Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Wismars Wirtschaftsaussichten sind goldig

Wismar Wismars Wirtschaftsaussichten sind goldig

Unternehmer stürmen Gewerbeflächen in der Hansestadt / Nur noch rund 20 Hektar stehen zur Verfügung

Voriger Artikel
Wirtschaftsaussichten sind rosig
Nächster Artikel
Experten beraten am IHK-Finanzierungssprechtag über Fördermittel

Im Gewerbegebiet am Haffeld ist keine Gewerbefläche mehr frei. In vier Jahren muss sich Wismar für die Ansiedlung von Unternehmen in den Umlandgemeinden umsehen – die MV-Werften sind da noch gar nicht eingerechnet.

Quelle: Uli Jahr

Wismar. Gut gelaunt sitzen die Wirtschaftsförderer der Hansestadt im großen Besprechungsraum im Rathaus. Nachdem die Gesellschaft vor knapp drei Jahren umstrukturiert wurde, ist der Verkauf von Gewerbeflächen spürbar angestiegen. „Von insgesamt 56 Hektarn in neun Gewerbegebieten sind noch rund 20 zu haben“, sagt Michael Kremp. Er ist der Geschäftsführer und einer von vier Mitarbeitern der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wismar.

OZ-Bild

Unternehmer stürmen Gewerbeflächen in der Hansestadt / Nur noch rund 20 Hektar stehen zur Verfügung

Zur Bildergalerie

Dammhusen, Redentin, Alter Holzhafen, Dargetzow, Haffeld, Gewerbegebiet West, Kanalstraße – was nach viel klingt, ist mittlerweile zu wenig. „Angesichts der Entwicklung in Wismar werden wir in vier Jahren keine Gewerbefläche mehr haben – da sind die Ansiedlungen im Zusammenhang mit Genting noch gar nicht berücksichtigt“, macht Reinhard Sieg deutlich. Dann werde die Stadt auf die Umlandgemeinden ausweichen müssen, blickt Sieg etwa nach Dorf Mecklenburg.

Wer sich nun wundert über vermeintlich brach liegende Flächen, dem erklären die Männer, dass Wirtschaftsförderer vor allem eines brauchen: Geduld. „Drei bis sechs Monate dauert es durchschnittlich, bis ein Gespräch zu einem Abschluss kommt. Dann muss der Investor die Finanzierung regeln, Neubau oder Erweiterung planen – bis dann die Bagger kommen, sind gern mal anderthalb Jahre vergangen“, sagt Kremp. Und nur, weil sich die Stadt mit Flächen „bevorratet“ habe, wie Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) es nennt, dauere es dann nicht noch länger. „Stellen Sie sich vor, wir würden erst nach dem Abschluss eines Verkaufs mit der Planung und Erschließung eines Gewerbegebietes anfangen – das funktioniert nicht“, sagt Beyer.

Flächen auf Vorrat. Günstig gekauft, der Ausbau der Infrastruktur vielfach vom Land bezuschusst, wie jetzt beispielsweise im zukünftigen Gewerbegebiet an der Stadtgrenze zu Hornstorf. „Die Lage an der Autobahn ist sehr gut, deshalb lassen wir sie uns auch gut bezahlen“, sagt Sieg. Die Investoren schrecke der vergleichsweise hohe Preis von 20 Euro pro Quadratmeter nicht ab. Im Gegenteil – jeder zusätzliche Meter auf der Straße koste Geld. „Die höchste Nachfrage gibt es derzeit in Dargetzow“, sagt Sieg. Dammhusen laufe voll mit Werftzulieferern. „Die Lage zum jetzigen Werfteingang ist Ideal“, sagt Sieg. Freie Flächen gibt es noch in Redentin, Dammhusen und Dargetzow. Die positive Entwicklung beim Verkauf von Gewerbeflächen schlägt auch zurück auf die Wirtschaftsförderungsgesellschaft selbst. Als hundertprozentige Tochter der Stadt wurde sie jährlich mit 200 000 Euro aus dem Haushalt bezuschusst. Seit zwei Jahren kann Stadtkämmerin Heike Bansemer das Geld einsparen, die Wirtschaftsförderer tragen sich selbst. Dabei, sagt Sieg, lägen die Erfolgschancen für den Verkauf einer Gewerbefläche bei 1:20. „Das ist wie Spaghetti an die Wand zu werfen – meistens bleibt nur einer kleben.“

So wie der Investor für den Ohlerich-Speicher auf der Hafeninsel. Im kommenden Jahr sollen die Ferienwohnungen bezugsfertig sein. Und noch in diesem Jahr soll die Bürgerschaft über den Verkauf von zwei weiteren Speichern entscheiden. „Auch hier hat sich die Geduld bewährt“, sagt Kremp. Das Areal in Gänze an einen Investor zu vergeben, hätte zwar viel Arbeit gespart, die Stadt aber hätte Einfluss auf die Nutzung eingebüßt. Mit der Sanierung des Ohlerich-Speichers sei auch für potenzielle Investoren sichtbar, dass auf dem Gelände etwas passiert. Der fast fertige Neubau eines Speichers, das geplante Parkhaus, die Veranstaltungsfläche vor dem Thormann-Speicher – in den nächsten Monaten wird auch der Teil des Wismarer Hafens sein Gesicht verändern.

56 Hektar Gewerbefläche

Wismar hat neun Gewerbegebiete mit insgesamt 56 Hektar ausgewiesen.

Seit 2013 hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft 36 Hektar verkauft. Es stehen nur noch rund 20 Hektar zur Verfügung.

In den drei Jahren beantworteten die Wirtschaftsförderer 200 Investitionsanfragen. Nach eigener Angabe liegt die Erfolgschance bei 1:20.

Die Flächen im Alten Holzhafen, im Bereich Haffeld, Gewerbegebiet West sowie in der Kanalstraße sind komplett vermarktet.

Freie Kapazitäten gibt es nur noch in Dammhusen, Redentin und Dargetzow. Ein weiteres Areal für Ansiedlung von Unternehmen ist in Kritzow geplant.

Nicole Buchmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.