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Wismar Schottel zeigt seine Metall-Giganten
Mecklenburg Wismar Schottel zeigt seine Metall-Giganten
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16:29 27.09.2018
Ein Ruderpropoller in der Lackiererei. Quelle: Kerstin Schröder
Wismar

So voll sind die Hallen der Schottel GmbH nur selten – mit Besuchern. Mehr als 100 Zulieferer aus der ganzen Welt sind auf Einladung des Herstellers von Schiffsantrieben für zwei Tage nach Wismar gekommen. Mit dabei ist Götz Vogelmann von der norwegischen Firma Hatteland. Die fertigt modernste Industrieelektronik an – unter anderem Displays und Touchscreens. Die würden auch in der maritimen Branche immer stärker Einzug halten und herkömmliche Schalter ersetzen. Ein Trend, den Schottel erkannt hat und in den das Unternehmen investiert: „Ich bin beeindruckt, dass sich die Firma auch den neuen digitalen Herausforderungen stellt“, lobt Vogelmann. Aufmerksam folgt er den Ausführungen von Joachim Pflug, der eine Besuchergruppe über das Schottel-Gelände führt. Zunächst geht es in Halle 1. Die ist 1978 gebaut worden und zählt zu den ältesten Hallen auf dem Firmen-Areal direkt neben der Wismarer Hochbrücke.

Im Inneren der Halle steht modernste Technik. „Wir haben hier die komplette mechanische Bearbeitung zusammengefasst“, berichtet Joachim Pflug. Bis zu 80 Tonnen schwere und bis zu 20 Meter lange Teile könnten auf der größten Drehbank bearbeitet werden. Wie riesig die Metall-Giganten sind, um die sich die Mitarbeiter kümmern, sehen die Lieferanten im hinteren Teil der Halle. Dort liegen gerade zwei Propellerwellen.

Schottel zeigt seine Metall-Giganten in Wismar

Der Bau von Schiffsantrieben hat in der Hansestadt Wismar eine lange Tradition. Bereits zu DDR-Zeiten sind hier Verstellpropeller gefertigt worden. Im Jahr 1999 hat Schottel das ansässige Unternehmen, die Propeller- und Maschinenbau GmbH, übernommen. 2007 kommt es dann zur Verschmelzung des bisherigen Stammhauses in Spay mit der Schottel-Antriebstechnik GmbH in Wismar. In der Hansestadt sind zurzeit knapp 200 Mitarbeiter im Einsatz. Die haben gut zu tun: Zwar schwächelt der Offshore-Markt weiterhin, so Joachim Pflug. Aber Ruderpropeller, Getriebegehäuse und Propellerwellen füllen die Hallen. Sie werden unter anderem zu großen Antrieben für Versorgungsschiffe von Ölförderplattformen.

Die Neubauten werden konstruiert, produziert und dann im Erprobungsbecken getestet. Bis zu sechs Stunden können sie dort –angetrieben von einem E-Motor –zeigen, welche Kraft in ihnen steckt. Später verleihen die meterhohen und tonnenschweren Antriebe dann etwa Schleppern, Fähren, Forschungs-, Container- oder Offshore-Schiffen den notwendigen Schub. Dafür sorgen auch die vielen Partner. Egal, ob kleine Schrauben oder riesige Propellerblätter – die Lieferanten würden wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen, teilt Schottel mit. Die Teile kommen nicht nur in die Produktionsstätte nach Wismar, sondern auch in die Fertigung nach Dörth/Rheinland-Pfalz, den Service- und Hauptstandort in Spay am Rhein sowie in das chinesische Werk in Suzhou.

Alle Partner würden sich regelmäßigen Qualitätsprüfungen stellen. Die Lieferanten-Tage nutzt das Unternehmen, das 90 Prozent seiner Schiffsantriebe ins Ausland verkauft, um anstehende Herausforderungen zu besprechen. In diesem Jahr ist das zum Beispiel die Digitalisierung. Mit der eröffnen sich für Stefan Kaul, Geschäftsführer der Schottel GmbH, große Potentiale: „Auch in der Antriebstechnik schreitet die Digitalisierung unaufhaltsam voran: Neben Assistenz- und autonomen Systemen gewinnt beispielsweise das intelligente Flottenmanagement mehr und mehr an Bedeutung. Mithilfe solcher Tools lassen sich Betrieb, Status der Ausrüstung und Wartungsmaßnahmen besser evaluieren und effizienter einsetzen.“

Firma setzt auf Neuentwicklungen

200 Mitarbeitersind bei der Schottel-Niederlassung in Wismar beschäftigt. Ende vergangenen Jahres ist das Unternehmen mit dem Ludwig-Bölkow-Technologiepreis des Landes MV ausgezeichnet worden – für eine hocheffiziente Neuentwicklung im Bereich Zahnradantrieb. Mit der innovativen optimierten Zahnlückengeometrie sei eine 20-prozentige Leistungssteigerung möglich. Damit sei der Antrieb „Grundlage für effizientere Schiffs- und Flugzeugantriebe sowie leistungsstärkere Industriegetriebe“. Vorteil: Weniger Betriebs- oder Treibstoffkosten. Die Technologie wird bereits auf Viking-Flusskreuzfahrtschiffen und norwegischen Fähren eingesetzt.

Kerstin Schröder

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