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Wismar Wismar Pellets will Biomassekraftwerk bauen
Mecklenburg Wismar Wismar Pellets will Biomassekraftwerk bauen
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16:39 07.02.2019
"Unser Ziel ist, dass das Kraftwerk Ende 2020 steht." Michael Hessing Geschäftsführer der Wismar Pellets GmbH Quelle: Haike Werfel
Wismar

 Die Wismar Pellets GmbH plant, für 70 Millionen Euro ein Biomassekraftwerk zu bauen. Es soll Wärme und umweltfreundlichen Strom produzieren und somit die 70 Arbeitsplätze im Unternehmen sichern. Geschäftsführer Michael Hessing spricht von einer „erheblichen wirtschaftlichen und ökologischen Bedeutung“ des Biomassekraftwerks.

Mit der Wärme, die durch die Verbrennung von fester Biomasse entsteht, will der Pelletproduzent seine Rohstoffe kostengünstiger und umweltschonender trocknen. „Das alte Heizwerk aus der Insolvenzmasse von German Pellets hat uns viele Probleme bereitet. Wir haben es schon zur Hälfte ersetzt, zum Beispiel Schornsteine und Elektrofilter ausgetauscht“, berichtet Hessing. Er strebt eine zuverlässige und auch kostengünstige Wärmeerzeugung an und verdeutlicht: Für die Produktion von 200000 Tonnen Holzpellets, die einen Feuchtigkeitsgehalt von acht Prozent haben, werden rund 400000 Tonnen Rohstoff benötigt. Der hat etwa 50 Prozent Feuchtigkeit. „Für die Pelletproduktion brauchen wir etwa 120000 Megawattstunden Wärme pro Jahr“, sagt Hessing.

Neben der nutzbaren Wärme soll gleichzeitig die mechanische Energie, die durch eine Turbine gewonnen wird, über einen Generator in elektrischen Strom umgewandelt werden. „Wir planen eine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage, mit der wir grünen Strom produzieren. Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ist relativ hoch. Wie andere Pelletwerke auch wollen wir ins profitable Stromgeschäft einsteigen“, erklärt der Geschäftsführer. „Diese Einnahmen werden neben denen aus dem Pelletverkauf dazu beitragen, die Existenz des Unternehmens zu sichern.“

Geplant ist der Bau des Biomassekraftwerks im Seehafen. Auf dem Werksgelände von Wismar Pellets am Torney sei zu wenig Platz, begründet Michael Hessing. Außerdem soll das Kraftwerk weiter weg von Wohngebieten errichtet werden. „Wir werden eine Wärmeleitung von dort zu unserem Werk legen.“

Obendrein ergeben sich Synergieeffekte mit einem Nachbarn im Holzcluster. Das Heizwerk von Ilim Timber ist ebenfalls veraltet. Statt ein neues zu bauen, wird Europas größtes Sägewerk den größten Teil des Brennstoffbedarfs für das Kraftwerk durch Rinde decken, die per Förderband transportiert werden soll. Im Gegenzug gewährleistet Wismar Pellets eine nachhaltig günstige Wärmeversorgung. „Das stärkt auch die wirtschaftliche Lage von Ilim“, erklärt Michael Hessing, der sich freut, aus dieser Zusammenarbeit heraus auch die Rohstoffkosten für Wismar Pellets senken zu können. Nicht zuletzt verweist er auf die ökologischen Aspekte, die sich aus dieser Partnerschaft ergeben: Pro Jahr werden 7000 Holzlaster weniger ins Haffeld fahren, Verkehr und Immissionen nehmen ab. Auch dass zwei veraltete Heizwerke außer Betrieb gehen, ist gut für die Umwelt.

Die Bauarbeiten sollen im dritten und vierten Quartal beginnen. Ziel ist, dass das Biomassekraftwerk Ende 2020 steht und ab 1. Januar 2021 Wärme und Strom produziert. Dafür werden dann etwa 20 Beschäftigte gebraucht, die im Vierschichtsystem tätig sein werden. Die Genehmigungsbehörde für den Bau und den Betrieb ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg.

Haike Werfel

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