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Wismar Wismar: Lebensretter aus dem Kühlschrank
Mecklenburg Wismar Wismar: Lebensretter aus dem Kühlschrank
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18:05 22.02.2019
Sie unterstützen die Aktion (v. l): Florian Haug vom Rettungsdienst des Landkreises, Ronny Bieschke von der Berufsfeuerwehr Wismar, Tim Langenbuch von der Sonnen-Apotheke, Matthias Riek vom Malteser Hilfsdienst und Marianne Plogsties von der Caritas. Quelle: Kerstin Schröder
Wismar

Wenn Rettungskräfte gerufen werden, geht es nicht selten um Leben und Tod. Sekunden können da entscheidend sein. Deshalb unterstützen die Wismarer Rettungskräfte die neue Aktion „Notfalldose“. Die kleine grün-weiße Box kommt in den Kühlschrank und enthält alle wichtigen Gesundheitsdaten. Die können genutzt werden, wenn der Patient nicht mehr ansprechbar ist. Zum Beispiel steht darin, ob der Patient allergisch oder herzkrank ist, ob er dringend Medikamente benötigt, welche er nicht verträgt oder ob er als Diabetiker Insulin braucht. Den Kühlschrank hat der Erfinder deshalb ausgewählt, weil der in jedem Haushalt steht.

„Die Dose ist ein Lebensretter“, findet Matthias Rieck vom Malteser Hilfsdienst. Sanitäter und Notärzte hätten damit sofort Zugriff auf Informationen zu Vorerkrankungen oder auf Kontakt-Daten von Angehörigen, die ebenfalls auf den Zetteln in der Box notiert werden können. Bei vielen Klienten des Malteser Hilfsdienstes gebe es aber keine Ansprechpartner. „Oft sind die Pflegekräfte der einzige Kontakt nach draußen“, erzählt Rieck. Da die Pflegekräfte aber nicht immer vor Ort sind, wenn ein Notfall eintritt, sei die Dose eine gute Unterstützung der Rettungskräfte. Das sieht auch Florian Haug vom Rettungsdienst des Landkreises so: In den Wohnungen müsste nicht mehr lange nach Medikamentenplänen oder Informationen zu Vorerkrankungen gesucht werden. Auch Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Organspendeausweis oder Informationen, ob Haustiere versorgt werden müssen, können in die Box gesteckt werden.

Damit Sanitäter und Ärzte im Ernstfall auch gleich wissen, dass es eine Notfalldose im Haushalt gibt, werden zwei Aufkleber angebracht – ebenfalls in den Farben Grün-Weiß. Einer klebt an der Eingangstür, der andere am Kühlschrank.

Ins Leben gerufen hat die Aktion Tim Langenbuch, Chef der Sonnen-Apotheke in Wismar. Er hat erfahren, dass im Raum Lübeck eine solche Dose angeboten wird. Nun holt er sie nach Nordwestmecklenburg – weil die Menschen immer älter werden. Und weil es immer mehr Alleinstehende gibt. Angeboten wird die Notfalldose ab sofort in allen Wismarer Apotheken – auch in Gägelow und auf der Insel Poel. 500 Stück sind bereits verteilt, 1000 bestellt. Kostenpunkt: 1,50 Euro. „Das Geld sollte jeder übrig haben“, meint Ronny Bieschke. Der Chef der Wismarer Berufsfeuerwehr wird mit seinen Kollegen gerufen, wenn Rettungskräfte nicht in die Wohnungen kommen und Haustüren aufgebrochen werden müssen. Dabei hat er schon öfters erlebt, dass Sanitäter lange nach Hinweisen zu Medikamenten und Vorerkrankungen suchen müssen. „Deshalb ist diese Dose eine gute Sache“, lobt er.

In vielen Städten, in denen die Boxen angeboten wurden, sind sie gut verkauft worden. In Wismar sind sie in den Apotheken und in der Beratungsstelle der Caritas erhältlich. Wie Mitarbeiterin Marianne Plogsties berichtet, betreue die Caritas viele chronisch kranke Menschen. „Die, die alleine wohnen, sollten diese Dose haben“, betont sie.

Jetzt muss das neue Hilfsmittel für die Rettungskräfte nur noch bekannt gemacht werden. Bei einer kleinen OZ-Straßenumfrage in Wismar, sind sich die Befragten einig: Die Notfalldose ist eine gute Sache. „Und eine sinnvolle Erneuerung, wenn man krankheitsbedingt Hilfe braucht“, sagt Erwin Brumm (85). Gerhard Zippart ist derselben Meinung: „Die Dose ist für sehr kranke Menschen gut geeignet. Es schadet nicht, wenn man sie besitzt.“ Regina Schmallowsky (71) schlägt vor, die Dose bei Senioren-Nachmittagen vorzustellen.

Auch Grevesmühlen will mitmachen, Ansprechpartner ist dort Waldemar Gerull von der Fritz-Reuter-Apotheke.

Kerstin Schröder und Lya Sophie Rohde

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