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Gamehl Wasser für die nächsten 50 Jahre

Zweckverband Wismar bringt neues Wasserwerk ans Netz / Investition von 2,5 Millionen Euro

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Vor den drei Reinwasserfiltern erklärt Grit Glanert, Vorsteherin des Zweckverbandes Wismar, den Gästen bei der Eröffnung, wie das Wasserwerk in Gamehl funktioniert. Fotos (3): Nicole Buchmann

Gamehl. . Der Zweckverband Wismar hat gestern das modernste Wasserwerk im Versorgungsgebiet ans Netz genommen. Das neue Werk löst das alte in unmittelbarer Nähe zum Schloss Gamehl ab. „Eine Sanierung wäre fast genau so teuer gewesen“, sagt Verbandsvorsteherin Grit Glanert. Sie fügt hinzu: „Mit dem Wasserwerk gewähren wir Versorgungssicherheit für die nächsten 50 Jahre.“

2,5 Millionen Euro investierte der Zweckverband in den Neubau mit modernster Filter- und Messtechnik. Zwei alte Brunnen wurden dafür geschlossen, zwei neue errichtet. Aus insgesamt fünf Brunnen fließt das Wasser nun an die Oberfläche. Direkt in die Filteranlagen. Angeschlossen an 180 Kilometer Leitungen, deckt Gamehl damit den Bedarf von gut 5800 Einwohnern und zusätzlich den der Touristen.

Bis nach Poel reichen deshalb die Leitungen. Die Berechnungsgrundlage für das Gamehler Werk: 710000 Übernachtungen auf Poel im Jahr 2014. „Fehlt es dort im Sommer an Wasser, schieben wir es von hier da rüber“, erklärt Horst Bremer. Er deutet auf eine Karte, die das gesamte Versorgungsgebiet zeigt. Vor 25 Jahren hat er die blauen Leitungslinien geplant und eingezeichnet. Das neue Wasserwerk in Gamehl, das sei schon ein bisschen wie sein Lebenswerk.

Für den Bürgermeister der Gemeinde hat der Neubau fast etwas Symbolisches. Nicht überall sei sauberes Wasser eine solche Selbstverständlichkeit, sagt Elmar Mehldau. „Es ist eine großartige Leistung, ein Lebensmittel fast frei Haus geliefert zu bekommen.“ Mehldau hob zudem die neue Gesprächskultur zwischen Gemeinden und Verband hervor. Die habe in der Vergangenheit reichlich gelitten.

Grit Glanert will in der Zusammenarbeit mit den Gemeinden neue Wege gehen. Mehr miteinander reden. 34000 Einwohner versorgt der Verband mit Wasser. Sechs Werke pumpen dafür Grundwasser durch die Leitungen. „Mit dem in Gamehl sichern wir zudem Kapazitäten, die beispielsweise bei der Ansiedlung von wasserintensivem Gewerbe benötigt werden“, sagt Glanert. Dafür könnte die derzeit geförderte Menge von 3500 Kubikmetern pro Tag auf 5000 Kubikmeter erhöht werden.

Und mit Blick auf den Beginn der Fußball-Europameisterschaft in wenigen Tagen fügt sie hinzu: „Da kann Gamehl gleich zeigen, was es draufhat. Wenn in der Halbzeitpause eines Deutschland-Spiels Tausende Menschen gleichzeitig die Toilettenspülung betätigen zwischen Poel, Neuburg und Gamehl, ist das die erste Herausforderung für das neue Wasserwerk.“ Die stufenlose Regelung aber werde für einen gleichmäßigen Druck in den Rohren sorgen, sagt Glanert.

Damit in Gamehl auch künftig sauberes Trinkwasser gefördert werden kann, hat der Zweckverband beim Umweltministerium ein Schutzgebiet rund um das Wasserwerk beantragt. Eine Entscheidung darüber steht jedoch noch aus. Schon jetzt aber sind sich Zweckverband und Gemeinden einig: Das neue Wasserwerk in Gamehl werde die Versorgung der Menschen in der Region für die kommenden zwei Generationen sicherstellen.

Wasser

3500 Kubikmeter Wasser pro Tag fördert das Werk in Gamehl. Das ist mehr als doppelt so viel, als das alte Werk (Baujahr 1974) leisten konnte.

Die Kapazität kann zudem auf 5000 Kubikmeter erhöht werden. Über einen Verbund an Leitungen werden so 5858 Einwohner zwischen Poel, Neuburg und Dorf Mecklenburg versorgt.

Die stufenlose Regelung der Brunnenförderung ermöglicht einen gleichbleibenden Wasserdruck in den Rohren. Das Wasser in den fünf Brunnen kommt aus 55 bis 85 Metern Tiefe, wird gefiltert und von vier Pumpen in das Leitungssystem eingespeist.

2,5 Millionen Euro beträgt die Investition.

Nicole Buchmann

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