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Zweite Garnelenfarm offiziell in Betrieb genommen

Grevesmühlen Zweite Garnelenfarm offiziell in Betrieb genommen

200000 Larven sind gestern zu Wasser gelassen worden. In sechs Monaten werden die Shrimps verkauft. 15 Tonnen jährlich sollen produziert werden.

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Investor Andreas Kleinselbeck (51) lässt die Larven zu Wasser.

Quelle: Fotos: Jana Franke (3)/Jens Büttner (1)

Grevesmühlen. Erst zwölf Tage alt, haben die knapp drei Millimeter großen Garnelenlarven eine 8000 Kilometer lange, 16-stündige Reise von Miami in Florida (USA) nach Grevesmühlen hinter sich. Ihr neues, vorübergehendes Zuhause, bevor sie bei Shrimps-Liebhabern im Magen landen, ist gestern offiziell eröffnet worden: die Garnelenfarm „Cristalle Garnelen“ im Gewerbegebiet Nordwest. Investor Andreas Kleinselbeck nahm dafür etwa 850000 Euro in die Hand. Das Land und die EU unterstützten den 51-Jährigen in seinem Vorhaben mit fast derselben Summe. Die Farm für Pazifik-Garnelen ist bereits die zweite in diesem Gewerbegebiet. Beide seien unabhängige Firmen, betonte Kleinselbeck.

Er habe eine ähnliche Farm vor Jahren in Miami gesehen und dachte sich: Das machst du auch. Eigentlich ist der Berliner Energiemanager. Nebenbei will er nun den deutschen Garnelenmarkt aus der Region heraus bedienen. Unterstützt wird er dabei von Betriebsleiter Marcus Thon (47) und Produktionsleiter Gregor Jähne (32).

Die deutsche Bevölkerung kauft etwa 100000 Tonnen Shrimps jährlich. Andreas Kleinselbeck will künftig im Jahr 15 Tonnen produzieren. Bis die ersten — ihre Fachbezeichnung lautet Litopenaeus Vannamei — über den Ladentisch gehen, müssen sie sechs Monate bei 28 Grad Celsius warmem Wasser, 30 Grad Celsius Raumtemperatur und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit gedeihen. Die Wärme für die Krustentiere, die das warme Salzwasser konstant benötigen, kommt aus der benachbarten Klärgasanlage.

Insgesamt 200000 Larven sind gestern zu Wasser gelassen worden. 400000 weitere sollen es bis Juli sein. Dann sind die gestern eingesetzten Larven unter der strengen Aufsicht der Fischereibiologen bereits zu 25 cm langen und etwa 35 g schweren Garnelen herangewachsen. Erworben werden können sie dann im Onlineshop des Unternehmens. Beliefert werden aber auch Gastronomen in ganz Deutschland. „Wenn die Kunden am Vormittag bestellen, sind die Garnelen am nächsten Tag um 10 Uhr da“, verspricht der Investor. Sein oberstes Ziel: Die Ware soll vollkommen frisch, das heißt weder gefrostet noch gefroren, vertrieben werden. Kosten soll das Kilo unter 50 Euro. „Momentan bin ich in der Preisfindung. Ich gehe von 45 bis 49 Euro pro Kilo inklusive Mehrwertsteuer aus“, blickt er voraus. Er beteuert: Die Garnelen sind frei von Medikamenten. Ernährt werden sie mit Futter, das zu mehr als 50 Prozent aus pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Weizen und Raps besteht. „Wir streben den Bio-Status an.“

So ungefährlich die Garnelen auch aussehen, sie sind Kannibalen und würden sich gegenseitig auffressen, wenn Marcus Thon die Tierchen nicht bei Laune hielte. Das Geheimnis liegt in der zeitgenauen Futtertaktik, sodass die Garnelen gar nicht erst auf die kannibalistische Idee kommen.

Da die Einfuhr der Larven aus Florida zu kostspielig und aufwendig ist, ist es der Plan von Andreas Kleinselbeck, in spätestens einem halben Jahr Elterntiere aus Amerika kommen zu lassen, um die Litopenaeus Vannameis selbst zu züchten.

Zahlen und Fakten
Die Meerwasser-Garnele Litopenaeus Vannamei ist ein Zehnfußkrebs und stammt aus dem östlichen Pazifik.
25Zentimeter lang kann eine Garnele bei optimalen Bedingungen werden. Ihr Maximalgewicht liegt nach einem halben Jahr bei 30 bis 35 Gramm.
15Tonnen pro Jahr sollen in der Farm produziert werden.


Die Mindestabnahmemenge pro Kunde legt der Berliner Investor Andreas Kleinselbeck (51) auf 500 Gramm fest. Der Kilopreis soll sich zwischen 45 und 49 Euro inklusive Mehrwertsteuer bewegen.
Erworben werden kann die Ware frühestens im Juli im Onlineshop unter
• www.cristalle-garnelen.de .
1,6 Millionen Euro sind in die sogenannte Aquakultur-Kreislaufanlage im Grevesmühlener Gewerbegebiet Nordwest investiert worden. Entwickelt wurde eine einzigartige Biofiltertechnik, die bis zu 250000 Liter Wasser pro Stunde filtert.

 



Jana Franke

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