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Zukunft für Sonnenstromfabrik hängt am seidenen Faden

Wismar Zukunft für Sonnenstromfabrik hängt am seidenen Faden

Nachdem die Übernahme durch einen Investor gescheitert ist, gibt es Verhandlungen mit zwei neuen Interessenten. Die Frist läuft Ende April ab.

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Hat die Sonnenstromfabrik im Wismarer Gewerbegebiet Dammhusen noch eine Zukunft?

Quelle: Frank Hormann

Wismar. Die 275 Beschäftigten bei Centrosolar in Dammhusen müssen weiter um den Erhalt ihres Unternehmens bangen. Bis Ende März sollten Insolvenzverwalter und Geschäftsleitung einen neuen Eigentümer für die insolvente Sonnenstromfabrik finden. Das ist nicht gelungen.

„Die Gespräche mit Interessenten laufen noch. Wir haben eine Fristverlängerung von vier Wochen bekommen“, sagte gestern Geschäftsführer Ralf Hennigs auf Nachfrage der OSTSEE-ZEITUNG. Ende April wird sich also entscheiden, ob in Wismar weiter Solarmodule produziert werden oder ob in der Sonnenstromfabrik an der Westtangente die Lichter ausgehen.

Dabei sah es Ende Januar noch nach einer schnellen Übernahme durch einen Investor aus. Man sei auf einem guten Weg, hieß es. Sowohl der Hamburger Rechtsanwalt Gideon Böhm als Insolvenzverwalter als auch Geschäftsführer Ralf Hennigs hatten sich zuversichtlich zu den Verhandlungen mit Kaufinteressenten geäußert. Gleich vier bekundeten ernsthafte Absichten.

„Es gab einen sehr konkreten Interessenten. Bereits Mitte Februar hatte er den Kaufvertrag unterschrieben“, berichtete Geschäftsführer Hennigs gestern. „Leider hat es sich dann anders entwickelt. Die Unterschrift unter dem Vertrag ist nicht genug. Der Vorgang war damit nicht beendet.“ Welche Gründe den Investor bewogen haben, sich letztlich doch nicht in Wismar zu engagieren, seien nicht bekannt.

Aktuell laufen die Gespräche mit neuen Interessenten weiter. Sie würden sich schwierig gestalten, weil sie zunächst unterbrochen waren. Wie der Geschäftsführer mitteilte, werde jetzt mit zwei völlig neuen Investoren verhandelt, die nicht zu den ersten vier Interessenten gehört haben. „Die Frist wurde um vier Wochen bis Ende April verlängert“, informierte Hennigs.

Er hielt sich jetzt allerdings bedeckt, wie die Aussichten auf einen erfolgreichen Abschluss stehen. „Das Marktumfeld ist nach wie vor sehr schwierig“, erklärte er. Außerdem sei es wichtig, dass der Investor auch ein Auftragsvolumen mitbringe. Das wäre laut Hennigs bei beiden Interessenten der Fall. Zu ihrer Herkunft verriet er nur so viel, dass einer aus Deutschland und einer aus dem Ausland sei.

Die Beschäftigten in dem 2001 eröffneten Werk arbeiten seit Monaten verkürzt, je nachdem wie Aufträge vorliegen. Die Produktion im europäischen Vergleich sei „unglaublich günstig“, hat der Insolvenzverwalter positiv hervorgehoben. Ziel sei es, vom Mutterkonzern unabhängig zu werden und die Auslastung durch Fremdaufträge zu verbessern.

Die Centrosolar Group AG als Muttergesellschaft war im Herbst in die vorläufige Insolvenz gegangen. Kurz darauf folgten auch zwei der vier Tochterunternehmen, die Centrosolar Sonnenstromfabrik in Wismar und die Centrosolar AG in Hamburg. Zum 1. Januar hat das Amtsgericht Hamburg wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Hauptinsolvenzverfahren für den Mutterkonzern und die beiden Töchter eröffnet.

Über die Firma

2001 war die Sonnenstromfabrik in Wismar gegründet worden. 2008 erfolgte der Bau eines neuen Werkes an der Westtangente im Gewerbegebiet Dammhusen. Es wurde 2011 für 20 Millionen Euro um ein zweites Werk erweitert.


Hergestellt werden kristalline Fotovoltaik-Module in den Leistungsklassen von 170 bis 250 Watt Peak (Wp), innovative Glas-Glas-Module, die 2012 neu entwickelt wurden, Fotovoltaik-Komplettsysteme, Module zur Dachintegration sowie netzunabhängige Solarmodule mit einer Kapazität von zehn bis 180 Watt Peak für Boote oder Wohnmobile.

 



Haike Werfel

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