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Wismar Wismar: Polizei will mehr Präsenz zeigen
Mecklenburg Wismar Wismar: Polizei will mehr Präsenz zeigen
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15:08 28.09.2018
In Wismar will die Polizei künftig noch mehr Präsenz zeigen. Quelle: dpa-tmn
Wismar

Hat Wismar ein Problem mit Rassismus und Gewalt? Nach dem Überfall vor knapp drei Wochen, bei dem ein Syrer am Friedenshof von Männern mit einer Eisenstange attackiert wurde (die OZ berichtete), wird das Thema zumindest in der Öffentlichkeit rege diskutiert. So auch am Donnerstagabend – der Verein „Das Boot“ lud zu einer Gesprächsrunde, bei der vor allem aufgezeigt wurde, wie sich Opfer in einer solchen Gefahrensituation verhalten sollten. Das Interesse war groß, der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Dr. Andreas Walus, Leiter des Polizeihauptreviers Wismar, erklärte zunächst, wie die Polizei als Behörde in Wismar aufgebaut ist, in welchen Fällen der Notruf zu wählen ist, wann eine Anzeige gemacht werden sollte, wann andere Behörden zuständig sind. Einige der der anwesenden Gäste – ein Großteil von ihnen Geflüchtete – berichteten von Vorfällen wie Beleidigungen oder einem Gefühl der Unsicherheit. „Warum ist nicht mehr Polizei unterwegs, um uns zu beschützen“, fragte ein Gast. „Wir sind für ein riesiges Gebiet zuständig – von Wismar über Poel, Neuburg, Neukloster, Warin. Wir sind nicht so viele, wie wir es gern wären“, erklärt Walus. In einigen Fällen dauere es daher ein paar Minuten länger. Bei Notfällen sei die Polizei aber immer schnellstmöglich zur Stelle.

Polizei will sichtbarer im Stadtbild auftreten

Auch gegen den Vorwurf, die Polizei zeige nicht genügend Präsenz, will Walus etwas tun. „Wir wollen künftig nicht nur im Fahrzeug Streife fahren. Die Beamten sollen vor allem auch am Friedenshof und in Wendorf zu Fuß präsenter sein und mehr Nähe zeigen.“ Dennoch appelliert er auch an die Bevölkerung: „Helfen Sie sich gegenseitig und stehen Sie sich bei. Wir können nicht überall sein. Das wollen wir auch nicht – wir sind ja kein Polizeistaat.“ Dennoch sollte immer die Polizei gerufen werden, wenn eine gewisse Schwelle überschritten wurde.

Die Polizei Wismar informiert über ihre Arbeit bei einer Gesprächsrunde beim Verein „Das Boot“. Quelle: Michaela Krohn

Walus spricht damit allerdings auch ein strukturelles Problem an: Oft gibt es – vor allem nachts – lange Wartezeiten, wenn die Beamten des Kriminaldauerdienstes zum Einsatz kommen. Diese sollen eigentlich rund um die Uhr erreichbar sein. Jedoch teilen sich bislang Schwerin und Wismar den Kriminaldauerdienst. Heißt: Nicht immer ist ein zuständiger Beamter zur Stelle. Auch das will Walus ändern: „Ich will die Kripo künftig 24 Stunden in Wismar vor Ort haben.“

Ermittlungserfolge in Wismar

Zu einem weiteren Vorwurf bezieht der Revierleiter ebenfalls klar Stellung – dem, dass sich unter den Polizeibeamten Rechtsextremisten befänden. „Mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein“, mahnt Walus. Sicher sei auch die Polizei ein Querschnitt der Gesellschaft. „Wenn jemand einen solchen Verdacht hat, sollte er sich darüber beschweren. Es gibt dafür einen Ansprechpartner und das bin ich. Ich bin der Chef und solche Vorwürfe werden konsequent verfolgt.“ Dafür lege er seine Hand ins Feuer. „Aber“, betont er, „es gibt bei uns keine Vorverurteilung.“ Viele Beschwerden seien auch unbegründet.

In diesem Zusammenhang wies Walus in der Gesprächsrunde noch einmal auf die Vorfälle der letzten Monate hin und nimmt seine Mannschaft in Schutz: „Es gab zwei herausragend schwere Vorfälle am Friedenshof. In beiden konnten die Täter innerhalb eines Tages ermittelt und dem Haftrichter vorgeführt werden. So schlecht kann die Polizei in Wismar also nicht sein.“ Dennoch sei Luft nach oben.

Sandra Rieck, Vorstand von „Das Boot“, sagt: „Manchmal ist für die Polizei nicht gleich klar, wer Täter und wer Opfer ist.“ Sie selbst sei öfter nach rassistisch motivierten Vorfällen dazugerufen worden und appellierte vor den Gästen: „Es ist wichtig, Zeugen benennen zu können und aufzuschreiben, was passiert ist.“

Auch Petra Steffan vom Büro für Chancengleichheit der Hansestadt Wismar und Ordnungsamtsleiter Frank Brosig bieten Hilfe an: „Wenn sich jemand ungerecht behandelt fühlt, kann er sicher sein, wir kümmern uns darum.“ Das sei auch ein Anliegen des Bürgermeisters.

Michaela Krohn

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