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Ungewöhnliche Jobsuche: Bewerbung in fünf Minuten

Wismar Ungewöhnliche Jobsuche: Bewerbung in fünf Minuten

Beim sogenannten Speeddating in Wismar wollten alle 18 Teilnehmer ihre fünf Minuten mit den Hotelchefs bekommen. Die Idee des Jobcenters: In kürzester Zeit können sich potenzielle Arbeitgeber mit möglichst vielen Bewerbern unterhalten.

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Rateb Kanineh aus Syrien im Gespräch mit Hotelchefin Svenja Preuss: Der 21-Jährige sucht einen Job in der Hotelbranche. Er selbst hat gute Deutschkenntnisse. Für Bewerber mit weniger guten Kentnissen standen drei Dolmetscher im Steigenberger Hotel bereit.

Quelle: Foto: Michaela Krohn

Wismar. Rateb Kanineh bleiben nur fünf Minuten, um sich bei Hotelchefin Svenja Preuss vorzustellen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Fünf Minuten, in denen nur schnell die Basisinformationen zu Alter, Vorbildung, Sprachkenntnissen und Berufswunsch abgefragt werden können. Dann ertönt ein scharfer Ton aus der Trillerpfeife. Denn beim sogenannten Speeddating, das gestern im Steigenberger Hotel „Stadt Hamburg“ in Wismar stattfand, wollen alle 18 Teilnehmer ihre fünf Minuten mit den sechs Hotelchefs bekommen. Eingeladen wurden sie vom Jobcenter Wismar. Die Idee dahinter ist simpel: In kürzester Zeit können sich die potenziellen Arbeitgeber mit möglichst vielen Bewerbern – zumindest – unterhalten.

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Beim sogenannten Speeddating in Wismar wollten alle 18 Teilnehmer ihre fünf Minuten mit den Hotelchefs bekommen. Die Idee des Jobcenters: In kürzester Zeit können sich potenzielle Arbeitgeber mit möglichst vielen Bewerbern unterhalten.

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Chance für weitere Gespräche

Rateb Kanineh ist 21 Jahre alt, aus Syrien geflüchtet und sucht nun in Wismar nach Arbeit. Als der junge Mann bei Svenja Preuss an der Reihe ist, merkt sie sofort: „Sein Deutsch ist sehr gut.“ Das sind schon mal gute Voraussetzungen. Kanineh interessiert sich für eine Arbeit im Restaurantbereich. „Ich möchte gern ein Praktikum machen“, sagt er – der erste Schritt zu einer Ausbildung als Restaurantfachmann. Die Hotelchefin und der junge Mann verabreden sich schließlich zu einem weiteren Gespräch im Hotel – auch wenn es zunächst Terminschwierigkeiten gab.

„Das Gespräch mit ihm ist gut gelaufen“, schätzt Svenja Preuss danach ein. Sie hätte sich jedoch zum Ende hin gewünscht, dass er gleich auf ihren Terminvorschlag für ein weiteres Vorstellungstreffen eingegangen wäre. „Wir werden sehen, was dabei noch herauskommt“, sagt sie.

Ausbildung ist ein Muss

Sie weiß aber auch: „Viele wollen einfach nur arbeiten, wissen aber den Vorteil einer Ausbildung nicht zu schätzen. Bei uns im Hotel ist die aber ein Muss. Das gehört für mich auch zu gelungener Integration dazu.“ Sie besetze ihre Stellen nur mit Fachkräften. Ein Abschluss sei wichtig für alle – Einheimische und Migranten. „Sonst bleiben sie ewig auf Hilfstätigkeiten sitzen“, betont Svenja Preuss, die als Hotelchefin immer auf der Suche nach geeignetem Personal ist.

Auch Johannes Diethelm vom Seehotel „Grossherzog von Mecklenburg“ in Boltenhagen verspricht sich etwas von Veranstaltungen wie dem „Speeddating“. „Wir suchen ständig nach neuen Möglichkeiten, um an Auszubildende zu kommen“, sagt er.

Mobilität ist ein Problem

Das Hauptproblem für sein Hotel sei die Erreichbarkeit für potenzielle Mitarbeiter. „Einige haben keinen Führerschein. In einem Hotel wird aber auch spät gearbeitet.“ Öffentliche Verkehrsmittel seien zu diesen Zeiten allerdings kaum oder nicht verfügbar. Für einige gibt es eine Lösung: Kostengünstige Unterkünfte in der Nähe des Hotels. Beim gestrigen „Speeddating“ hat er aus zehn Gesprächen vier Bewerber ausmachen können, mit denen eine Zusammenarbeit möglich sein könnte. Aber auch Diethelm sagt: „Viele wollen gar keine Ausbildung machen. Sie wollen einfach nur arbeiten.“

Ein solches „Speeddating“ hat das Jobcenter schon für andere Bereiche organisiert – zum Beispiel für Alleinerziehende. Mitinitiator bei der gestrigen Veranstaltung war die Wirtschaftsinitiative Ostseeraum Wismar, die von der Europäischen Union gefördert wird, mit ihren angeschlossenen Partnerbetrieben. Mit dabei waren zudem die „Phönix Hotelbetriebe“ aus Wismar, aus Gägelow das „Wyndham Garden“ und aus Boltenhagen das „Iberotel“ und das „Seehotel“.

Das „Steigenberger Hotel Stadt Hamburg“ in Wismar war Gastgeber der Veranstaltung. Regionaldirektorin Ruth Ramberger befindet die Aktion für gelungen: „Es ist super, dass so viele Bewerber hergekommen sind. Wir hatten gute Gespräche.“ Zwei oder drei Praktikumsplätze will sie nun vergeben. „Die Stimmung hier ist ganz positiv und es ist ein gutes Zeichen, dass die Hotelchefs hier persönlich die Gespräche führen“, betont Ruth Ramberger.

Schnell zum Ziel?

5 Minuten hatten die 18 Teilnehmer jeweils, um mit Vertretern der sechs Hotels ins Gespräch zu kommen. Dabei waren Einheimische und Zugewanderte. Fast alle Vertreter der Hotels konnten am Ende der Veranstaltung zumindest Praktika oder weitere Vorstellungstermine mit den Bewerbern vereinbaren.

Das Modell „Speeddating“ ist für das Jobcenter eine gute Möglichkeit, Bewerber in kurzer Zeit, mit vielen potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu bringen.

Michaela Krohn

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