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VR-Bank: Weniger Filialen, neuer Service

Kirchdorf/Neukloster VR-Bank: Weniger Filialen, neuer Service

Nach Protesten erklärt Vorstandsmitglied in Neukloster: „Die Bank kommt zu Ihnen nach Hause“ / Poel hofft auf kleine Variante

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„„Im ländlichen Raum leben viele von der Grundsicherung. Sie können nicht im Supermarkt für 20 Euro einkaufen, nur um dann dort noch etwas Bargeld abzuheben.“ Adolf Wittek (Die Achtsamen), Amtsvorsteher Neukloster-Warin

Kirchdorf/Neukloster. Die geplanten Schließungen der Geschäftsstellen der Volks- und Raiffeisenbank (VR-Bank) in Kirchdorf auf der Insel Poel, in Neukloster, Neuburg und Klütz verunsichern viele Einwohner. Poels Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos) sagt dazu: „Viele ältere Bürger sind Kunden bei der VR-Bank. Sie haben mich auf die Ankündigung angesprochen und auf die erheblichen Probleme bei der Durchführung von Bankgeschäften hingewiesen.“ Jan-Arne Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank, versichert hingegen: „Wir bleiben verlässliche Partner in der Region.“ Sie nehme die Sorgen der älteren Bürger sehr ernst, Benachteiligungen im gesellschaftlichen Leben sollten dringend vermieden werden, sagt Poels Bürgermeisterin.

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Nach Protesten erklärt Vorstandsmitglied in Neukloster: „Die Bank kommt zu Ihnen nach Hause“ / Poel hofft auf kleine Variante

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„Die Mitteilung der Bank, dass in Kirchdorf ein Bankterminal für Kontoauszüge, Überweisungen und Geldabhebungen bleiben soll, erscheint mir nicht ausreichend“, sagt sie. Sie halte es für dringend geboten, „den persönlichen Kontakt vom Bürger zum Bankpersonal auf der Insel Poel aufrechtzuerhalten“.

Aus diesem Grund hat Gabriele Richter die Bank gebeten zu prüfen, ob nicht wenigstens an einem Tag in der Woche in der Filiale Kirchdorf eine halbtägige Besetzung erfolgen kann. Anfang April wird sie sich mit Vertretern der VR-Bank zum Gespräch treffen. Dabei wird auch eine Vertreterin des Poeler Seniorenvereins sein.

„Wir werden mit allen reden, die Gesprächsbedarf haben“, verspricht Vorstandsvorsitzender Jan-Arne Hoffmann. Wie zum Beispiel in Neukloster, wo es nicht einmal mehr einen Geldautomaten geben wird.

Dort waren in den vergangenen Wochen Unterschriften gegen die Schließung gesammelt worden. Bei einem Treffen mit Amtsvorsteher Adolf Wittek (Die Achtsamen), Bürgermeister Frank Meier (parteilos), mehreren Stadtvertretern und Geschäftsleuten erläuterte Jan-Arne Hoffmann, dass alles gar nicht so schlimm sei, wie es auf den ersten Blick wirke.

Berater soll ins Haus kommen

„Wir haben viele Alternativen geschaffen, damit wir auch in Zukunft in der Region bleiben und unser Motto: ,Meine Bank ist da, wo ich bin’ weiter Bestand hat. Mittlerweile können unsere Kunden uns von ihrer Couch aus Aufträge erteilen“, sagte der Vorstand. So seien zum Beispiel die Servicezeiten für telefonische Beratungen massiv ausgeweitet worden: 8 bis 20 Uhr. Über die Telefonnummer des Service-Centers, 03841/4400, könnten persönliche Beratungstermine vereinbart werden. „Und wenn Kunden nicht zu uns kommen können, kommt ein Mitarbeiter direkt zu ihnen nach Hause“, erklärte Jan-Arne Hoffmann. Und weiter: Kontoauszüge könnte die Bank per Post schicken und Überweisungen könnten am Computer oder am Telefon ausgeführt werden. „Das funktioniert schon seit sechs Jahren, und es funktioniert sehr gut und ist absolut sicher.“

Bargeld im Supermarkt?

Bleibt das Thema Bargeld. Mittlerweile bieten viele Supermärkte den Service, dass ab einem gewissen Einkaufswert Kunden mit ihrer EC-Karte auch Bargeld von ihrem Konto abbuchen und mitnehmen können.

„Als der Handel vor drei, vier Jahren damit angefangen hat, haben die Kunden oft den Kopf geschüttelt, wenn die Kassiererin fragte, ob es auch ein bisschen Bargeld sein dürfe“, so Jan-Arne Hoffmann.

Inzwischen sei es für viele aber selbstverständlich, ihr Bargeld im Supermarkt zu holen.

Amtsvorsteher Adolf Wittek schlug dennoch vor, in Neukloster einen Geldautomaten und ein SB-Terminal wenigstens für ein halbes Jahr auszuprobieren. „Wir im ländlichen Raum haben viele, die von Grundsicherung leben. Sie können nicht einfach für 20 Euro einkaufen, um dann noch etwas Bargeld abzuheben“, führte er an. Der VR-Vorstand erwiderte, dass die Nutzungsintensität der Automaten in Neukloster über Jahre rückläufig war. Nahegelegene Automaten befinden sich in Warin und Wismar.

Kartenleser im Amt

Das Vorstandsmitglied versicherte, dass es für jedes Problem eine Lösung gebe. Zum Beispiel für das Amt Neuburg, das seine Bareinnahmen bisher um die Ecke zur VR-Bank brachte. Ab 2. Mai ist damit Schluss, dann wird es die Filiale nicht mehr geben. „Oft haben die Kunden Geld von der Bank geholt, damit ihre Gebühren im Amt gezahlt, und das Amt hat das Geld dann wieder zu uns gebracht“, sagt Hoffmann. Im Gespräch mit Bürgermeisterin und Amtsvorsteherin Heidrun Teichmann wies die Bank auf das im Amt vorhandene Kartenlesegerät als Alternative hin. „Damit werden Bareinzahlungen im Amt weniger“, sagte Hoffmann und ergänzte: Auch mobile Händler könnten sich mit Kartenlesegeräten ausstatten. Diese Möglichkeit sei zum Beispiel Stefanie Kirsch, Bürgermeisterin von Bobitz, vorgeschlagen worden.

Adolf Wittek fragt auch, wie lange die VR-Bank noch auf Strafzinsen für Sparkonten verzichte. „Wir versuchen, es so lange wie möglich hinauszuzögern“, sagte Hoffmann. Allerdings müsse die Bank bereits 0,4 Prozent Strafzinsen für jeden Euro zahlen. „Das ist ungefähr so, als würde ein Händler die Ware billiger ver- als einkaufen. Das funktioniert nur für eine kurze Zeit“, erklärte der Vorstand.

Heiko Hoffmann und Sylvia Kartheuser

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