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Wohnen und arbeiten im Dielenhaus

Wismar Wohnen und arbeiten im Dielenhaus

Restaurator Michael Lange (57) saniert das spätmittelalterliche Gebäude am Spiegelberg 48a in Wismar. Es handelt sich um ein ehemaliges Dielenhaus, das als Getreidespeicher genutzt wurde. Nächstes Frühjahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

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Der Eigentümer Michael Lange legt bei der Sanierung des Dielenhauses selbst mit Hand an. Viele alte Balken im Gebäude bleiben erhalten, werden zum Teil stabilisiert.

Quelle: Haike Werfel

Wismar. „Ein bisschen verrückt muss man sein, solch ein Haus zu sanieren“, gesteht Michael Lange. Seit April 2016 ist er dabei, das denkmalgeschützte Gebäude am Spiegelberg 48a wieder herzurichten. „Ein Liebhaberobjekt“, sagt der 57-jährige Diplomrestaurator. Er führt im sächsischen Kaufungen, einem Ortsteil von Limbach-Oberfrohna, eine kleine Restaurierungsfirma. „Wir sind viel in Norddeutschland tätig. Deshalb habe ich eine Wohnung gesucht. Das Dielenhaus ist auch eine gute Referenz“, nennt der Bauherr Gründe für sein Engagement.

Eines der drei unverbautesten Dielenhäuser in der Straße

Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert als Dielenhaus gebaut und bis in die 1990er-Jahre als Getreidespeicher genutzt. Es ist neben den gegenüberliegenden Dielenhäusern Spiegelberg 45 und 47, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz saniert hat, am unverbautesten in der Straße geblieben, sagt Lange. Im vorderen Bereich des Hauses gab es ursprünglich ein als eigenständiger Raum bestehendes Kontor. „Wir haben hier eine Wandmalerei gefunden, die wir aus Schutzgründen zugeklebt haben“, berichtet der Fachmann. Um 1858 wurde das Haus umgebaut, das Kontor entfernt und in die ehemals fünf Meter hohe Diele ein zusätzlicher Speicherboden eingebaut. Das Gebäude diente nun ausschließlich als Getreidespeicher.

Dielenhöhe von fünf Metern wird wiederhergestellt

Dieses Zwischengeschoss hat der Bauherr im mittleren Teil des Hauses entfernt, um die ursprüngliche Dielenhöhe wiederherzustellen. „Damit bleibt die durchgehende Raum- und Sichtachse vom Eingang bis nach hinten in den Hof bestehen“, sagt Michael Lange. Außer einem Aufzug aus den 1950er-Jahren gab es im Inneren des Gebäudes nichts zu entkernen.Das sehr schmale und mit 19 Metern über Straßenniveau sehr hohe Gebäude sei stark sanierungsbedürftig und habe eine komplizierte Statik, sodass Stahlaussteifungswände gezogen werden mussten. Der Eigentümer hat zunächst die äußere Hülle inklusive Dach und Dachentwässerung fertiggestellt. In den reich gegliederten Giebel in Renaissanceform ließ er dort, wo früher Luken zur Belüftung des Speichers waren, Korbbogenfenster einsetzen. Der Innenausbau erfolgt derzeit von oben nach unten.

Drei Dachgeschosse werden zuerst hergerichtet

Die drei Dachgeschosse erneuert Michael Lange mit Holzständerbau und Tonbauplatten. „Das ist ein neues Produkt aus Österreich, dessen raumklimatische Wirkung deutlich besser ist als Lehmputz“, erklärt der Fachmann. Diese drei Geschosse richtet er als Wohnung für seine Familie her. Im Herbst soll sie fertig sein. Michael Lange ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne, die in seiner Restaurierungsfirma tätig sind.

Insgesamt 550 Quadratmeter Nutzfläche

Zum Jahresende möchte der Bauherr das Speichergeschoss fertigstellen. Es ist relativ niedrig, verfügt über eine Durchgangshöhe von 1,80 Meter. „Dieses Geschoss könnte als Ausstellungsfläche genutzt werden“, so die Vorstellung des Restaurators. Für sich und seine Firma möchte er hofseitig ein Restaurierungsatelier im Erdgeschoss einrichten, das sich über zwei Etagen erstrecken wird. Komplettiert wird es mit einem kleinen Büro und kleiner Toilette. Straßenseitig werden neben dem Eingangstor zwei kleinere Einliegerwohnungen im Erd- und Zwischengeschoss entstehen. Nächstes Frühjahr soll das Denkmal komplett saniert sein. Es verfügt dann über 550 Quadratmeter Nutzfläche.

Haike Werfel

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