Die kommen in Mode! Wir haben wieder welche nachbestellt“, erzählt die Verkäuferin und zeigt, was in diese Netze alles reinpasst. Die neuen Netze lassen sich sehr klein für die Hand- oder Hosentasche zusammenknautschen. Die Plastiktüte gibt es seit jeher für 10 Cent im Laden. „Die Bezahlpflicht sollte aber auch am Gemüsestand auf dem Markt gelten“, fordert sie. „Wir sind eine Ausnahme“, berichtet Birgit Becker, mit ihrem Gemüse- und Obststand ist sie mehrmals die Woche auf dem Wismarer Marktplatz. „Viele Kunden haben mittlerweile den Rucksack mit oder haben eigene Tüten dabei“, weiß sie. Aber viele nutzen auch weiterhin die kostenfreie Tüte vom Stand. „Versuch doch mal im Supermarkt, Obst und Gemüse ohne solch eine Plastiktüte zu kaufen“, gibt Conny Sawalich zu bedenken. Sie ist als Kundin kein Fan der Plastiktüten. „Unnötiger Müll!“, so die 33-jährige Chemielaborantin. Und außerdem sehen leuchtend bunte Stoffbeutel viel besser aus!

Nicole Hollatz

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